Zum Gipfel des Profitis Ilias (2404)

Der höchste Berg des Peloponnes der Profitis Ilias, ruft…

Stützpunkt für unsere Wanderung auf den Profitis Ilias ist Anavriti, ein kleines Dorf im Tygetos. Im Ort bietet das Hotel Anavriti eine gute Möglichkeit nach angenehmer Nacht früh zur Wanderung zu starten (Hotel Anavriti, Tel. 30/27310 29102)

 

Oberhalb von Anavriti zieht sich majestätisch und imposant der mächtige Taygetos-Gebirgszug dahin. Er markiert hier die Westflanke Lakoniens in Nord-Süd-Richtung als längste Bergkette auf dem Peloponnes, an deren südlichen Ende mit dem Profitis Ilias auch der höchsten Gipfel des gesamten Peloponnes steht. Durch Anavriti läuft der internationale Fernwanderweg E4, der von Diakofto im Norden des Peloponnes kommend, diesen durchquert und in Gythion im Süden endet. Unsere Wanderung wird uns ein Stück dieses Weges führen.

Ausgangspunkt der Wanderung ist die Lakomata–Quelle, die man per PKW in ca 30 Min erreicht. Dazu biegt man am Ortsausgang von Anavriti an einer T-Kreuzung links ab. Auf unbefestigter Straße fährt man dann ca. 20 Minuten bis zu einer Abzweigung an der nach rechts „Lakomata“ ausgeschildert ist. Wenige Minuten später erreicht man die Quelle.
Ab hier folgt man dem Wanderzeichen des europäischen Fernwanderweges E4, einer gelben Raute mit der Beschriftung „E4“. Der Weg ist sehr gut gekennzeichnet und läuft durch traumhafte Bergwelt mit tollen Ausblicken stetig nach oben. Beeindruckend sind die riesigen Kiefern in den Waldstücken, die man quert und die Blumenvielfalt auf den offenen Flächen.

Auf diesem ersten Teilstück passiert man insgesamt drei Quellen, an denen man seine Wasservorräte auffüllen kann, bevor man nach ca. 2:45 Std. die Tygetos-Schutzhütte des Bergsteigervereins Sparta erreicht. Sie  liegt auf 1550 m und ist meistens geschlossen.

Von hier aus erfolgt der eigentliche Aufstieg zum Profitis Ilias. Man lässt jetzt den „E4“ links liegen und folgt der guten Beschilderung Richtung Gipfel. Von der Schutzhütte benötigt man nochmal 2:15 Std. bis zum Gipfel. Direkt hinter ihr liegt die Baumgrenze.

Über Wiesen mit blühenden Disteln geht es weiter bergan.

Ab dem Sattel wird der Anstieg dann extrem. Im 45-Grad-Winkel geht der Weg über sehr lockeres Geröll nach oben. Selbst im Sommer kann man in dieser Höhe eine Trekkingjacke gut gebrauchen..

Der Ausblick am Gipfel ist unbeschreiblich. Richtung Süden schweift der Blick über das absteigende Taygetos-Gebirge bis zum Meer, das durch die Mani in zwei Teile geteilt wird.

Richtung Norden blickt man über die Gebirgskette des Peloponnes bis zum Horizont. Im Westen erkennt man den kleinen Profitis Ilias bei Handinos.

Auf dem kleinen Plateau des Gipfels ist aus Felssteinen eine kleine Kapelle ohne Dach gebaut. Zusätzlich gibt es noch kleine Unterstände, in denen manch einer anscheinend schon genächtigt hat.
Der Gipfel und die kleine Kapelle sind dem Propheten Ilias geweiht. Dazu gibt es folgende Geschichte:
Der Prophet Ilias war nach einem Bootsunglück auf See knapp dem Tode entkommen. Als er sich mithilfe eines Ruders wie durch ein Wunder an Land retten konnte, beschloss er, an höchster Stelle, wo kein Mensch ein Ruder als solches kenne, eine Kirche zu errichten. Er fragte den ersten Menschen, dem er begegnete: „Was ist das, was ich unter meinem Arm trage?“ Die Antwort war: „Ein Ruder“. Der Prophet schlug den Weg bergauf ein. Auch bei den nächsten Begegnungen bekam er die treffende Antwort. Demnach hatten die Leute hier immer noch einen Bezug zum Meer und kannten dessen Versuchungen. So beschloss er, die höchste Stelle zu erklimmen, wo er einen einsamen Ziegenhirten antraf. Er grüßte diesen freundlich und fragte: „Was ist das, was ich unter meinem Arm trage“?. Diesmal war die Antwort: „Ich weiß es nicht. Ich habe noch nie vorher so ein Ding gesehen.“ Da wusste der Prophet, hier, an höchster Stelle, werde er sein Haus bauen, wo die Menschen nicht das Mindeste mit dem Meer verband. Seither findet sich in ganz Griechenland jeweils auf den höchsten Berggipfeln eine Unterkunft des Propheten Ilias.

Auf gleichem Weg geht es zurück zum Auto. Die Gesamtgehzeit ohne Pausen liegt bei etwa 9:00 Std. -frühes Aufstehen lohnt also.

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