Griechenland im Mai 2007

Griechenland vom 11.05. – 16.06.2007

11.05.2007

Hektik ist angesagt. Obwohl ich am Vorabend alles überprüft habe, geht nach Ankuppeln des Wohnwagens kein einziges Licht. Also Stecker reinigen. Kontakte überprüfen – all dies bringt nichts. Mein Kontaktspray ist leer! Ich frage bei einem Nachbarn nach ob er mir mit Kontaktspray aushelfen kann. Endlich, alles funktioniert, um 21:00 Uhr, es wird langsam dunkel, jetzt geht es los. Die Fahrt verläuft unspektakulär. Um 08:00 Uhr sind wir in Ancona und haben ziemlich genau 10 Stunden dafür gebraucht.

12.05.2007

Mittags geht’s aufs Schiff. Dieses Jahr fahren wir mal wieder mit „SuperFast“. Unser Reisegefährt steht bei bestem Wetter unter freiem Himmel.
Die nächsten Stunden werden mit „Schifferkunden“, Essen und Schlafen verbracht.

13.05.2007

In den Mittagsstunden des darauf folgenden Tages geht es in Patras von Bord. Ca. 230 km liegen vor uns.
Dieses Jahr fahren wir, wie sollte es auch anders sein, (mal wieder) nach Finikounda. Insgesamt haben wir 5 Wochen Urlaub. Die ersten drei geht’s in den Süden und die anderen 2 Wochen in den Epirus in Nord-Griechenland. Außerdem haben wir unser Zelt dabei, da wir unseren Wohnwagen für 3–4 Tage in Finikounda stehen lassen wollen um die Mani und die Ostküste des Peloponnes zu erkunden.

Kosta ist überrascht uns zu sehen. Er hat dieses Jahr nicht mit uns gerechnet.
Ein schöner Platz, der uns in ein paar Tagen das Aufrutschen in die erste Reihe am Strand ermöglicht, ist schnell gefunden.

Die Tage in Finikounda sind wie immer sehr erholsam und gleichen sich im Großen und Ganzen.

17.05.2007

Ein Erlebnis der besonderen Art war Christi Himmelfahrt in Finikounda. Schon am Vortag wurde die „Hauptflaniermeile“ in Finikounda mit Planen überdacht. Am Abend des großen Festes war dann die ganze Straße unter diesen Planen bestuhlt. Laute Livemusik, jede Menge Spanferkel, viel zu trinken und der Sirtakitanz vieler Leute ließen uns dieses Fest unvergesslich werden.
Christian bekam einen großen Luftballon in Tigerform geschenkt und wurde vergattert ihn bloß nicht loszulassen, da er sonst zum Flugtiger würde.

Am nächsten Tag wurde der Campingplatz durch lautes Schreien zusammengerufen. Der Tiger hatte sich davon gemacht. Heliumgefüllt schwebte er von dannen.

23.05.2007

Wir wollen die nächsten zwei drei Tage eine kleine Rundreise unternehmen. Schlafsäcke, Zelt und ein paar Utensilien für die Reise sind schnell gepackt. Unseren Wohnwagen lassen wir auf dem Campingplatz „Anemomilos“ in Finikounda zurück.
Heute wollen wir über Kalamata auf die Mani fahren. Übernachten wollen wir irgendwo, vielleicht sogar am Strand. Mal sehen!
Die Fahrt endet erst einmal in einer Seitenstraße in Kalamata. Christian ist es schlecht geworden. Noch bevor er etwas sagen kann, ergießt sich das Frühstück ins Wageninnere. Glück im Unglück, wir stehen vor einer Autowerkstatt. Der freundliche Mechaniker kommt gleich mit dem Wasserschlauch gerannt, als er unser Malheur bemerkt. Nach einer groß angelegten Innenreinigung setzten wir unsere Fahrt fort. Kurz hinter Kalamata empfängt uns die karge Landschaft der Mani. Gegen Mittag erreichen wir die Tropfsteinhöhle Pirgos Dirou, eine der größten Tropfsteinhöhlen Europas.
Die Höhle kann nur mit dem Boot besichtigt werden, da sie komplett mit Wasser gefüllt ist. Sie ist fast 14 km lang, wobei man allerdings „nur“ 1,3 km mit dem Boot besichtigen kann.
Am Höhleneingang geht es ein paar Stufen abwärts bis zu einer Anlegestelle, an der kleine Schelche liegen. Bevor es los geht müssen wir noch Schwimmwesten anlegen.

Unser Führer weist uns einen Platz im Boot zu – und die beein- druckende Fahrt beginnt. Das Wasser ist glasklar, lautlos gleitet der Schelch an famosen Tropfsteinformationen vorbei…
Langsam macht sich ein Hungergefühl breit. Wir beschließen weiter Richtung Südspitze der Mani bis zu einem kleinen Fischerdorf zu fahren und dort zu Mittag zu essen.

Der Entschluss war der richtige. Gerolimenas ist eine verträumte Siedlung (zumindest zu dieser Jahreszeit) wir sitzen auf der Terrasse eines kleinen Hotels am Ortseingang mit Blick auf die Bucht. Das Essen ist hervorragend und wir fühlen uns durch die Stille dieses Ortes der Welt ein wenig entrückt.

Die Mani ist von Felsen, kargen Vegetation und von den Ausläufern des bis zu 2.400 Meter hohen Taygetos-Gebirges geprägt. Sie war bis ins 20. Jahrhundert wegen ihrer Unwegsamkeit Rückzugsgebiet für viele Menschen auf der Flucht vor fremden Eroberern und aus dem gleichen Grund auch ideal für Piraten. Durch die besondere Topographie war die Mani ein Landstrich fast frei von staatlichen Eingriffen und entwickelte einen besonderen Menschenschlag mit eigener Kulturform. Um sich vor Piratenangriffen zu schützen lebten die Menschen der Mani früher in Wohntürmen. Eine der bekanntesten Ortschaften der Mani ist Vathi.

Hier kann man diese Wohntürme noch bewundern. Leider ist die Ortschaft fast ausgestorben. Das aufgegebene aber sehr ursprünglich erhaltene Dorf wurde ab 1980 mit Hilfe der griechischen Tourismusbehörde EOT restauriert, wobei viele der alten Wohnhäuser zu Gästehäusern umfunktioniert wurden. Der Ort Vathi besteht zumeist aus wenig bewohnten Wohntürmen, die sich festungsähnlich auf der Spitze eines Felsvorsprungs unweit des Messenischen Golfs konzentrieren.
Am späten Nachmittag erreichen wir Kap Tenaro, den südlichsten Punkt der Mani. Das Kap Tenaro ist nur durch eine schmale Verbindung mit der „Rest-Mani“ verbunden. Es liegt südlicher als Tunis und ist nach Tarifa (Spanien) der südlichste Festland-Punkt Europas.

Wir erkunden hier einige Buchten auf der Suche nach einem Schlafplatz. Leider sind alle Plätze von der Straße aus einsehbar. An der Südspitze des Kaps stehen unterhalb einer Taverne schon ein paar Wohnmobile. Somit ist hier auch kein Platz mehr.
Wir beschließen an der Ostküste der Mani bis nach Gythion zu fahren und dort auf einen Campingplatz zu gehen. Bei Einbruch der Dunkelheit erreichen wir Gythion. Ein Campingplatz ist schnell gefunden. In den letzten zwei Stunden ist das Wetter stetig schlechter geworden. Als wir das Zelt aufgebaut haben fängt es zu regnen an. Bevor wir schlafen gehen genehmigen uns noch einen Absacker in der Taverne des Platzes. Erst spät in der Nacht hört es auf zu regnen.

24.05.2007

Der nächste Morgen begrüßt uns mit Sonnenschein.

Wir frühstücken und bauen unser Zelt ab. Nach einem Strandspaziergang am fast menschenleeren Sandstrand von Gythion bezahlen wir und brechen Richtung Ortschaft auf.
Gythion ist ein kleines, quirliges, hübsches Hafenstädtchen, dem eine lange Hafenpromenade, steile Treppen und malerische Gassen urgriechisches Ambiente verleihen. Von seiner antiken Vergangenheit zeugt ein kleines römisches Theater. Alle weiteren baulichen Zeitzeugen versanken im 4.Jh.n.Chr. durch ein Erdbeben im Meer.
Wir lassen uns ein bisschen treiben, schauenden Fischern am Hafen zu, bewundern die von ihnen in der Sonne aufgehängten Oktopus und besuchen die engen Gassen der Oberstadt mit ihren zahlreichen neoklassizistischen Häusern.

Nach dieser kurzen Besichtigungstour zieht es uns weiter. Unser nächstes Ziel heißt Monemvasia. Die knapp 70 km bis dorthin sind schnell bewältigt. Majestätisch liegt der Felsen von Monemvasia vor uns.
Monemvasia (auch Monemvassia) ist eine griechische Kleinstadt, die im byzantinischen Reich bedeutender Stützpunkt und Festung war. Sie liegt auf der zur See gewandten Südost-Seite eines Felsens von ca. 300 Meter Höhe und 1,8 km Länge. Die Ansiedlung besteht aus zwei Teilen: Der ummauerten mittelalterlichen Unterstadt am Abhang des Felsens und der Zitadelle auf der Höhe des Felsens, die nur über einen einzigen, vielfach gewundenen, steilen und gut gesicherten Weg erreicht werden kann. Die Zitadelle ist seit den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts nicht mehr bewohnt.

Ihren Namen verdankt die Stadt ihrer Lage: moni embasia = einziger Zugang. Sie galt bis zur griechischen Unabhängigkeit 1821/30 wegen ihrer schweren Einnehmbarkeit als das Gibraltar des Ostens.

583 wurde die erste Ansiedlung, als Schutz für die Bewohner der umliegenden Siedlungen des Festlandes vor den slawischen und awarischen Angriffen, die mit der Vernachlässigung der byzantinischen Balkanverteidigung unter Justinian I. und seinen Nachfolgern einsetzten, auf dem Felsen von Monemvasia errichtet.

Die Festung war lange uneinnehmbar und hielt sowohl den zahlreichen arabischen Belagerungen als auch dem normannischen Eroberungsversuch von 1147 stand. Es wird berichtet, dass ein Kornfeld in der Zitadelle vorhanden war, das, zusammen mit den zahlreichen Zisternen, ausreichte, eine Besatzung von 30 Mann auf Dauer zu ernähren. Die Zitadelle war somit autark und konnte unbegrenzt verteidigt werden.

Wir parken unseren Wagen vor der Stadtmauer von Monemvasia und starten unsere Besichtigungstour. Heute wohnt in dem Ort keiner mehr. 1971 zählte das Dorf noch 32 Einwohner. Auf dem Ufer gegenüber dem Felsen entstand ein modernes Dorf, das Gefira („Brücke“) genannt wird, im Gegensatz zur alten Stadt, die Kastro heißt.
Ein Gewirr von kleinen schmalen Gassen empfängt uns. Sobald man die Souvenirläden hinter sich lässt wird es ruhiger. Wir genießen die tolle Aussicht über die alten byzantinischen Dächer der Häuser und Kirchen aufs offene Meer.

Ab 1980 setzte der Wiederaufbau der alten Stadt ein. Wohlhabende Athener kauften sich hier ihre Wochenendresidenz. Heute werden die mittelalterlichen Gebäude nach und nach restauriert; viele von ihnen sind zu Hotels umgewandelt worden.
Da die Gassen so eng sind, wird das Baumaterial zur Restauration der Stadt mittels Pferden transportiert. Die Tiere werden vor der Stadtmauer mit dem benötigten Baumaterial beladen und dann zur entsprechenden Baustelle geführt.
In endlosen Schleifen führt der schmale Weg stetig bergan. Auf dem Hochplateau des Felsens, wo die Ruinen der Zitadelle zu besichtigen sind, steht auch eine byzantinische Kirche.

Wir haben Glück. Die Kirche ist geöffnet und kann besichtigt werden. Der Aufstieg auf den Felsen ist anstrengend, lohnt aber schon allemal wegen der tollen Aussicht. Nach ca. 2 Stunden sind wir wieder am Auto und planen die Weiterfahrt: Wir wollen heute noch in die Nähe von Leonidi. Dort gibt es in den Bergen ein Kloster (Agios Nikolaos) zu dem wir am nächsten Tag wandern wollen. Auf der Karte suchen wir uns eine Ortschaft nördlich von Leonidi aus. Sie heißt Zaritsi, dort gibt es einen Campingplatz mit gleichem Namen direkt am Meer.

Auf der Karte entdecke ich nördlich von Monemvasia eine lange schmale Bucht. Dort ist auch eine Ortschaft eingezeichnet. Gerakas heißt sie. Da die Gegend dort schön zu sein scheint und Gerakas fast auf unserem Weg liegt beschließen wir dort zu Mittag zu essen.
Limenas Gerakas ist ein gut geschützter Hafen, der in einem tiefen fjordartigen Einschnitt am Ausgang einer Lagune an der Ostküste des Peloponnes liegt. Die Ortschaft scheint zu schlafen. Es sind fast keine Menschen zu sehen. Nur ein paar Katzen sitzen auf der sehr schmalen Straße herum. Wir finden eine sehr kleine Fischtaverne in der ein paar Griechen sitzen. Das Essen ist ausgezeichnet. Am liebsten würden wir hier leiben – der Ort strahlt eine solche Ruhe aus.

Langsam zieht sich der Himmel wieder zu. Das Tief das die letzten Tage über Griechenland lag, scheint uns jetzt doch zu erwischen. Die Weiterfahrt ist von Regen geprägt, der uns unsere gute Laune aber nicht trübt. Durch die Berge geht es stets nach Norden.
Am Abend erreichen wir Camping Zaritsi. Es hat zwar aufgehört zu regnen, Maria traut aber dem Wetter nicht und schlägt vor das Zelt überdacht aufzubauen. Ein geeigneter Platz ist schnell gefunden. Wir schlagen das Zelt in einem nach allen Seiten offenem Gebäude auf. Normalerweise dient es wohl als überdachter Frühstücksfreisitz. Da wir aber fast, von ein paar griechischen Dauercampern abgesehen, die einzigen Gäste sind, stimmt der Platzbetreiber unserem Unterfangen zu.
Zum Glück! Als ich in der Nacht mal raus musste, regnete es. Es regnete so stark, dass ich fast bis zu den Knien im Wasser stehe. Ein reißender Bach umfließt unser Gebäude.

25.05.2007

Am Morgen ist der Spuk vorbei. Das Wasser ist, Gott sei Dank, abgeflossen. Wandern ist angesagt. Nach dem Frühstück werden die Wanderschuhe geschnürt. Wir fahren nach Leonidi.

Leonidi ist eine Gemeinde mit etwa 6.000 Einwohnern in Arkadien. Verwaltungssitz ist der gleichnamige Ort, in dem etwa die Hälfte der Einwohner leben. Durch Leonidi fließt der Fluss Daphnon, der kurz hinter der Stadt bei Plaka ins Meer fließt.
Das Felsenkloster Agios Nikolaos hängt wie ein Schwalbennest im Felsen. Es befindet sich etwa 500 Höhenmeter oberhalb von Leonidi.

Der Weg beginnt an der südlichen Seite der Brücke über den Daphnon -Fluss. Ab hier gibt es einige Wegweiser zum Kloster des Hl. Haralambos und auch zum Kloster Ag. Nikolaos. Man geht zunächst auf die südliche Seite der Brücke und biegt dort sofort nach rechts ab. Alternativ kann man diesen Weg auch noch ein kleines Stück mit dem Auto fahren und am Ortsausgang parken. Nach etwa 15 Minuten erreicht man das kleine Kloster Agios Haralambos. Es ist das „Winterkloster“ für die Nonnen des Agios Nikolaos. Sie leben hier von Oktober bis Mai. Unser Weg führt auf einer Schotter/Sandpiste stetig bergan. Wir durchqueren bei leichtem Nieselregen eine Pfirsichplantage. Im Dunst kann man am Ende des Tals das Kloster im Berghang als weißen Fleck erkennen. Der Weg wird steiniger und steiler. Verlaufen kann man sich eigentlich nicht, wir folgen dem Weg stetig nach oben.
Nach knapp 2 Std., inzwischen scheint die Sonne wieder, haben wir das Kloster erreicht.

Christian hat sich mal wieder tapfer geschlagen. Für seine noch nicht ganz fünf Jahre läuft er erstaunlich ausdauernd und gerne.
Da wir nicht wissen ob wir willkommen sind, begnügen wir uns mit der tollen Aussicht vor dem Eingang zum Kloster. Christian will jedoch unbedingt in das Innere der Anlage. Er verhält sich plötzlich so laut, dass die Äbtissin sich über die Mauer beugt um zu sehen was los ist. Als sie uns entdeckt, werden wir heran gewunken und hereingebeten. Mit Händen und Füßen und Marias Griechischwortschatz verständigen wir uns.

Vom Inneren des Klosterhofs hat man einen schönen Blick auf Leonidi und den zurückgelegten Weg. Beeindruckend ist es unter dem überhängenden Fels zu sitzen. Sehr schön ist der Altar in der gepflegten Kirche des Hl. Nikolaos. Bei unserem Besuch lebten nur zwei Nonnen im Kloster.
Nachdem wir uns verabschiedet haben, führt uns der gleiche Weg zurück nach Leonidi. Allerdings benötigen wir etwa nur die Hälfte der Zeit.

Da uns die Wanderung hungrig gemacht hat und wir auch noch etwas von der Gegend kennen lernen möchten, beschließen wir nach Kosmas, einem Bergdorf, zu fahren. Unterwegs auf halbem Wege kann man das Kloster Eloni besuchen. Einem Schwalbennest gleich klebt es am Fels. Schier endlos schlängelt sich die Straße bis zum 1200 m über dem Meer liegendem Kosmas. Dichter Nebel/Wolken umgeben uns. Das Dorf ist keine Enttäuschung. Hübsche Häuser liegen um eine Platia mit einer großen Kirche. Hundertjährige riesige Platanen, sieben an der Zahl, spenden Schatten an heißen Tagen. Der Boden und die Straße sind mit Naturstein ausgelegt. Es gibt jede Menge Cafenions, Tavernen und Restaurants. Nach dem Besuch der Kirche entscheiden wir uns für eine kleine etwas von der Platia zurückversetzte Taverne. Hier essen auch ein paar Einheimische. Touristen sind weit und breit keine zu sehen.
Im 2. Weltkrieg wurde Kosmas von den Deutschen bis auf wenige Häuser niedergebrannt. Einige Ruinen zeugen heute noch davon. Auf Grund der Höhenlage liegt hier im Winter oft bis zu zwei Meter Schnee.

26.05.2007

Am nächsten Tag, wir haben Camping Zaritsi verlassen, fahren wir bei Bilderbuchwetter durchs Parnon Gebirge, einem Gebirge mit bis zu 2000m hohen Bergen und sagenhafter Landschaft.

Vorbei an Kastanitsa, eines der schönsten alten Dörfer des Peloponnes mit traditionellen Steinhäusern, deren Dächer sogar mit Steinplatten gedeckt sind. Hier wird bis heute ein auf dem antiken Dorischen beruhender altgriechischer Dialekt, das Tsakonische, gesprochen. Die Gegend zeichnet sich durch ihre großen Kastanien- (daher auch der Name) und Tannenwälder aus. Der Ort ist ein guter Ausgangspunkt für Touren durch das Parnon-Gebirge. Von hier aus kann man auch zur Besteigung des Megali Tourla (1934 m), des höchsten Berges des Parnon, starten.

Von Kastanitsa geht es weiter Richtung Polidrosso.
Polidrosso oder auch Tzitzina genannt (alter Namen Vlachori) ist eines von vielen reizvollen Dörfern im Parnon-Gebirge. Es liegt in etwa 1000 Metern Höhe und ist ein ideales Ausflugsziel. Ein schönes schattiges Plätzchen ist der Dorfplatz mit der alten Platane. Uns lädt dieser Platz erst einmal zum Verweilen und zur Einkehr ein. Unter der Platane stehen Tische und Bänke und eine Karaffe Wein und Uzomese sind auch schnell auf dem Tisch.

Von hier aus hat man, da der Platz etwas erhöht liegt einen schönen Blick auf die umliegenden Berge und die Ortschaft. Polidrosso ist ein guter Ausgangspunkt für schöne Wanderungen durch das Parnon-Gebirge, durch eine Landschaft, die man als Griechenland-Tourist eigentlich nicht erwartet. Manchmal erinnert einen die Gegend an die österreichischen Berge. Vom Dorf aus gibt es einige schöne Wanderungen auf markierten Wanderwegen. Das Dorf selbst besteht aus hübschen Häusern die in den letzten Jahren alle renoviert wurden. Uns hat der Ort so gut gefallen, dass wir auf jeden Fall wiederkommen werden.

Von hier aus führt uns unser Weg über Sparta, Mistra und Kalamata nach Finikounda zurück. Diese Ortschaften lassen wir jedoch für dieses Jahr unbeachtet, da wir sie in den Vorjahren bereits besucht haben. Unterwegs haben wir noch eine Schildkröte getroffen……
Bei unserer Ankunft müssen wir natürlich von unseren Erlebnissen berichten. In Finikounda hat es die letzten drei Tage fast nur geregnet, und so haben wir bei unserem Ausflug natürlich Glück gehabt.

27. – 04.06.2007

Die folgenden Tage waren wieder typische „Finikoundatage“. Erwähnenswert ist noch eine große Rettungsaktion:

In der Nacht zum 28.05.2007 gab es einen ziemlich heftigen Sturm. Das Wasser kam über den ganzen Strand fast bis zu den Wohnwagen hoch. Als ich morgens kurz nach sechs aus dem Fenster sehe, treibt das Boot von unseren Nachbarn kieloben bei noch ziemlichem Seegang in der Dünung. Wir trommeln den Besitzer des Bootes aus den Federn. Zu fünft, bewaffnet mit Seilwinden und mit vereinten Kräften, bemüht vom schlingernden Boot nicht getroffen zu werden, gelingt es uns das Boot wieder auf den Kiel zu bringen und an den Strand hoch zu ziehen. Der Schaden ist beträchtlich. Sämtliche Aufbauten sind abgerissen, der Motor ist geflutet und alles ist voller Sand. Sozusagen Totalschaden. Johannes, der Bootseigner ist die nächsten drei Tage damit beschäftigt alles zu spülen, zu putzen und Teile notdürftig zu reparieren.

Als Dank für die Hilfe bei der Bootsrettung lädt uns Johannes am dritten Tag nach der Havarie zu einem Bootsausflug nach Tsapi ein. Er hat den Motor wieder zum Laufen gebracht. Es wird ein toller Ritt über die Wellen. In Tsapi verbringen wir den Nachmittag in großer lustiger Runde beim Essen.

05.06.2007

Wir brechen wir unsere „Zelte“ in Finikounda ab. Alles wird im Wohnwagen verstaut und wir sagen zu Kosta „lebe wohl“. Wie immer bin ich etwas traurig, wenn wir hier wegfahren. Unser neues Ziel heißt Camping Sofas. Sofas gehört zur Ortschaft Perdika und liegt im Epirus in Nordgriechenland, etwa 30 Kilometer südlich von Igoumenitsa. 500 Kilometer liegen vor uns. Über Patras und die Rio-Andirrio-Brücke geht es nach Nordgriechenland. An der für uns neuen Westküste schlängeln wir uns am ionischen Meer über Preveza nach Norden. Am Nachmittag kommen wir in Sofas an. Zacharias und Eleni, die beiden Betreiber des Platzes sind erstaunt und erfreut uns wieder zu sehen.

Schnell haben wir auf dem fast leeren Gelände einen Platz für uns gefunden und uns eingerichtet. Alles ist noch so wie letztes Jahr, und so fühlen wir uns sofort wieder heimisch.
Auch hier vergehen die Tage wie im Flug, zumal wir die Umgebung auch mit unseren Wanderschuhen unsicher machen. Im Hinterland von Karavostasi, einem wunderschönen Sandstrand, machen wir ein paar tolle Touren.

Eine davon führt uns zu den Ausgrabungen der Akropolis von Didimokastro auch bekannt unter dem „antiken Elina“, einer Kolonie des alten Korinth aus dem 4.Jhd. vor Christi. Einst soll sie die größte Siedlung in dieser Region mit 4000 – 6000 Einwohnern gewesen sein.
Das alte Dorf befindet sich im Westen von Perdika auf einem Kalkstein-Berg über dem Meer. Unterhalb des Berges erstreckt sich in nördlicher Richtung der bekannte Badestrand von Karavostasi. Die alte Siedlung ist komplett von einer Mauer umgeben und erstreckt sich über das gesamte Plateau des Berges. Ursprünglich wurde die Mauer durch sieben o. acht rechteckige Türme verstärkt. Eine alte Straße führte von der Ebene zu einem Tor auf der östlichen Seite. Ein weiteres Tor befand sich in der südwestlichen Ecke und führte in Richtung Meer.

Es gibt viele Fundamente, Mauerreste, Treppen und eine alte Straße, teilweise erst vor wenigen Jahren durch Archäologen freigelegt, zu sehen. Zusätzlich immer wieder tolle Ausblicke in das Hinterland, über das ionische Meer und den Strand von Karavostasi.
Da die Ausgrabungsstätte wenig bekannt und auch nicht ausgeschildert ist, begegnet man hier oben kaum einem Menschen.

Wie auch schon im Vorjahr feiert Christian auch in diesem wieder seinen Geburtstag hier in Sofas. Wir haben in Perdika eine Geburtstagstorte organisiert, Eleni macht am Nachmittag Kaffee und alle sind zum Kuchenessen eingeladen.

Der Geburtstag ist schon der letzte Tag in Sofas. Uns hat es in Sofas wieder sehr gefallen. Diese Gegend bietet viel Abwechslung. Hohe Berge kleine Badebuchten mit viel Ruhe und das quirlige Treiben, vor allem am Abend, im Bergdorf Perdika oder der Marina von Sivota.

14.06.2007

Wir packen wir unsere Sachen und nehmen Abschied. Abends geht unsere Fähre von Igoumenitsa nach Ancona.

Am Samstag, den 16.06.2007, um 03:30 Uhr sind wir wieder zu Hause.

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