Italien Juni 2009

Reisebericht Italien (Ligurien) vom 29.05.-14.06.2009 …

Knapp zwei Monate nach unserem Toskanatrip im April fahren wir über Pfingsten wieder nach Italien.
Ziel ist diesmal Ligurien. Wir haben uns in einem kleinen Ort, Villa Guardia heißt er, ein kleines Häuschen gemietet. Die Ortschaft liegt in der Nähe von Imperia in den Bergen.

Freitag 29.06.09

Wie immer an solchen Terminen habe ich mir den heutigen Tag frei genommen. Als Maria von der Arbeit kommt, packen wir unser Auto und holen Christian von der Schule ab. Wir wollen heute schon los und in der Schweiz unsere Freunde besuchen, die wir letztes Jahr in Finikounda kennen gelernt haben. Leider stehen wir kurz vor der Österreichischen Grenze über eine Stunde lang im Stau. Gegen 20:00 Uhr kommen wir in Brambrüsch, einem kleinen Ort mitten in den Bergen in der Nähe von Chur, an. Wir werden schon sehnsüchtig erwartet und werden mit großen „Hallo“ begrüßt. Tobias und Christian toben sofort miteinander rum. Nach dem Abendessen sitzen wir noch lange bei einem Glas Wein, das Feuer knistert im offenen Kamin, und unterhalten uns.

Samstag 30.06.09

Am Morgen machen wir mit alle zusammen nach dem Frühstück einen Spaziergang in die Berge und kehren auf dem Rückweg in einer Hütte ein.


Eigentlich hatten wir geplant um 12:00 Uhr Richtung Italien weiterzufahren. Wir können uns jedoch nur schwer von Christina, Nick, Tobias und dem tollen Schweizer Bergpanorama losreißen. Gegen 14:00 Uhr fahren wir los. Es sollte sich noch als Fehler erweisen so spät gefahren zu sein. Nach relativ guter Fahrt über den San Bernadino, vorbei am Luganer See. Stehen wir, als wir aus den Bergen Richtung Meer fahren, ca. 100 Kilometer vor unserem Ziel, im Stau. Wir stehen und fahren, stehen und fahren, und stehen und stehen. Für die letzten 100 Kilometer brauchen wir fast vier Stunden. Völlig entnervt kommen wir in Villa Guardia an. Am Dorfplatz lassen wir unser Auto stehen und suchen nach unserer Beschreibung das Haus. Nach längerem Suchen haben wir es gefunden. Das Haus hat den hübschen Namen „Torre Rosso“. Es ist Teil einer ehemaligen Burg und liegt mitten in der Ortschaft an einem kleinen Platz. Im Erdgeschoss befindet sich die Küche, im 1. Stock das Schlafzimmer und das Wohnzimmer mit offenem Kamin und großer Fensterfront. Der zweite Stock besteht aus einer Dachterrasse und einem kleinen niedrigem Zimmerchen. Hier oben richten wir das Bett für Christian. Aber erst einmal heißt es alles Gepäck zum Haus über viele viele Treppen schleppen. Als wie alles oben haben kochen wir noch. Um Mitternacht essen wir endlich zu Mittag und gehen danach ins Bett
Wir sind gespannt wie die Gegend bei Tageslicht aussieht…

So sieht auf jeden Fall unser Wohnzimmer aus:

Sonntag 01.06.09

Am nächsten Morgen, wir schlafen etwas länger erkunden wir das Haus und die Ortschaft: Von der Dachterrasse hat man einen tollen Blick in die umliegende Landschaft und natürlich auf das Dorf. Villa Guardia ist ein Bergdorf und gehört zur Gemeinde Pontedassio. Die nächstgelegene größere Stadt ist, am Meer gelegen, Imperia. Dorthin kommt man mit dem Auto in ca. 15-20 Minuten. Villa Guardia kann nicht mit dem Auto befahren werden (außer mit einem sehr schmalen). Enge, teils steile Gassen mit vielen Treppen durchziehen die Ansammlung der Häuser. An einem großen Platz in der Ortschaft liegt eine alte große Kirche, eine von zweien in der Ortschaft. Schön klingt das Läuten dieser Glocken, zu dem sich auch immer das Glockengeläut der Nachbarkirchen aus den Ortschaften Villa Viani und Bestangno, mischt.
Um die Gegend ein bisschen besser kennen zu lernen, beschließen wir eine kleine Wanderung zu machen.

Nach dem Kartenstudium (Danke an den Vermieter für die Karte) und meines Wanderführers, fahren wir nach Molini di Prela, einer kleinen Ortschaft in der Nähe. Ca. einen Kilometer hinter dem östlichen Ortsausgang parken wir und laufen auf alten Maultierpfaden Richtung Prela Castello, einer kleinen burgähnlichen Ortschaft.

Immer weiter schlängelt sich der Weg den Berg hinauf und bietet uns tolle Ausblicke in die Ligurische Landschaft. Als wir den Gipfel des Monte Prati“ (784m) erreichen wird der Anstieg endgültig mit einem tollen Blick auf die Küste vor uns und die Seealpe hinter uns belohnt.

Der Höhenzug ist Weideland für ein paar Schafe. Zwei schöne weiße Hunde passen auf diese auf, ansonsten ist kein Mensch zu sehen. Wir setzen uns ins Gras und machen Picknick.
Einer der Hunde gesellt sich zu uns und legt sich zu unseren Füßen hin. Es ist angenehm warm.
Ab hier führt unser Weg nur noch bergab. Am Spätnachmittag erreichen wir unser Auto.

Montag 02.06.09

Heute trödeln wir ein bisschen in den Tag. In unserer Ortschaft habe ich erfolgreich Brötchen kaufen können. Gegen Mittag erkunden wir die nähere Umgebung. An der Kirche vorbei laufen wir durch einen Olivenhain am Hang entlang.
Auch heute scheint die Sonne und es ist wunderbar warm. Da wir noch Vorräte einkaufen müssen, fahren wir nach unserem Spaziergang Richtung Imperia. Im Industriegebiet vor Imperia gibt es einen „Bennet“, einen gigantisch großen Supermarkt mit einer super Fischabteilung. Am Abend fahren wir nach Imperia und trödeln an der Hafenpromenade entlang. Für Christian gibt es, nachdem wir ca. eine halbe Stunde eine Eisdiele gesucht haben, ein großes Eis. Ich bezahle. Als ich mich umdrehe liegt Christians Eis am Boden…

Dienstag 03.06.09

Wir schlafen lange und treiben in den Tag. Die Dachterrasse eignet sich hervorragend zum Sonnenbaden. Nachmittags gehen wir auf Erkundungstour oberhalb der Ortschaft. Auf einem schmalen Pfad geht es stetig bergauf. Der Weg wird von einem kleinen Bächlein begleitet. Bei einem großen Kirschbaum ist es mit unserem Erkundungsdrang vorbei –die Kirschen sind einfach zu lecker. Gegen Spätnachmittag werfe ich zum ersten Mal den Grill auf der Terrasse an. In der Spätnachmittagssonne gibt es ein herrliches Menü.

Mittwoch 04.06.09

Heute starten wir am späten Vormittag zu einem Spaziergang Richtung Nachbarort. Es ist dies der Ort, auf der anderen Talseite, den man von unserer Dachterrasse aus sieht.

Der Weg führt uns teils über fast unbefahrene kleine Straßen, teils über Trampelpfade und läuft ohne große Steigungen um den Taleinschnitt der Dörfer „Villa Guardia“, „Villa Viani“ und „Bestagno“.
Von “unserem Dorf“ aus folgen wir der Straße aufwärts, bis wir nach „Viani“ kommen. „Viani“ ist ein hübscher kleiner Ort, mit einem kleinen „Alimentari“. Durch Olivenhaine schlängelt sich der Weg weiter nach oben und umrundet dabei den Taleinschnitt. Die Olivenhaine wechseln sich mit gelb blühenden Ginster-Hängen ab. Nach ca. zwei Stunden erreichen wir „Bestagno“. Nach einer Besichtigung des kleinen hübschen Bergdorfes, schlagen wir uns, quer-feld-ein laufend nach „Villa Guardia“ durch.

Donnerstag 05.06.09

Heute wollen wir einen größeren Ausflug unternehmen. Wir fahren durch die Berge nach „Carpasio“. Allein die Fahrt ist schon eine Reise wert. Die schmale Straße schlängelt sich die Berge hoch und bietet traumhafte Ausblicke. Teilweise sind wir über den Wolken. Auf der Fahrt nach „Carpasio“ begegnet uns kein Auto, obwohl wir über 30 Minuten unterwegs sind.

Kurz vor unserem Ziel schwingt sich die Straße über einen Berggrat, um dann steil nach „Carpasio“ hinab zu führen. Die Ortschaft liegt hübsch eingebettet in einem steilen bewaldeten Talkessel. Wir parken am Ortseingang an einer kleinen Kapelle und queren den Ort. Von hier aus wollen wir in einer kleinen Wanderung die Gegend erkunden und zu den Ruinen von „Trunette“ laufen. Was das genau ist weiß ich auch nicht genau. Wir wollen uns überraschen lassen.
Der Weg läuft wunderschön durch lichten Laubwald an uralten Maronenbäumen vorbei auf der linken Talseite. Im Bogen umlaufen wir das Talende und stoßen auf die besagten Ruinen, die sich als Enttäuschung entpuppen. Mitten im Wald stehen ein paar alte zerfallene Bauernhäuser. Wesentlich beeindruckend ist aber der Bachlauf, der hier bei den Ruinen plötzlich in einer schmalen tiefen Spalte im Boden verschwindet. Ein tolles Naturwunder! Unser Weg führt uns an dieser Spalte entlang bis der Wald später zurücktritt und wir über eine alte Steinbogenbrücke wieder „Carpasio“ erreichen.

Da unsere Unternehmungslust noch nicht gestillt ist, queren wir erneut den Ort und gehen an unserem Auto vorbei in die andere Richtung am Hang entlang. Auf dieser Seite ist der Berg nicht so dicht bewaldet. Daher bietet sich hier eine tolle Aussicht in das vor uns liegende Tal.

Wir kommen an einer kleinen Kirche „Madonna di Cazzine“ und zahlreichen verfallenen kleinen Häuschen vorbei, die von der hier wohl mal herrschenden Landflucht zeugen. Nachdem wir auf diesem Weg ca. eine Stunde gelaufen sind kehren wir jedoch um und laufen zum Auto zurück.
Den Tag lassen wir auf wieder auf unserer Dachterrasse ausklingen. Nachdem Christian im Bett ist sitzen wir hier noch lange. Der Vollmond kriecht langsam am gegenüberliegenden Bergrücken entlang …

Freitag 06.06.09

Nach dem Frühstück fahren wir nach „Riva Ligure“, einem kleinen Ort am Meer. Wir erkunden die Ortschaft und beschließen in ein paar Tagen zum Baden wieder hierher zu kommen. Im Anschluss fahren wir nach „Taggia“. Diese Ortschaft liegt in einem breiten Flusstal, dem „Argentina-Tal“. Markant sind hier zwei Brücken. Zum einen direkt bei der Ortschaft, eine alte Steinbrücke, zum anderen die große Autobahnbrücke die hoch oben das gesamte Tal überspannt.

„Taggia“ selbst ist wirklich sehenswert. Die Mittelalterliche, etwas marode wirkende Ortschaft wird von einem Labyrinth an Gassen und Treppen durchzogen, die nur zu Fuß zu erkunden sind.

Später fahren wir noch weiter. Wir wollen zur Ortschaft „Triora“, zum sogenannten Hexendorf. Diese Ortschaft ist der eigentliche Grund, dass wir auf diese Gegend hier in Norditalien aufmerksam geworden sind. Im Internet hatten wir schon zu Hause Bilder und eine Beschreibung der Ortschaft gelesen. Das sogenannte „Hexendorf“ liegt pittoresk auf einem Bergsporn oberhalb des „Argentina-Tals“. Es galt im Mittelalter als Heimstatt für Hexen und übersinnlichem Zauber. Wir brauchen von „Taggia“ etwa eine halbe Stunde, parken das Auto und erkunden den Ort. Am Ortseingang gibt es ein kleines Museum, das jedoch eher einem Souvenirladen ähnelt und uns somit nicht zum Besuch reizt. Eng geht es durch die Gassen des Ortes stetig nach oben. Im Jahr 1587, dem Höhepunkt des Hexenwahns, wurden hier in „Triora“ bei einem brutalen Inquisitionsprozess 30 Frauen aus dem „Argentina-Tal“ zu Tode gefoltert. Um die dunklen Kräfte in Zaum zu halten errichtete man anscheinen viele Kirchen und Kapellen in „Triora“. Zehn sind es an der Zahl. Viele Häuser sind heute leider verfallen oder zumindest in sehr schlechtem Zustand. Einige jedoch werden auch bewohnt. Insgesamt jedoch sind wir von „Triora“ ein bisschen enttäuscht. Einzig die tolle Landschaft rings herum entschädigt für die lange Fahrt.
Auf dem Rückweg wollen wir in der Nachbarortschaft „Molini Triora“ zum Essen gehen. Leider macht das Lokal, das uns im Reiseführer empfohlen war, erst um 20:00 Uhr auf und jetzt ist es 18:30 Uhr. Ein gutes Menü währe jetzt nach dem langen Tag das richtige. Tja, leider müssen wir unverrichteter Dinge weiterfahren. Da es bis zu unserem „Torre“ ca. 60 Kilometer sind fahren wir durch und Essen zu hause.

Samstag 07.06.09

Beeindruckt durch die grandiose Landschaft des Hinterlandes, haben wir beschlossen heute wieder eine Wanderung zu machen. Über „Pieve di Tecco“ und „Mendatica“ fahren wir nach San „Bernado di Mendativa“ am Colla Bernardo. Allein die Fahrt dorthin ist wieder ein landschaftliches Erlebnis.

Am Colla Bernardo, hier gibt es nur ein paar Häuser und eine bewirtschaftetes „Refugio“, lassen wir unseren Wagen zurück und beginnen unseren Aufstieg auf dem Alpenwanderweg „Via Alpina“. Steil schlängelt sich der schmale Pfad durch dichten Laubwald den Berg hinan. Irgendwie macht mir der plötzliche Höhenunterschied, von beinahe null auf über 1000 m, heute schwer zu schaffen. Nach wenigen Minuten haben mich Maria und Christian abgehängt. Nach etlichen Verschnaufpausen und ziemlich hohem Puls erreichen wir nach einer Stunde eine kleine Alm („Mageritha Garlenda“). Von hier aus sehen wir was noch vor uns liegt und am liebsten möchte ich umkehren … Es geht weiter steil bergauf immer durch Mischwald der aber bald Hochgebirgsbewuchs weicht. Etliche Schneefelder, die hier auf der sonnen abgewandten Seite „überlebt“ haben, müssen wir überqueren und obwohl wir ziemlich ins Schwitzen gekommen sind, sind wir froh unsere warmen Jacken angezogen zu haben.
Ca. 30 Minuten später erreichen wir den „Colle Carvetta“, einen kleinen Bergsattel. Von hier oben eröffnet sich ein grandioser Blick Richtung Süden. Bei strahlendem Sonnenschein können wir bis zum Meer blicken, das gute 30 Kilometer entfernt liegt und über die gesamte teils schneebedeckte ligurische Seealpe. Hinter uns liegt der „Monte Saccarello“, mit 2200m der höchste Punkt Liguriens.

Nach einer kurzen Pause geht es weiter bergauf. Nach weiteren 30 Minuten erreichen wir den Gipfel des „Monte Garlenda“ (2141m). Fast 1000 Höhenmeter sind wir bis hierher gegangen.

Ab jetzt geht es nur noch bergab. Über den „Passo di Fonte“, an dem die Ruinen eines alten Forts aus dem 1.Weltkrieg liegen geht es im weiten Bogen abwärts und zum Auto zurück. Auf der ganzen Wanderung ist uns kein Mensch begegnet. Nur ein paar Ziegen haben wir in dieser traumhaften Einöde getroffen.
Glücklich über diesen tollen Tag fahren wir zu unserem Refugium zurück und genießen den Abend bei einer Flasche Wein auf unserer Dachterrasse.

Sonntag 08.06.09

Maria will endlich Baden!!
Wir fahren nach „Riva Ligure“, dem Ort den wir vor ein paar Tagen schon erkundet hatten und verbringen hier den Tag mit Faulenzen. Lesen und Ballspielen. Auf dem Rückweg holen wir uns in unserem Lieblingssupermark noch Vorräte. Heute Abend wird wieder gegrillt.

Montag 09.06.09

Faul am Meer liegen ist nicht meine Welt. Unbedingt möchte ich den „Sentiero degli Alpini“ laufen.
Der „Sentiero degli Alpini“ ist ein stellenweise spektakulär in den Fels gehauener Versorgungsweg aus dem zweiten Weltkrieg. Er führt von der „Colla Melosa“ am Ende des „Nervia-Tals“ auf den 1973 m hohen Monte Toraggio.
Wir brechen bald auf. Die Strecke die ich wähle ist als besonders landschaftlich schön in unsere Karte eingezeichnet und führt von „Pieve di Tecco“ über „Rezzo“ und „Molini di Triora“ nach „Colla Melosa“. Über mehrere Berge windet sich diese spektakuläre Passstraße, die oft nicht sehr viel breiter ist als unser Auto. Während der fast zweistündigen Fahrt begegnet uns lediglich ein Auto. Traumhaft sind auch hier wieder die Landschaft und die Ausblicke die man von dieser Passstraße aus hat.
Angekommen am Refugio „Refugio Allavena“ auf dem „Colla Melosa“ empfängt uns dichter Nebel. Da wir jedoch so weit gefahren sind und nicht unverrichteter Dinge wieder umdrehen wollen, beschließen wir unseren ursprünglichen Plan bei zu behalten.
Wir schnüren die Wanderschuhe und ziehen los. Zunächst geht es auf einer relativ breiten Forststraße bergauf, bis unser weg plötzlich links abzweigt. Weg ist übertrieben. Es handelt sich vielmehr um eine schmalen Pfad im Fels, der durch Stahlseile gesichert ist.

Christian wird vergattert, wie er sich auf diesem Weg zu verhalten hat und los geht’s. Später ändert sich der Weg.
Er ist jetzt in den Felsen hineingehauen, teilweise ähnelt er einem Gang im Felsen. Immer wieder gibt es Stellen die mit Seilen gesichert sind und die wir vorsichtig überwinden müssen. Immer wenn der Nebel aufreißt sehen wir wo wir uns eigentlich bewegen: es bieten sich geradezu dramatische Ausblicke in die Felsschlucht „Gola dell’Incisa“ und sanfte Almwiesen unterhalb des Gipfels.

Der Weg ist wirklich spektakulär. Durch Überhänge und Galerien geht es immer im/am/auf dem Fels entlang.
Mein GPS ist leider nicht in der Lage den kompletten Weg mitzuloggen, weil der Weg teilweise so tief in den Fels gesprengt ist, dass man einfach keinen Satellitenempfang mehr hat.
Nach ca. 2:15 Std. kann man aus dem „Sentiero degli Alpini“ aussteigen. Es zweigt ein Weg nach rechts ab. An dieser Stelle machen wir ein kleines Picknick und beschließen auf Grund des schlechten Wetters zum Sattel des „Monte Toraggio“ aufzusteigen, zumal der spektakuläre Teil des „Sentiero degli Alpini“ hier endet. Ab dem Sattel gehen wir dann gemächlich auf dem breiten „Alta Via Dei Monti Liguri“ durch schöne Lärchenwälder zum „Refugio Allavena“ zurück. Das Wetter ist wieder etwas besser geworden, trotzdem sind wir die einzigen die auf dem Parkplatz vor dem „Refugio“ stehen.
Die Rückfahrt gestalten wir etwas schneller: Wir fahren von „Molini di Triora“ zur Küste und gehen bei „Taggia“ auf die Autobahn. Am Abend belohnen wir uns mit viel Pizza und Wein in einer Pizzeria in „Pontedassio“
Ein erlebnisreicher Tag liegt wieder hinter uns.

Dienstag 10.06.09

Dieser Diensttag ist wieder ein Bummeltag. Wir liegen faul auf unserer Terrasse, spielen Gesellschaftsspiele, lesen, kochen und lassen es uns gut gehen. Am Abend juckt es uns jedoch wieder in den Beinen: Um 17:00 Uhr fahren wir auf der Straße hinter „Villa Viani“ weiter bergauf, lassen das Auto stehen und steigen auf schmalem Pfad weiter bergan. Die Abendsonne taucht die Landschaft in ein warmes Licht.

Am Horizont grüßen die Berge der ligurischen Seealpe und überall blüht der gelbe Ginster. Nach ca. einer Stunde haben wir den höchsten Punkt, den „Monte Acquarone“, erreicht.
Unter uns „segeln“ die Schiffe zwischen Horizont und Meer. Nach kurzem Abstieg besuchen wir noch die kleine Kapelle „La Madonna del Monte Acquarone“ unterhalb des Berges. Auf gleichem Weg gehen wir zurück. Um ca. 20:00 Uhr sind wir wieder zu Hause.

Mittwoch 11.06.09

Nach dem Frühstück fahren wir nach „Leiguelia“, einem kleinen Städtchen östlich von Imperia gelegen. Maria meint es währe Zeit endlich von Wanderurlaub auf Badeurlaub umzuschwenken.

Der Ort empfängt uns mit viel Rummel.
Der Strand ist gut belegt und ich brauche einige Zeit, bis ich einen Parkplatz finde. Leider sind auch hier am Strand lauter „Bagni“, die Bezahlstrände mit Bademeister. Nach etwas Suchen finden wir jedoch auch ein schmales Stück öffentlichen Strandes.

Hier verbringen wir den Tag bis zum frühen Nachmittag. Am Abend fahren wir nach dem Abendessen zur Kapelle „La Madonna del Monte Acquarone“, an der unser gestriger Abendspaziergang endete. Von hier aus starten wir zu unserem heutigen „Verdauungsspaziergang“. Nach ca. einer halben Stunde zieht sich plötzlich der Himmel zu und Nebel wabert um uns herum. Wind geht und es ist plötzlich feucht und kalt. Wie gut, dass wir unsere Jacken dabei haben. Wir gehen bis zum „Monte Prati“ auf dem wir schon auf unserer Wanderung am 01.06.2009 waren.

Auf gleichem Weg geht es dann bei dichtem Nebel zurück, und es ist gar nicht so einfach bei diesen Lichtverhältnissen den richtigen Weg zu finden.

Donnerstag 12.06.09

In „Ventimiglia“ gibt es jeden Freitag einen, bis über die Landesgrenze bekannten, großen Markt. Selbst aus dem benachbarten Frankreich sollen die Besucher freitags kommen. Also fahren auch wir heute nach „Ventimiglia“.
Die Fahrt dorthin dauert gute 45 Minuten. Die Stadt ist gnadenlos verstopft. Es geht nur im Schritttempo voran, keine Parkplätze und Menschenmassen… Nach einer halben Stunde habe ich endlich einen Parkplatz etwas außerhalb des Zentrums gefunden. Wir lassen uns durch die Marktstände treiben. Leider hatte ich etwas anderes erwartet. Ich dachte, und so war es auch beschrieben, dass hier ein großer Trödelmarkt statt fände. Statt dessen reihen sich Klamottenstände an Klamottenstände und an Stände mit allem möglichen ostasiatischem Tand.
Der Markt ist riesig, genauso wie der Ansturm. Das einzig sehenswerte ist jedoch die hübsche Altstadt von „Ventimiglia“ und die große Markthalle, in der es alles gibt was das kulinarische Herz begehrt.
Am Nachmittag nehmen wir auf der Rückfahrt noch ein kurzes Bad am Strand von „Porto Maurizio“ (kein Highlight).
Nach dem Abendessen machen wir wieder einen Spaziergang, sehr zum Protest von Christian, auf der Hochfläche, wie die Abende vorher. Hier oben lässt sich, bei tollem Ausblick und etwas Bewegung, einfach am Besten die Abendsonne genießen.

Freitag 13.06.09

Heute ist Packtag. Wir bummeln deshalb morgens etwas rum, gehen noch mal nach Potedassio zum Einkaufen, besuchen eine Ölmühle und kaufen auch dort noch ein paar Reisemitbringsel.
Zwischen rein packen wir schon ein paar Sachen zusammen.
Am Abend wollen wir in „Pieve de Teco“ in einem Restaurant unseren Urlaub beschließen. Leider wird daraus nichts -das Restaurant hat zu -Ruhetag. Außer Spesen nichts gewesen wir fahren nach „Pontedassio“ zurück und gehen zu unserem „Lieblings-Pizzabäcker-Italiener“.

Samstag 14.06.09

Wir packen unsere restlichen Sachen und putzen „unseren Torre“. Während Maria den Großteil der Reinigungsarbeiten durchführt, trage ich alles die vielen Stufen zum Auto und verstaue alles.

Gegen 11:30 Uhr sind wir endlich fertig und rollen Richtung Heimat. Chio „Villa Guardia“, Chio bella „Liguria“.
Die Rückfahrt nach Deutschland geht wesentlich flotter als auf der Hinfahrt. Um 21:00 Uhr sind wir zu hause. Ein ereignisreicher Urlaub liegt wieder hinter uns.

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