Am Gipfel des Monte Cinto

Korsika August/September 2015

Korsikarundreise im August-September 2015

Heute ist unser 21. Urlaubstag auf Korsika, -eigentlich schon unser 35., denn wir sind dieses Jahr bereits zum zweiten Mal auf dieser spektakulär schönen Insel. Endlich habe ich beschlossen unseren diesjährigen Reisebericht zu schreiben …

Freitag, 14.08.2015

Am Abreisetag fahren wir noch bis zu „unserem“ Übernachtungsplatz in Bonaduz in der Schweiz, wo wir auch in den Pfingstferien übernachtet haben.
Unsere Fähre nach Korsika legt erst am Sonntag ab, wir haben also genügend Zeit.

Samstag, 15.08.2015

Wir haben beschlossen heute auf jeden Fall über die Grenze nach Italien zu fahren und hinter Lugano irgendwo zu übernachten. Gesagt getan …
Trotz des heutigen Feiertags ist erstaunlich wenig Verkehr. Wir kommen also flott voran und sind schon bald an Mailand vorbei.
Während der Fahrt schauen wir nach geeigneten Stellplätzen in unserem WoMo-Bordatlas. Die Wahl fällt auf den Ort Acqui Terme in der Provinz Alessandria, Region Piemont. Dieses Städtchen liegt nicht allzu weit abseits unserer Route und wir können von dort relativ schnell Savona mit unserem Fährhafen erreichen.
Am frühen Nachmittag kommen wir in Acqui Terme an. Der avisierte Stellplatz liegt zentrumsnah am Ufer des Flusses Bormida unter hohen Bäumen und bietet für 8,– € Ver-und Entsorgung, inklusive Strom (GPS-Koordinaten N44°39’55.6″ E8°28’14.1″).

Die Stadt, so können wir unserem Italienreiseführer entnehmen, ist wegen ihrer heißen schwefelhaltigen Thermalquellen bekannt, von denen eine im Stadtzentrum liegt. Außerdem wird hier der Rotwein Babera d’Asti angebaut.
Wir machen uns schnell zu Fuß auf, um die Stadt zu erkunden. Den Hauptplatz mit der Thermalquelle La Bollente im Zentrum der Stadt ist schnell gefunden.

Ein Türmchen in Form eines Achtecks gebaut aus dem Jahr 1879 fasst die Quelle und spendet ca. 75 °C heißes Thermalwasser.

Zu sehen gibt es außerdem noch die Kathedrale Santa Maria Assunta aus dem Jahr 1067. Sie beherbergt einen Altar im Barockstil und ein Triptychon der Madonna del Monserrato. Leider ist sie jedoch geschlossen, ebenso wie auch die Burg Castello dei Paleologi, oberhalb der Stadt.

In der Nähe des Stellplatzes finden wir eine Eisdiele, die uns für unser Abendessen den Nachtisch „liefert“. Neben der Eisdiele befindet sich ein kleiner Alimentari, in dem ich versuchen werden morgen früh Panini zu kaufen.

Sonntag, 16.08.2015

Nach dem Frühstück, die Brötchen konnte ich organisieren, fahren wir durch die Berge Richtung Savona. Die Strecke ist landschaftlich sehr reizvoll und es gibt viele, kleine, hübsche, landwirtschaftlich geprägte Ortschaften.
Knapp zwei Stunden später erreichen wir den Hafen von Savona. Die Fährte geht um 14:30 Uhr. Wir reihen uns also in die schon vorhandene Schlange der Wartenden ein.

Das Schiff kommt nicht nur pünktlich sondern legt auch pünktlich ab. Nach jahrelangen Erfahrungen mit griechischen Fähren ist diese Pünktlichkeit fast etwas befremdlich für uns. Die Überfahrt verbringen wir Karten spielender Weise in einer der Bars. Um 20:00 Uhr legt die Fähre in Bastia an.
Unser erstes Ziel ist der Campingplatz in Santa Lucia di Moriani, den wir schon von unserem Pfingstaufenthalt her kennen (www.upunticchiu.com, GPS-Koordinaten N42°23’26.8″ E9°31’48.5″).
Der Platz ist gut besucht. Trotzdem bekommen wir fast am Strand einen Platz. Um kurz nach 21:00 Uhr sitzen wir im zugehörigen Strandrestaurant und lassen uns jeder ein große Pizza schmecken …

Montag, 17.08.2015

Nach dem Aufstehen drehen wir erst einmal eine Joggingrunde am Strand. Den Rest des Tages verbringen wir am Stand und faulenzen ein bisschen.

Christian schaut immer mal wieder sehnsüchtig den Jetskifahren zu, die in einiger Entfernung übers Wasser jagen. In der Nähe ist eine Jetski-Vermietstation. Selber würde ich auch mal ganz gerne wieder fahre … Am Spätnachmittag überrasche ich Christian mit einer Fahrt auf einem dieser Wassermotorräder. Ein nicht ganz billiger Spaß, aber eben Spaß…

Vorher haben Maria und ich noch einen Supermarkt gesucht, sind jedoch, wie sich aber erst am Ende des Urlaubs herausstellen sollte, in die völlig falsche Richtung gelaufen.
Am Abend gehen wir wieder in unserem Lieblings- Strandbar-Restaurant essen. Heute gibt es leckere Spaghetti Frutti di Mare …mh –lecker!!…

Dienstag, 18.08.2015

Nach dem Frühstück packen wir unsere Sachen zusammen und bezahlen. Wir wollen nach Corte, der „heimlichen Hauptstadt“ Korsikas.
Zunächst fahren wir ein kleines Stückchen Richtung Bastia zurück, kaufen unterwegs noch ein paar Vorräte ein und biegen dann links ab den Bergen entgegen.
In Corte wollen wir auf den Campingplatz Chez Bartho, entscheiden uns dann jedoch für Camping L’alivetu (www.camping-alivetu.com, GPS-Koordinaten N42°17’56.0″ E9°08’57.8″), da die Zufahrt zum erstgenannten Platz über eine Brücke mir zu schmal für unser WoMo erscheint.

Nachdem wir uns eingerichtet haben erkunden wir die malerische Altstadt Cortes mit ihren engen, steilen Gässchen zwischen den schiefergedeckten Häusern. Zunächst zieht es uns in Zentrum auf den zentralen Platz, den Place Gaffori.
Der Widerstandskämpfer Gianpietro Gaffori, der den Widerstand gegen die Besatzer aus Genua organisierte ist in Corte allgegenwärtig. Von den einstigen Kämpfen zeugen noch heute die Einschusslöcher in den Hauswänden.

Danach besuchen wir die Zitadelle von Corte. Sie ist die einzige größere militärische Festung im Landesinnern.

Bereits im 9. Jahrhundert wurde der Felsvorsprung befestigt. Gebaut wurde die Burg jedoch erst 1419 unter dem korsischen Abenteurer Vincentello d’Istria, Vizekönig von Aragonien.
Besonders beeindruckt hat uns hier das sogenannte „Adlernest“, die Südspitze des Felssporns, das hoch über der Stadt thront und von wo aus man einen wunderbaren Blick hat. Im Innern der Zitadelle gab es ursprünglich kleine Häuser und eine Kapelle. Im Laufe der Zeit wurde jedoch die Burg mehrmals umgebaut und wurde so zu einer Kaserne.
Die militärischen Gebäude boten zunächst der Garnison Unterkunft und wurden anschließend zu einem Gefängnis für politische und auch Kriegsgefangene umgebaut.
Von 1962 bis 1983 war die Fremdenlegion auf der Zitadelle stationiert. Seit ihrem Abzug gehört das Gelände der Stadt Corte.
Interessant ist nicht nur die Burg sondern auch das korsische Völkerkundemuseum, das wir ebenfalls besuchen.
Im Anschluss setzen wir uns am zentralen Platz in ein Café. Leider regnet es leicht. Und so warten wir hier bis dieser Regen vorbeizieht.

Zurück am Wohnmobil machen wir uns es unter unserer Markise gemütlich. Leider bleibt das Wetter diesen Abend unbeständig…

Mittwoch 19.08.2015

Frühstück in der Morgensonne – wie schön! Sightseeing ist ok, wir sind aber in die korsischen Berge zum Wandern gefahren! Daher schnüren wir unsere Wanderstiefel. Eine Wanderung aus unserem Rother Wanderführer für Korsika hat den Untertitel „Maultierpfad zur Brücke über den Tavignano“. Das hört sich gut an.

Das Tavignanotal im Herzen des Parc Naturel régional de Corse ist eines der schönsten Gebirgstäler Korsikas. Es handelt sich hierbei um eine von tiefen Felsen eingekesselte Schlucht, in der der Tavignano fließt. Am Fluss ergibt sich immer wieder die Möglichkeit in sogenannten Gumpen (Felsenbecken) ein Bad zu nehmen.
Landschaftlich ist die Strecke sehr reizvoll und vor allem ruhig –Natur pur. Empfehlenswert ist ein Bad in dem eiskalten und glasklaren Wasser des Travignano -Flusses.

Der Weg folgt einem Teilstück des Fernwanderwegs Korsika Mare a Mare Nord. Wir gehen zunächst ein Stück auf der Straße unterhalb der Zitadelle von Corte. Dann zweigt der Weg links ab und führt uns auf einem alter Eselspfad hoch über dem Tavignano durch die Gärten von Corte. Stetig aufsteigend geht es tief in das ursprüngliche Tal. Hinter uns liegt Corte mit seiner hoch aufragenden Zitadelle. Ein schöner Anblick, ebenso wie der Ausblick in das tief unter uns liegende enge Tal. Die Luft duftet herrlich nach Macchia. Unterwegs kommen wir an einer Quelle vorbei. Es ist ordentlich warm und so muss Ella erst einmal in einem der vielen Felsbecken ein Bad nehmen.
Unser Weg endet an einer Brücke über den Tavignano. Hier kann man in etlichen Badebecken herrlich baden und auf den Felsen in der Sonne liegen. Die Gelegenheit lassen wir uns nicht entgehen, unsere Badesachen haben wir schließlich dabei.

Zurück geht es auf dem gleichen Weg, was nicht langweilig ist, da sich völlig neue Blickwinkel ergeben.

Zurück am Campingplatz liegen rund 15 anstrengende Kilometer hinter uns, -anstrengend, da es heute doch ordentlich heiß war.
Schnell werfen wir unseren Grill an und lassen es uns schmecken.
Wir planen den morgigen Tag …

Donnerstag 20.08.2015

Wir brechen auf. Das nächste Ziel liegt nur ein paar Kilometer entfernt. Es ist der Campingplatz Tuani (www.campingtuani.com, GPS-Koordinaten N42°16’29.2″ E9°06’23.3″) im Restonica-Tal bei Corte.
Das Restonica-Tal bei Corte, im Parc Naturel régional de Corse, ist wohl eines der bekanntesten Wandergebiete Korsikas. Graue Bergwände, strahlend weiße, runde Findlinge, der klare rauschende Gebirgsbach Restonica, breite, glatte Felsplatten und dazwischen immer wieder wuchtige korsische Schwarzkiefern, sattgrüne Büsche und Sträucher, machen das tiefe Tal zum abwechslungsreichen Erlebnis. Der naturnahe Campingplatz liegt wunderschön direkt am Fluss unter großen Schwarzkiefern.
Wir finden einen Platz im Halbschatten für unser WoMo und sind froh, dass wir Solarkollektoren auf dem Dach haben. Es gibt nämlich keinen Strom auf diesem Platz …

Den restlichen Tag vertrödeln wir. Christian erkundet das Flussbett und wir die Gegend um den Campingplatz. Ansonsten liegen wir faul in der Sonne …
Ein Problem haben wir jedoch mit unserer für morgen geplanten Wanderung. Laut Beschreibung des Wanderführers fährt vom Campingplatz in der Hauptsaison ein Linienbus bis zum Talende. Dies ist die einzige Möglichkeit, da die Straße ab Campingplatz für KFZ breiter als 1,9 m gesperrt ist. Unser WoMo ist 2,30 m breit. An der Rezeption wird uns erklärt, dass die Hauptsaison bereits vorbei sei (Hallo wir haben den 19. August und die Hauptsaison ist vorbei??). Nun gut was tun?

Freitag 21.08.2015

Um sechs Uhr klingelt der Wecker. Wir machen uns „wanderfertig“ und frühstücken.
Punkt 08:00 Uhr stehen wir auf der schmalen Straße. Wir stehen noch keine fünf Minuten, drei Motorräder haben uns passiert, als ein kleiner Bus um die Kurve kommt. Sofort halte ich den Daumen raus. Der Bus stoppt, wir steigen nach kurzer Verhandlung ein und sind unterwegs. Holla das ging ja flott. Es sind noch genau drei Plätze frei. Bei den anderen Passagieren handelt es sich um eine dänische Reisegruppe, die ein paar Kilometer später aussteigt. Uns bringt der Fahrer des Taxibusses bis zum Ausgangspunkt unserer heutigen Wanderung und wir vereinbaren auch noch eine Abholzeit.
Die heutige Wanderung ist ein Muss für jeden Korsika-Wanderer. Vom Parkplatz aus laufen wir in ca. einer Stunde bergauf zum Lac de Melo. Hier gibt es zwei Wege, einer, ein kleiner Steig ist etwas kürzer, der andere etwas länger und dafür bequemer. Wir schlagen den kurzen ein. Der Steig ist unspektakulär es geht mittels zweier Leitern über eine Felskante. Der Lac de Melo, ein ehemalige Gletschersee, liegt in 1711 Meter Höhe, fast kreisrund und glasklar, eingerahmt von sattgrünen Sumpfwiesen auf der einen und steilen, schneebedeckten Felswänden auf der anderen Seite, auf der vorletzten Stufe des Talschlusses. Nach Norden hat man einen atemberaubenden Blick zurück in das Restonica-Tal.

Hier machen wir kurz Pause und lassen das Panorama und die Ruhe auf uns wirken.
Vom Lac de Melo aus wandern wir, steil aufsteigend weiter zum Lac de Capitello (ca. 45 Min).

In unserem Wanderführer heißt es: „ Kein Bergsee Korsikas ist derart dramatisch von Felstürmen und Schneefeldern eingefasst, wie der Capitellosee, der deshalb von vielen als der schönste See Korsikas bezeichnet wird. Der Gletschersee ist mit seinen 40 Metern der tiefste der Insel und liegt so hoch (1930 Meter), dass er im Durchschnitt acht Monate im Jahr zugefroren ist.
Jetzt im Hochsommer gibt es keine Schneefelder mehr, aber spektakulär liegt der See, eingerahmt von steilen Felswänden, unter uns. Auf einem Felsplateau machen wir eine kurze Pause, essen unser Baguette und sind sofort umringt von lauter Bergdolen, die glücklich sind, dass wir unser Baguette mit ihnen teilen…
Durch eine sehr steile Rinne führt uns der weitere Weg in knapp 50 Min. zur Breche de Capitello, einem Bergsattel.
Ab hier wandern wir auf schmalem Pfad auf dem Bergkamm bzw. knapp davor oder dahinter Richtung Bocca a Soglia, einem weiteren Bergsattel. Auf diesem Teil des Weges hat man einen besonders tollen Ausblick. Der Blick schweift bis zur Westküste bei Porto.
An der Bocca a Soglia steigen wir wieder ab. Bis wir erneut den Lac de Melo erreichen. Im Vergleich zum frühen Vormittag ist jetzt hier die „Hölle“ los. Menschenmassen bevölkern den See. Viel Menschen begegnen uns auch auf dem weiteren Rückweg. Wir wundern uns mit welchem Schuhwerk manche Leute in die Berge gehen …
Unterwegs fordern zwei Esel Streicheleinheiten von uns.

An der Bergerie de Melo, machen wir noch eine kurze Rast und sehen uns den „Kühlschrank“ im Inneren der Bergerie an.

Zurück am Parkplatz besuchen wir die Fromagerie des Grotelle, eine Sennerei, mit vielen Schafen und Ziegen.

Hier sehen wir beim Melken der Schafe und der Herstellung von Käse zu, essen eine Kleinigkeit und verbringen die restliche Zeit bis zur Abfahrt unseres Taxis.

Die Tageserlebnisse lassen wir heute beim Pizzaessen am Campingplatz Revue passieren.

Ein toller Wandertag neigt sich dem Ende und rechtschaffen müde gehen wir zu Bett.

Samstag 22.08.2015

Wir verlassen das Restonica-Tal. Über Corte fahren wir nach Lozzi, einer Ortschaft oberhalb des Stausees Lac de Calacuccia.
Die Gegend gehört zum Niolo und ist bei Wanderern und Bergsteigern sehr beliebt, denn hier liegen die höchsten Berge Korsikas.
Wir fahren über die spektakuläre Scala di Santa Regina. Nicht nur die Schlucht ist spektakulär, sondern auch die Straße, die aus dem späten 19. Jahrhundert stammt und ganze 500 Höhenmeter auf nur 15 Kilometern überwindet. Sie bietet oft nur Platz für eine Fahrzeugbreite. Bei Gegenverkehr muss man sich arrangieren und hoffen, dass eine der Ausweichbuchten in der Nähe ist … Mit einem großen Wohnmobil wäre ich hier wahrscheinlich nicht entlang gefahren. Die schmale Schlucht ist der östliche Eingang zum Niolo. Ihre massiven Granitvorsprünge und überhängenden Felsen gaben der Schlucht ihren Namen „Treppe der Heiligen Königin“. Der Legende nach soll die Jungfrau Maria das tiefe Tal als Fluchtweg in den Berg geschlagen haben, um dem Heiligen Martin beim Kampf gegen den Teufel zu helfen. Ein uralter Maultierpfad führt Wanderer durch die Schlucht.
Ok, Legenden … das Tal wurde natürlich vom Fluss Golo in den Granit gefräst, der talaufwärts zur Stromgewinnung im Lac de Calacuccia gestaut wird.
Oberhalb von Lozzi gibt es zwei Campingplätze, die als Ausgangspunkt für eine Bergtour auf den Monte Cinto, den höchsten Berg Korsikas, ideal gelegen sind.
Wir entscheiden uns für den Campingplatz Camping U Monte Cinto (www.camping-montecintu.com, GPS Koordinaten N42°20’57.3″ E9°00’35.7″).

Der naturnahe Platz bietet einen sagenhaften Blick auf die Berge und ist wunderbar ruhig gelegen.

Den Rest des Tages verbringen wir mit Faulenzen, Boccia-Spielen und Lesen und planen die nächsten Wanderungen. Natürlich wollen wir den Monte Cinto in Angriff nehmen, dazu muss jedoch das Wetter 100%tig gut sein …

Sonntag 23.08.2015

Zunächst machen wir heute eine kleine Wanderung um die Gegend zu erkunden. Von Lozzi aus starten wir auf markiertem, aussichtsreichem Weg. Der Sentier de Transhumance, wie dieser Weg heißt, führt uns oberhalb des Stausees Lac de Calacuccia am Hang entlang durch schöne Landschaft …

Unterwegs begegnen wir etlichen Rindviechern und Schweinen die in freier Natur umherlaufen.

Das Ziel unserer Wanderung ist eine alte Mühle, die an der alten Brücke Pont de Muricciolu einen hübschen Bach überspannend, liegt.

Da die Wanderung nur rund 14 Kilometer beträgt sind wir am Nachmittag wieder am Wohnmobil. Den Rest des Tages verbringen wir wieder mit Boccia-Spielen, lesen und kochen. Leider ist das Wetter etwas unbeständig, so dass wir für den Folgetag unsere Monte-Cinto-Wanderung erst einmal vom Plan streichen.

Montag 24.08.2015

Am Morgen scheint die Sonne und gleichzeitig regnet es leicht. Wir vertrödeln also erst einmal den Vormittag.

Gegen Mittag wird es langsam besser und am Nachmittag strahlt die Sonne wieder vom blauen Himmel. Nichtstun ist auch langweilig. Am Campingplatzeingang befindet sich ein Wanderschild: „Ponte di Sta Lucia 15 Min“ steht darauf.

Maria und ich packen Badesachen ein, wir gehen bergab in ein Tal und erreichen nach einer knappen halben Stunde eine alte Steinbrücke unter der ein klarer Gebirgsbach sprudelt.

In etlichen kleinen Becken sammelt sich das Wasser und lädt zum Baden ein. Nach dem eiskalten Bad wärmen wir uns auf den vom Wasser blankgeschliffenen, sonnigen Steinplatten am Bachlauf. Kein Zivilisationsgeräusch dringt an unser Ohr –Natur pur …

Zurück am WoMo packen wir unsere Ausrüstung für die Ersteigung des Monte Cinto. Während unserer Abwesenheit ist eine tschechische Reisegruppe angekommen, die ihre Zelte aufbaut und ebenfalls Wandervorbereitungen für den nächsten Tag trifft.

Dienstag 25.08.2015

Die tschechische Wandergruppe ist schon eine Stunde unterwegs, als wir kurz nach 08:00 Uhr aufbrechen.
Wir folgen zunächst der Piste, die am letzten Campingplatz vorbeiführt. Die Piste führt in gut 1,5 Stunden zur ehemaligen Snackbar L’Astradella, einem jetzt verfallenen Gebäude und kann aber in den Kehren immer wieder über schmale steinige Pfade abgekürzt werden. Die Abzweiger sind jeweils mit Steinmännchen respektive roter Farbe markiert. Wir sind recht flott unterwegs und haben bereits bei L’Astradella die Nachhut der Tschechen eingeholt. Ab hier geht es jetzt auf einem Fußpfad in nordwestlicher Richtung über einen Höhenrücken weiter bergauf zum Refuge de l’Ercu.

Nach einer halben Stunde haben wir, den Ercu-Bach überquerend, die unbewirtschaftete Hütte erreicht. Hier könnte man auch übernachten. Platz gibt es für 16 Personen. Ein Gasherd, sowie ein kleines Sanitärhaus sind vorhanden.

Die Tschechische Wandergruppe hat hier gerastet und bricht gerade auf als wir ankommen. Wir halten uns nicht lange auf und schlagen den gleichen Weg ein.

Leider sollte dies ein Fehler sein, was sich später herausstellen wird.
Der Weg ist ziemlich schlecht zu erkennen, da er teilweise durch niedrige Sträucher läuft. Christian stürmt voran und ist kurz darauf nicht mehr zu sehen. Immer wieder ist der Weg mit kleinen Steintürmchen markiert. Maria und ich laufen inzwischen mit etwa zehn Leuten stetig bergan, wobei der Weg immer steiler und unwegsamer wird.

Nach ca. 45 Minuten Aufstieg stehen wir in einer steilen Wand und haben die Orientierung verloren. Von unserem Sohn ist weit und breit nichts zu sehen. Plötzlich klingelt Marias Telefon. Christian ist dran. Er ist mit einer kleinen Gruppe von Tschechen wohl jetzt am Cinto-See und fragt wo wir denn blieben? Wir erklären, dass wir den Weg verloren hätten, er aber am See auf uns warten solle. Der Gipfel liegt oberhalb von uns, jedoch ist kein Weg mehr vorhanden. Wir suchen uns also einem. Jetzt wird es teilweise so steil, das wir die Hände zu Hilfe nehmen müssen. Immer wieder sind auch Kletterpassagen zu bewältigen. Unsere Gruppe ist mittlerweile konditionell bedingt zusammengeschmolzen. Mit uns sind nur noch ein deutsches Ehepaar unterwegs. Die Tschechen haben die Tour abgebrochen.
Auch ich kämpfe mit der Kondition. Nach einer weiteren Stunde ist es jedoch geschafft, wir stehen am Gipfel in 2706 Meter Höhe.

Die überwältigende Aussicht zu genießen haben wir keine Zeit. Christian ist per Telefon nicht mehr zu erreichen. Wir fragen etliche Leute, die aus Richtung des Cinto-Sees aus aufgestiegen sind, ob sie Christian gesehen hätten und ein Mann bestätigt uns, dass dort ein Junge säße.

Wir beeilen uns also. Unterhalb des Monte Cinto Grates führt uns der Weg über große Steinblöcke südwestlich und steigt auf den Nachbargipfel des Monte Cinto, die Punta des Ebouis (2607 m). Wir müssen hier gehörig aufpassen, dass wir das Wanderzeichen nicht verliert. Der Weg zieht sich ewig den Hang entlang.

Nach etwa weiteren 45 Minuten kommt endlich der Abstieg. Auch der hat es in sich. Es geht über große Geröllfelder stetig bergab und die Orientierung ist schwierig. Plötzlich sehen wir ihn, unseren Sohn, er kommt langsam den Berg hoch gekeucht … Die Wiedersehensfreude ist riesig und auch die Erleichterung. Wir hatten uns doch ernsthafte Sorgen gemacht.
Gemeinsam steigen wir jetzt zum Cinto-See (2289 m) ab.

Als wir Richtung Ercu-Hütte gehen, wird langsam klar wo wir falsch abgebogen sind und was unsere Fehler waren. Einmal hätten wir nicht der tschechischen Wandergruppe folgen dürfen, da diese den falschen Weg eingeschlagen hatte. Der richtige Weg von der Ercu-Hütte führt nämlich zunächst nordwärts und dann nordwestwärts in zahlreichen Kehren steil hinauf. Wir sind jedoch westwärts gegangen. Der zweite Fehler war, nicht zusammen geblieben zu sein. Ab der Hütte gehen wir auf gleichem Weg zurück, den wir am Morgen aufgestiegen sind. Nach knapp 18 Kilometern, 1.671 m Gesamt-An- und Abstieg und 10,5 Stunden Gezeit sind wir ziemlich geschafft aber froh, als wir am WoMo ankommen.

Mittwoch 26.08.2015

Wir (eigentlich ich) haben genug von den Bergen. Ich will ans Meer. Wir packen also unsere Sachen und fahren über den Col de Verghio, Korsikas höchsten Autopass, hier gibt es sogar ein Skigebiet, Richtung Porto. Wir durchqueren große Waldgebiete, links und rechts teilweise sogar auf der Straße sind Wildschweine unterwegs. Kurz vor Evisa verlassen wir die D84 nach links und fahren durchs Gebirge bis wir bei Ajaccio die Küstenstraße erreichen. Eine wirklich sehenswerte Gebirgslandschaft liegt hinter uns.
Unser Ziel ist die Ortschaft Porto Pollo an der Westküste. Wir haben uns den Campingplatz Cyrnos ausgesucht. Da der etwas außerhalb der Ortschaft liegt.
Über einen schmalen Feldweg rumpeln wir langsam zu diesem Platz …und ganz schnell wieder weg. Der Platz ist dermaßen voll, dass wir dies nach unserem ruhigen Bergleben nicht verkraften. In der Nähe gibt es noch den Campingplatz Cupabia (www.acaladicupabia.com, GPS-Koordinaten N41°44’14.5″ E8°47’00.9″) an der gleichnamigen Bucht, den wir als nächstes ansteuern. Auch hier ist es ziemlich voll, aber wir bleiben. Schnell haben wir einen Platz gefunden und stürmen an den wirklich einmalig schönen Strand.

Vor unserer Ankunft in Cupabia haben wir in Porto Pollo noch eingekauft. Dort gibt es einen kleinen, aber sehr gut bestückten Supermarkt. Wir haben alle Zutaten für eine Paella gefunden, die ich jetzt am Abend auf unserem Grill zubereite.
Den Tag lassen wir also mit gutem Essen und ein paar Gläsern Rotwein gemütlich ausklingen …

Donnerstag 27.08.2015

Christian und ich haben nach dem Frühstück keine Ruhe, -das Boot muss unbedingt aufgebaut werden. Vor dem Urlaub habe ich noch einen gebrauchten 6 PS Außenborder erstanden, nachdem der alte Motor seine „Mucken“ hatte. Der Motor läuft schön rund. Schnell haben wir alles aufgebaut und unternehmen eine Probefahrt. Die zweite Fahrt führt uns aus der Bucht heraus und nach Porto Pollo. Da wir jetzt planen ein paar Tage auf unserem „neuen“ Campingplatz zu bleiben, benötigen wir noch einige Lebensmittel und Trinkwasser. Diesen Einkauf erledigen wir per Boot.
Baden und Müßiggang ist für den Rest des Tages angesagt …

Freitag 28.08.2015

Maria und ich machen einen Morgenspaziergang. Vom Campingplatz aus ist an der linken Seite der Bucht ein alter Genueserturm zu sehen. Dorthin suchen und finden wir den Weg. Der Turm ist restauriert und kann bestiegen werden. Eine tolle Aussicht bietet sich von oben. Ansonsten bietet ein Badetag keine weiteren Erlebnisse …

Samstag 29.08.2015

Auch heute Morgen, Christian schläft noch, machen wir einen Spaziergang. Dieser führt uns auf die andere Seite der Bucht. Hier läuft ebenfalls ein kleiner Pfad, dem wir folgen. Als dieser jedoch nach einer Stunde in eine Asphaltstraße mündet, drehen wir kurz darauf um.

Am Nachmittag fahren wir mit dem Boot nach Porto Pollo. Unsere Vorräte gehen zur Neige. Leider hat der Supermarkt bis am Nachmittag geschlossen. Wir erkunden daher Porto Pollo ein bisschen genauer, spendieren Christian ein Eis, spielen Kicker und baden am Dorfstrand.

Sonntag 30.08.2015

Heute geht das Faulenzen weiter. Dazu besuchen wir eine Nachbarbucht, -wozu haben wir schließlich das Boot dabei ;-)),

Montag 31.08.2015

Leider gibt es in Porto Pollo keinen Geldautomaten. Der Campingplatz in Cupabia nimmt nur Bargeld, keine Kartenzahlung möglich. Die Fahrt mit dem Wohnmobil nach Propriano, hier gibt es den nächsten Automaten dauert über die kurvige Straße mindestens zwei Stunden. Schnell fasse ich den Beschluss mit dem Boot zu fahren. Gesagt getan. Morgens ist das Meer immer glatt wie ein Spiegel und so düse ich kurz vor 09:00 Uhr los. Wein bisschen unheimlich ist es schon, mit einem so kleinen Boot eine so große Bucht, wie die von Propriano, zu queren… Knapp 45 Minuten benötige ich bis ich in den Hafen einlaufe. Der Geldautomat ist schnell gefunden. Auf der Rückfahrt muss ich noch einen Tankstopp in Porto Pollo einlegen. Um kurz vor 11:00 Uhr bin ich wieder wohlbehalten zurück. Während meiner Abwesenheit sind Maria und Christian zum Genueserturm und weiter nach Porto Pollo gelaufen. Bei meinem Tankstopp dort müssen wir uns knapp verpasst haben …

Dienstag 01.09.2015

Heute führen wir einen Ortswechsel durch. Nach dem Frühstück fahren wir zunächst nach Filitosa, einer Ausgrabungsstätte, die wohl eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Korsikas ist (www.filitosa.fr/en, GPS-Koordinaten N41°44’41.8″ E8°52’12.7″). Der große Parkplatz lässt erahnen welche Besucherströme in der Hochsaison das Gelände besichtigen.
1946 entdeckte Charles-Antoine Cesari auf seinem Grundstück, wenige Kilometer nördlich von Propriano mehrere Menhirstatuen. Das Gelände wurde daraufhin von dem inzwischen verstorbenen, französischen Archäologen und Leiter des „Centre de Préhistoire Corse“ Roger Grosjean erforscht.
Die Anlage ist immer noch im Besitz der Familie Cesari. Zwei der drei Söhne Charles-Antoine waren selbst Archäologen und haben sich bei der Erforschung der korsischen Urgeschichte einen Namen gemacht. Das Schicksal meinte es aber nicht gut mit der Familie, denn alle drei Söhne sind binnen kurzer Zeit verstorben. Die beiden Töchter und weitere Familienmitglieder kümmern sich nun um die Ausgrabungsstätte, die auf einer kleinen Anhöhe in einem alten Olivenhain im grünen Tal des Gebirgsflusses Taravo liegt.
Von Anfang April bis Ende Oktober (8.30 bis ca. 20 Uhr) ist die Ausgrabungsstätte geöffnet. Es gibt auch eine deutschsprachige Infobroschüre, die, reich bebildert, viel Wissenswertes über das Alltagsleben der damaligen Zeit schildert.
Gleich beim Betreten des Geländes kommen wir an der Menhirstatue Filitosa V (alle Menhirstatuen Korsikas tragen den Namen ihres Fundortes und dazu eine römische Ziffer) vorbei, die mit ihrem Langschwert und dem Dolch sehr beeindruckend wirkt.

Mit drei Meter Höhe ist sie Korsikas drittgrößte rund zwei Tonnen schwere Menhirstatue. Auf der Rückseite erkennen wir Andeutungen der Wirbelsäule und der Schulterblätter.
Bei den Sehenswürdigkeiten gibt es Infosäulen, die uns auf Knopfdruck Informationen in deutscher Sprache liefern.
Als nächstes erreichen wir das Ostmonument, einer der drei Torri, welche die Torreaner errichteten. Teile der Ringmauer, die den gesamten Hügel umgab, sind hier noch vorhanden.

Das Ostmonument ist eines der drei Torri. Unter dem großen Tafonifelsen befanden sich einst primitive Hütten der ersten Siedler. Das Monument könnte als Wachposten gedient haben.

Von hier aus gehen wir weiter zum Zentralmonument. Hier finden wir eines der beliebtesten Fotomotive Korsikas: Die oberen Bruchstücke von Menhirstatuen sind auf einer Mauer aufgestellt. Diese waren einst als Baumaterial im mörtellosen Mauerwerk des Torre integriert.

Von links nach rechts sind dies die Menhirstatuen Filitosa VIII, XI, VII, Filitosa IX, die wohl schönste Menhirstatue Korsikas mit sehr regelmäßigen Gesichtszügen sowie Filitosa X und XIII (auf dem Foto oben zu sehen). Darunter lehnen an der Mauer weitere Bruchstücke von Menhirstatuen.

Das Zentralmonument, an der höchsten Stelle des Hügels gelegen, hat einen Durchmesser von 16 Metern und war einst von einem Kuppeldach abgeschlossen. In der Cella, dem Innenraum, der als Bestattungskammer fungierte, wurden die Toten verbrannt.
Wir gelangen zum Westmonument, das mit seinen Räumen, Gängen und Nischen am imposantesten ist. Es besteht aus einem zentralen Hauptbau und einem südlichen Anbau und hat einen Durchmesser von 18 Metern. Auch dieses Monument diente der Bestattung, vermutlich aber auch der Verteidigung, liegt es doch am Ende des Hügels in strategisch günstiger Lage. Christian kriecht hier durch die Gänge und erforscht alles.

Auf einem schmalen Fußweg gehen wir den Hügel hinunter und überquert den Barcajolo-Bach. Vor einem über 1000 Jahre alten mächtigen Olivenbaum stehen fünf Menhirstatuen in einem Halbkreis.

Dies sind die ersten in Filitosa gefundenen Menhirstatuen, was auch aus dem Namen hervorgeht. Von links nach rechts sind dies: Filitosa III, IV, I und Filitosa II.
Hinter dem Olivenbaum befindet sich eine felsige Anhöhe, die einst als Steinbruch diente.

Wir gehen über diesen Hügel und dann auf einem Pfad in südlicher Richtung zurück. Die strategisch gute Lage der Anlege erkennt man von hier aus am besten.

Leider ist das kleine Museum neben dem Eingang der Ausgrabungsstätte bei unserem Besuch wegen Umbauarbeiten geschlossen.
Nach diesem Rundgang fahren wir nach Propriano, machen dort einen kleinen Stadtbummel, essen Eis und kaufen noch ein paar Vorräte ein.
Am frühen Nachmittag fahren wir nach Porto Pollo zurück. Wir wollen auf den zentral im hinteren Teil der Ortschaft gelegenen Campingplatz L’Oriente. Leider werden wir dort nicht besonders herzlich aufgenommen. Die Betreiberin hat anscheinend etwas gegen Wohnmobilisten …
Wir versuchen es daher jetzt noch einmal auf dem Campingplatz Cyrnos (GPS-Koordinaten N41°42’48.8″ E8°49’00.0″), von dem wir am letzten Mittwoch gleich wieder geflüchtet sind.
Der Platz ist plötzlich fast leer. Es gefällt uns jetzt sehr gut und wir finden auch ein schönes Plätzchen für unser Gefährt.
Maria und ich erkunden noch den Strand und wandern zu unserem „alten“ Campingplatz nach Cupabia. Von Porto Pollo aus führt uns ein gut markierter Wanderweg über den Berg, der das kleine Städtchen von der Plage de Cupabia trennt.

Wir schieben unser zurückgelassenes Schlauchboot ins Wasser und genießen die flotte Rückfahrt in der untergehenden Sonne …

Mittwoch 02.09.2015

Den heutigen Tag verbringen wir mal wieder mit herrlichem „Nichtstun“. Interessiert schauen wir am Nachmittag den zahlreichen über das Wasser preschenden Kitesurfern zu.

Donnerstag 03.09.2015

Einen Morgenspaziergang am Strand nach Abbartello, der Nachbarortschaft steht auf dem Programm.

Außer Kühen, die direkt am Strand stehen, gibt es hier eigentlich nichts zu sehen, aber der Strandabschnitt zwischen Cyrnos und Abbartello ist sehr schön.

Der helle Sand steht im krassen Kontrast zur sehr grünen Landschaft jenseits des Strandes.

Verantwortlich für das satte Grün ist der ins Meer mündende Fluss Taravo, den wir unterwegs überqueren müssen.

Freitag 04.09.2015

Auch heute ist ein Strandtag wobei ich endlich mit dem Schreiben dieses Reiseberichts beginne. Am Abend gehen wir in Porto Pollo im Restaurant Les Sables Dores, sitzend mit einem herrlichen Blick über die Bucht, essen.

So langsam neigt sich der Urlaub zu Ende und wir planen die nächsten paar Tage …

Samstag 05.09.2015

Heute verstauen wir schon einmal ein paar Sachen ins Wohnmobil unter anderem packen wir auch unser Boot und den Motor zusammen.
Am Abend verabschieden wir uns von Porto Pollo und dem Campingplatz Cyrnos mit einem Feuer am Strand.

Sonntag 06.09.2015

Bonifacio ist unser nächstes Ziel. Noch am Vormittag kommen wir in der südlichsten Stadt Korsikas an. Wegen der frühen Stunde bekommen wir auch einen Platz auf dem kleinen aber stadtnahen Campingplatz L’Araguina (www.campingaraguina.com, GPS-Koordinaten N41°23’32.5″ E9°09’55.8″). Wir erkunden zunächst die zweigeteilte Stadt. Zweigeteilt deshalb, weil es einmal den Hafen, umgeben von alten mehrstöckigen Häuser, gibt und die Ville haute genannte mittelalterliche Oberstadt.
Eben dieser Hafen mit der 900 Meter langen, schmalen, parallel zur Küste verlaufenden Landzunge aus Kalkstein im Süden und der darauf angesiedelten Alt-/Oberstadt ist wohl einer der eindrucksvollsten im Mittelmeerraum.

Die Landzunge, Île de Fazio genannt, fällt an ihrer Seeseite 70 Metern senkrecht zum Meer hin ab. An ihrer Landseite befindet sich eine fjordartige Bucht (frz. Calanque), die einen gut geschützten Naturhafen für Fischer und Sportboote bildet.

Bonifacio ein Zentrum der Handelsschifffahrt und des Fährverkehrs mit der benachbarten Insel Sardinien sowie des Fremdenverkehrs, insbesondere in den Sommermonaten.
Zunächst schlendern wir am Hafen entlang. Restaurants, Boutiquen und Eisdielen reihen sich hier aneinander. Wir lassen das geschäftige Treiben auf uns wirken und schlagen dann bergauf den Weg zur Altstadt ein.
Über flache Stufen gehen wir zur Kapelle von Saint-Roche, von wo aus wir einen schönen Blick auf die Steilküste, die spektakulär auf dem überhängenden Felsen am Abgrund stehenden Häuser der Oberstadt und auf die Nordküste Sardiniens haben.

Wir betreten die Altstadt über die Porte des Gênes, dem hervorragend erhaltene Stadttor mit Zugbrücke und einem im Zickzack angelegten Tunnel.

Bis 1854 war dies der einzige Zugang zur Zitadelle. Enge, kopfsteingepflasterte Straßen werden von vier- bis fünfstöckigen Häusern gesäumt. Das Panorama, das sich von den zahlreichen Aussichtspunkten bietet, verdeutlicht, warum Bonifacio stets als Schutzhafen vor den unberechenbaren Witterungs- und Meeresströmungen in der Straße von Bonifacio angesteuert wurde.
Die einzigartige Lage machte die Stadt immer wieder zum Zentrum kriegerischer Auseinandersetzungen, weshalb sie im Laufe der Zeit zu einer Festung ausgebaut wurde.
Wir besuchen als erstes die „Escalier du Roi d’Aragon“, die Treppe des Königs von Aragon, deren 187 Stufen in den Stein gehauen von der Oberstadt bis zum Meer führen.

Um die steil in den Fels geschlagene Treppe ranken sich Legenden. Angeblich habe König Alfons V. sie während seiner Belagerung Bonifacios 1420 in nur einer Nacht in den Fels schlagen lassen, um die Stadt vom Meer aus zu erobern. Die korsische Variante erzählt, dass es die Einwohner Bonifacios selbst waren, die die Treppe erbauten, um sich so der Hafenblockade König Alfons zu entziehen. Ein mutiger Einheimischer soll die zusammengebundenen Schiffe der Blockade gelöst haben, als die Rettung aus Genua nahte, welche dann aufs offene Meer hinaus trieben. Die Zufahrt war somit frei für die Verstärkung aus Genua.
Am Ende der Treppe führt uns ein schöner, ebenfalls in den Fels geschlagener Weg einige Meter über dem Meeresspiegel zu einer kleinen Höhle.

Hier haben die Touristen unzählige Steinmännchen aufgebaut. Auch Christian stellt ein kleines hinzu …

Auf dem gleichen Weg geht es zurück zur Treppe. Anstrengend ist der Aufstieg, weil die Stufen teils sehr hoch sind.
Wir erkunden den Rest der Altstadt. Interessant ist, wie die Bewohner der Oberstadt zu Wasser kamen. Das Regenwasser wurde auf den Dächern gesammelt und mittels Strebebögen zwischen den Häusern in eine zentrale Zisterne geleitet.

So hatte man im Belagerungsfall ausreichend Wasser. Sehenswert ist auch der im Südosten gelegene Marktplatz, den wir als nächstes ansteuern. Von hier hat man einen tollen Blick auf die Steilküste bis hin zum Capo Pertusato.

Der vom Meer umspülte fast 30 Meter hohe Fels heißt Grain de Sable –Sandkorn- und ist wohl das größte Sandkorn der Welt. Gut erkennt man, dass einige Häuser auf überhängendem Fels gebaut sind. Die Boulespieler, die sich auf der Place du Marché treffen, stört das anscheinend nicht.

Uns auch nicht wir setzten uns in einer der Cafés und sehen den Bouleprofis bei ihrem spannendem Spiel zu.

Montag 07.09.2015

Unser Defizit an Wanderungen wollen wir heute mal wieder ausgleichen. In unserem Wanderführer ist eine Wanderung von Bonifacio zum Capu Pertusato beschrieben. Wir packen also unsere Wander- und Badesachen und gehen an der Kapelle von Saint-Roche unterhalb der Zitadelle nach links und folgen dort der Beschilderung und dem hohen Klippenweg über die Steilküste.

Unterwegs kommen wie an einem alten Fort vorbei, das wir noch erkunden. Immer wieder schweift der Blick über das Meer und die imposante Küste. Nach knapp zwei Stunden erreichen wir den Leuchtturm (Phare de Pertusato).

Von hier aus sind es nur noch 12 Kilometer übers Meer bis Sardinien. Unterhalb des Leuchtturms liegt ein wunderschöner Strand, den wir als nächstes ansteuern.

Zuerst geht natürlich Ella ins Wasser, aber auch wir lassen uns nicht lange bitten…

Als wir nach Bonifacio zurückkehren liegt eine schöne, empfehlenswerte Wanderung oberhalb der Cote Accore hinter uns.

Zurück am Campingplatz regenerieren wir uns kurz und gehen erneut in die Altstadt. Diesmal gehen wir jedoch zunächst links am Hafen vorbei bis zum Fähranleger. Von dort zweigt links ein Fußweg ab, der uns im weiteren Verlauf über und durch die Stadtmauer mit ihren Wehrgängen führt.

An der ehemaligen Kaserne der Fremdenlegion vorbei, schlendern wir ostwärts durch die Altstadt, bis zum Eingang der Zitadelle. Diese besuchen wir jetzt noch. Von den Kasematten hat man einen tollen Blick auf den Hafen und der Rest der Anlage ist auch nicht ohne. In einem der Türme liegen mittelalterliche Helme zur „Anprobe“ und Christian lässt sich nicht zweimal bitten.
Nach der Besichtigungstour gehen wir am Abend im Restaurant L’Auberge Corse bei Kerzenschein lecker essen …

Dienstag 08.09.2015

Wir brechen unsere „Zelte“ in Bonifacio ab und fahren erneut zum Camping U Punticchiu (www.upunticchiu.com, GPS-Koordinaten N42°23’26.8″ E9°31’48.5″) in Santa Lucia di Moriani, an der Ostküste, 40 Kilometer südlich von Bastia.
Für die knapp 140 Kilometer benötigen wir doch fast 3,5 Stunden und so kommen wir dort am frühen Nachmittag an. Schnell beziehen wir wieder unseren alten Platz, direkt am Strand und lassen dort den Tag langsam ausklingen.

Mittwoch 09.09.2015

Christian will heute Chillen. So lassen wir „Rabeneltern“ am Campingplatz zurück und machen, bewaffnet mit Google Maps auf dem Handy eine Wanderung Um Santa Lucia di Moriani. Der Weg führt uns an einigen Kirchen und Friedhöfen vorbei auf die Berge entlang der Küste. Eine der Kirchen, San Nicculaiu di Moriani, ist einer der größten Barockbauten Korsikas.

Zufällig kommen wir auf einen der Mara a Mare – Wanderwege, den Transversale-Nord. Unterwegs treffen wir immer wieder auf bebilderte Hinweistafeln, die auch in deutscher Sprache das frühere Leben in den Dörfern beschreiben. Der Weg führt uns bis zu einer Ortschaft, die burgähnlich angelegt ist und Tribbiolu heißt.

Von da ab geht es wieder abwärts. In einer Kurve treffen wir auf das Lokal Auberge Bella Vista, das seinem Namen alle Ehre macht. Wir sitzen auf der Terrasse, genießen bei korsischem Bier die umwerfende Aussicht und lassen es uns gut gehen.

Leider haben wir nicht genügend Geld einstecken, denn das Essen schaut verführerisch aus. Wir werden uns die Adresse auf jeden Fall merken …

Insgesamt liegen dann, zurück am Campingplatz, 20 Kilometer hinter uns.

Donnerstag 10.09.2015

Dies ist unser letzter Tag auf Korsika morgen werden wir Richtung Heimat aufbrechen. Aber zunächst wird gebadet, gelesen und schon ein bisschen gepackt. Am Nachmittag machen wir dann zu Fuß einen kleinen Ausflug nach Padulella-Moriani-Plage, einem kleinen Ort südlich unseres Campingplatzes. Hier gibt es etliche Geschäfte, einen Supermarkt und Lokale sowie einige Eisdielen. Das hätten wir mal zu Beginn unseres Urlaubs wissen sollen … -da sind wir in die völlig verkehrte Richtung gelaufen… Wir kaufen noch ein paar Kleinigkeiten ein und Christian schleckt ein großes Eis.

Am Abend besuchen wir wieder unser Lieblingslokal, das direkt am Strand keine 50 Meter vom Wohnmobil liegt. Diese kleine Lokal wir übrigens von einer Schweizerin und ihrem italienischen Mann geführt und bietet wirklich super leckeres und günstiges Essen in Strandbar-Atmosphäre. Heute essen wir korsische Muscheln (saugut!!) –außer Christian unserem Pizzakönig.

Freitag 11.09.2015

Unsere Rechnung haben wir schon am Vortag beglichen. Um 08:00 Uhr rollen wir vom Platz. Bis zum Fährhafen brauchen wir fast eine Stunde im Berufsverkehr nach und in Bastia.
Die Verschiffung geht zügig von statten. Die Zeit der Überfahrt verbringen wir mit Gesellschaftsspielen. Unser Favorit ist hierbei Wizard, von Amigo ein spannendes gewitztes Kartenspiel, das sehr viel Aufmerksamkeit fordert. Ziel des Spiels ist es, jeweils eine vorher vom Spieler selbst prognostizierte Anzahl an Stichen zu machen. Das Spiel wird über 20 Spielrunden gespielt, wobei sich in jeder Runde die Kartenanzahl, die jeder Spieler erhält, um eins erhöht. Bis Januar 2009 wurden 800.000 Exemplare dieses Spiel verkauft.
In Genua kommen wir an dem Wrack der Costa Concordia vorbei –ein trauriger und schrecklicher Anblick.

Nach der Ausschiffung fahren wir heute noch bis Roveredo in Graubünden/Schweiz. Hier gibt es bei  GPS N46.236768, E9.134046 einen netten Stellplatz, direkt am Fluss und der rauscht so laut, dass man die Autobahn nicht hört.
Obwohl es schon dunkel ist als wir ankommen werfe ich unseren kleinen Gasgrill an und wir essen leckere, gerillte, französische Steaks.

Samstag 12.09.2015

Nicht ausgeschlafen aber gut geschlafen setzten wir morgens unsere Reise fort. Schnell sind wir über den San Bernadino und an Chur vorbei. Um kurz nach 09:00 Uhr, Deutschland hat uns wieder, fahre ich von der Autobahn ab. In einer Dorfbäckerei kaufen wir frische Brötchen und dann frühstücken wir im Voralpenland irgendwo im Nirgendwo.

Bis nach Hause ist es nicht mehr weit …

Fazit:

Ja was soll ich schreiben? Korsika ist der „Hammer“! Bereits im Juni voll und ganz begeistert hat es uns auch jetzt wieder umgehauen. Ein Eldorado für Wanderer und Bergsteiger genauso wie auch für Badenixen und Kulturbeflissene. Überrascht hat uns, dass ab Mitte August die Saison anscheinend vorbei ist. Auf einigen Campingplätzen den Bergen hatten wir das Gefühl die einzigen Gäste zu sein, so wenig waren sie besucht. Am Meer sah das schon etwas anders aus, aber auch hier spürte man bereits die Nachsaison. Abgesehen von der grandiosen Natur hat uns besonders gut Bonifacio gefallen.
Wir kommen auf jeden Fall wieder…

Marten Mehle, im September 2015

 

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