Kanu und Steg am Regen

Kanutour auf dem Regen, Bayerischer Wald

Kanu- und Wandertour (22.–24.08.2008)

Seit langer Zeit schon möchte ich eine Kanutour mit der Familie unternehmen. Der Familienrat tagt und berät ob die Tour auf der Regnitz, der Pegnitz oder dem Regen stattfinden soll. Da wir die Gegend der Regnitz und Pegnitz recht gut kennen entscheiden wir uns für etwas Neues.Wir fahren in den Bayerischen Wald. Im Internet habe ich einen Kanuverleiher gefunden, der einen vernünftigen Eindruck macht. Der Preis stimmt, und außerdem kann man auf einem kleinen Zeltplatz an der Kanustation übernachten. Ein Anruf bei Frau Zankl, der netten Chefin, macht alles klar. Am Samstag soll die Kanutour sein, am Sonntag wollen wir wandern. Auf der Karte plane ich eine Wandertour auf den großen Osser bei Lahm.
Am Freitag habe ich Urlaub und bereite alles vor, bzw. packe das Nötigste in den Wohnwagen. Leider kommt mein Zeitplan etwas durcheinander, da um 12.00 Uhr der Kindergarten anruft und mich bittet Christian abzuholen. Mit einem Kindergartenfreund zusammen hat er das große Gartentor ausgehebelt, das daraufhin auf einen davor stehenden BMW gefallen ist. Nachdem die Polizei da war um den „Tathergang“ aufzunehmen sind die zwei Jungs total aufgelöst und wollen unbedingt nach hause.
Um kurz nach drei kommt Maria von der Arbeit, eine Stunde später fahren wir los. Der Kanuverleih liegt in Tiefental, einem Ortsteil von Miltach. Knappe zwei Stunden benötigen wir für die Strecke. Wir sind die einzigen auf dem kleinen Zeltplatz. Es gibt eine kleine Feuerstelle, einen Grill und einen überdachten Sitzplatz. Wir gehen noch ein bisschen Spazieren, Essen noch etwas, bringen Christian zu Bett und sitzen noch ein Weilchen bei einem Glas Rotwein zusammen. …
In der Nacht regnet es heftig, Ich sehe unseren Bootsausflug schon ins Wasser fallen.

Einsetzpunkt Blaibachstausee

Am Morgen, Christian weckt uns um 07:00 Uhr, reißt der Himmel langsam auf. Wir Frühstücken und machen uns fertig. Um 09:30 Uhr geht es los. Wir werden zum Blaibachstausee gefahren. Unterhalb der Staumauer bekommen wir Schwimmwesten, eine Einweisung in die Gegebenheiten des Flusses, und dann sind wir auch schon im Boot. Sogar der Hund darf mit. Ich bin überrascht, dass Ella so bereitwillig eingestiegen ist. Nach ein paar Metern aktiviere ich mein GPS, schließlich wollen wir doch wissen wie weit unsere heutige Strecke tatsächlich ist. Besonders warm ist es nicht, so um die 16 Grad schätze ich. Wir werfen uns also in die Paddel, damit uns warm wird.

Der Regen, ein Bootswanderfluss

Der Regen (tschechisch Řezná) ist ein 165 km langer Fluss in Ostbayern und Tschechien. Er ist einer der schönsten Bootswanderflüsse Deutschlands. Die Germanen nannten den Fluss Regana. Von den Römern wurde die Bezeichnung leicht abgewandelt übernommen, sie nannten ihn Reganum und Reganus. Im 11. Jahrhundert wurde der Fluss Regin geschrieben. Über die genaue Bedeutung und Herkunft des Namens gibt es verschiedene Theorien. Umgangssprachlich von den Einheimischen mit allen Zuflüssen nur als der Regen bezeichnet, besteht der Fluss aus dem Zusammenfluss von Weißem Regen und Schwarzem Regen.Die Quelle des Kleinen Regen befindet sich einen Kilometer von der Bayerischen Grenze entfernt in Tschechien. Der Weiße Regen entspringt dem Kleinen Arbersee. Erst ab Pulling zwischen Bad Kötzting und Blaibach wird der Fluss offiziell bis zur Mündung in die Donau bei Regensburg nur noch als Regen bezeichnet. Mehrere Orte haben einen Bezug zum Flussnamen. So wurde die Stadt Regen nach dem Fluss benannt. Regen als Bestandteil des Ortsnamens haben Regendorf, Regenhütte, Regenpeilstein, Regenstauf und Weißenregen.

Der Hund will aussteigen

Am Anfang fließt der Fluss langsam und träge dahin. Wir haben somit genügend Zeit uns mit dem Boot und der Paddeltechnik vertraut zu machen. Doch dann kommt schon die erste Brücke. Wie war das noch wo sollen wir durchfahren? Links genau! Alle Brücken sind links im zweiten Durchlass von Links zu durchfahren. Wir kommen zügig voran. Nach den ersten zwei Brücken wird die Fließgeschwindigkeit etwas größer, wir queren ein paar Schwellen und umkurven einige rund geschliffene Felsen. Nach ein paar Kilometern machen wir an einem kleinen Bootsteg eine kleine Pause/Picknick.

Im weiteren Verlauf müssen wir aufpassen es kommen einige Passagen mit Felsdurchlässen. Die erste ist kein Problem. In der zweiten springt plötzlich der Hund Richtung Felsen. Die Vorderpfoten sind schon draußen, als ich ihn mit Gewalt zurückziehe. Durch die Aktion drehen wir uns plötzlich und fahren durch den nächsten Felsdurchlass rückwärts. Peinlich, peinlich! Froh sein können wir jedoch, dass wir nicht durch die Hundeaktion gekentert sind.

Bootsrutsche in Chamerau und Anlandung in Cham

Nach dieser Aufregung geht es gemütlicher weiter, bis wir nach knapp 10 km eine Bootsrutsche erreichen. Anvisieren rein, Paddel zwischen die Beine, und ab geht’s, 20 Meter abwärts. Kurz nach der Rutsche befindet sich ein schöner Biergarten mir Kinderspielplatz. Hier kommt glaube ich keiner dran vorbei. Wir auch nicht. Wir machen 1,5 Stunden Pause und Essen was. Der zweite Teil der Fahrt ist etwas gemütlicher. Der Fluss wird breiter und auch etwas träger. Wir müssen also ordentlich paddeln um unser Ziel zu erreichen.

Gegen 17:00 Uhr kommen wir in Cham an. 22 km weist das GPS als Tagesetappe aus (Karte und Strecke mehr…). Kurz zuvor habe ich unseren Kanuvermieter angerufen. Er holt uns ab und bringt uns zum Wohnwagen zurück.

Wanderung auf den Osser und zum Osserschutzhaus

Am Morgen sind noch ein paar Familien am Zeltplatz angekommen. Christian kann somit am Abend noch ein bisschen mit den anderen Kindern Fußball spielen.
In der Nacht regnet es wieder. Glücklicherweise ist es am Morgen wieder trocken. Wir packen unsere Sachen zusammen und fahren nach Lahm, unserem Ausgangspunkt für unsere heutige Wanderung. Die Berge um Lahm liegen alle eingepackt in eine dicke Wolkendecke. Wir parken unser Gespann und machen uns auf den Weg. Über die Kirche „Maria Hilf“ laufen wir stetig bergan bis zum kleinen Osser. Kalt ist es und dichter Nebel empfängt uns als wir am Gipfelkreuz (1266 m) nach kurzer Kletterei ankommen.

Von hier ist es etwa noch eine halbe Stunde bis zum Großen Osser. Es ist so neblig und kalt, dass wir zuerst im Osserschutzhaus einkehren. Fast neun Kilometer sind wir bis hierhin gelaufen, stetig bergauf. Nach einer Stunde, der Himmel reißt auf erklimmen wir noch die wenigen Meter zum Gipfelkreuz (1293 m). Unter uns liegt Lahm, linker Hand der große Arber.

Ein toller Ausblick. Es ist immer noch eisig. Christian hat trotz dicker Jacke schon ganz klamme Finger. Wir beeilen uns abzusteigen. Je tiefer wir kommen desto wärmer wird es. Mittlerweile ist der Himmel vollständig aufgerissen und es scheint die Sonne.
Nach insgesamt knapp 13 km kommen wir am Auto an. Ein toller Weg liegt hinter uns. Christian hat sich mal wieder hervorragend geschlagen. Er ist noch so fit, dass er gleich noch Fußball spielen will. Daraus wird aber nichts. Wir treten die Heimreise an. Ein schönes, erlebnisreiches Wochenende liegt hinter uns.

GPS-Tracks zum Download

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