Blick auf das Theater von Messene Richtung Ithome

Messene, die schönste Ausgrabungsstätte Griechenlands

Das antike Messene, -nicht zu verwechseln mit dem heutigen Messini -, ist für uns die schönste antiken Ausgrabungsstätte Griechenlands. In traumhafter Landschaft, abseits der Touristenströme gelegen, lohnt die Gegend für einen Tagesausflug.
Obwohl bereits im Jahr 1885 in Messene gegraben wurde, sind die eigentlichen Entdeckungen erst in den vergangenen 25 – 30 Jahren gefunden worden. Die entscheidenden Hinweise für diese Funde stammen von Pausanias, dem ersten „Reiseblogger“ Europas. Sein Werk über Messinien wurde erst 1979 ins Neugriechische übersetzt und gab Anlass für weitere umfangreiche Grabungen am Fuß des Ithome. Diese dauern bis heute an.
Man kann also immer wieder etwas Neues bei einem Besuch Messenes entdecken.

Wo liegt Messene?

Messene liegt in relativer Abgeschiedenheit im Landesinneren von Messenien, bei der Ortschaft Mavromati, knapp 30 km von Kalamata entfernt. Mit dem Auto die Straße Kalamata/Pylos nehmend, beim Ort Messini nach Norden abbiegen. Ca. 20 km sind es dann noch bis zum Ort Mavromati (GPS-Koordinaten: N37°10’43“ E21°55’04“).

Was gibt es zu sehen?

Nach dem Sieg über Sparta gründeten 369 v. Chr die Messenier Messene als Hauptstadt des neuen Staates Messenien.
In Messene gab es etliche Tempeln und Heiligtümern. Wie in Epidauros verehrte man hier auch Asklipios und Demeter. Der von allen Seiten zweischiffige Asklipios-Tempel hatte die kolossalen Ausmaße von ca. 66 x 72 Metern. In umgaben 21 bzw. 23 Säulen mit korinthischen Kapitellen. In seinem Inneren befand sich das eigentliche Heiligtum, ein Ringhallentempel (Peripteros) von rund 380 m² Größe. Pausanias beschrieb es als Zentrum des gesellschaftlichen Lebens, als eine Art Kunstmuseum. Auf insgesamt 140 Sockel sollen einst Bronzestatuen gestanden haben.
Auf dem Gelände gibt es außerdem ein großes antikes Stadion. Für mich ist es eines der schönsten in ganz Griechenland, allein schon wegen seiner landschaftlich reizvollen Lage.

Es ist nach Süden hin offen und hat 18 gemauerte Sitzreihen und weitere auf dem Rasen. Es bot für rund 10.000 Besucher Platz. Der nördliche Teil des Stadions ist über eine Länge von 110 m auf allen drei Seiten von Hallen in dorischer Ordnung umgeben. Zahlreiche Säulen dieser Hallen wurden wieder aufgestellt. Neben dem Stadion wurde eine antike Ringerhalle ausgegraben. Zu sehen sind auch die Reste des Theaters, ein 40 m breites Brunnenhaus, die Agora und und und…

Auf dem Ausgrabungsgelände befindet sich außerdem ein Museum, in dem weiter Fundstücke ausgestellt sind.

Was gibt es sonst noch?

Die Messenier mussten sich ständiger Angriffe aus Sparta und aus Arkadien erwehren. Zum Schutz bauten sie um ihre Stadt eine gewaltige über neun Kilometer lange Mauer.
Pausanias schrieb nach einem Besuch in Messene:

„Ich habe niemals die Mauern von Babylon gesehen oder Menos Mauern in Susa in Persien, sie wurden mir auch nie von jemandem beschrieben, der sie gesehen hat. Wenn man aber die Mauern von Abrosos in Phokis, von Byzanz und auf Rodos zum Vergleich nimmt, so sind die messenischen Mauern noch weitaus gewaltiger“.

In Teilen ist diese beeindruckende 4,5 Meter hohe Mauer mit ihren sieben Verteidigungstürmen noch erhalten. Man findet sie zwei Kilometer westlich der Ortschaft bei N37°11’12.3″ E21°54’48.0″. Besonders imposant ist das Arkadische Tor, eines der Stadttore, durch das heute eine Straße führt. Vom Lakonischen Tor, das zweite Tor, östlich des Ithome gelegen, ist nicht mehr viel zu sehen.

Die Besteigung des Berges Ithome (798 m)

Messene und Mavromati werden vom Ithome, einem 798 Meter hohen Kalkberg überragt. Der Aufstieg auf den Ithome lohnt, nicht nur wegen der gigantischen Aussicht. Hier befand sich in der Antike die in die Stadtbefestigung eingebundene Akropolis von Messene. Auf dem Gipfel gab es außerdem ein Heiligtum des Zeus. Laut messenischen Mythologie wurde hier der Göttervater Zeus geboren. Der Berg wurde daher auch Zeus Ithōmētas genannt.
Heute schmückt den Gipfel das kleine Marienkloster Voulkanos (griech. Moni Voulkano Μονή Βουλκάνου) aus byzantinischer Zeit.

Der Fußweg beginnt im Mavromati am Parkplatz und führt uns westlich Richtung Lakonisches Tor. Kurz vor Erreichen des Sattels in dem das Tor stand, geht es links kurvenreich auf den Gipfel. Diesen erreicht man ab Mavromati nach ca. einer Stunde. Am nördlichen Rand des Ithome sieht man noch die Befestigungsmauern von Messene mit seinen Türmen. Auf dem östlichen Teil liegen die Reste des Heiligtums des Zeus Ithomatas, während den westlichen Teil das alte Kloster Moni Voulkano einnimmt. Das Kloster ist nicht mehr bewohnt. Bei unserem letzten Besuch befand sich in der rückwärtigen Wand der Klostermauer ein Loch, so dass man in den Klosterhof gelangen konnte.

Spektakulär ist natürlich der Blick über das grüne Messenien und über die im Tal liegende Ausgrabungsstätte.
Zurück geht es dann auf einem steilen Monopati. Wenige Meter zurück, zweigt rechts ein schmaler Pfad ab, der uns, später steiler werdend, nach Mavromati zurückführt.
Der Weg endet im Ortskern an einem großen sehenswerten Brunnen. Aus schwarzen Löchern (mavro mati=schwarzes Auge), daher der Name des Ortes, sprudelt seit der Antike unaufhörlich herrlich kaltes Wasser in ein Becken. Unser Hund wollte es nach der Wanderung gar nicht mehr verlassen…

Wer den Aufstieg auf den Ithome wagt, sollte dies noch am Vormittag machen, da es auf dem Weg keinen Schatten gibt. Wasser nicht vergessen.

Den GPS-Track zu unserer Wanderung gibt es hier.

Stärken kann man sich nach der Wanderung und dem Besichtigungsmarathon in der Taverne „Ithomi“. Bei gutem bodenständigem Essen kann man hier den Blick ins Tal genießen… und sich Gedanken machen…

…wie Messina auf Sizilien zu seinem Namen kam

Wenn du also mal wieder auf dem Peloponnes unterwegs bist, solltest du Messene unbedingt besuchen. Sowohl landschaftlich als auch archäologisch wirst du nicht enttäuscht. Überraschend ist, wie wenige Touristen sich hierher verirren.
Übrigens: Zu Ehren seiner Heimatstadt Messene benannte Anaxilas, der Tyrann von Rhegion (Italien) im 5. Jahrhundert v. Chr. die Stadt Zankle auf Sizilien in Messene um.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.