Fahrradtour Hassberge

Fahrradtour am 12./13. August 2009 -Rennweg, Haßberge …

Schon lange plante ich eine 3-Tages-Fahrradtour über den Rennweg in den Haßbergen. Der Rennweg führt als alter „Amtsbotenweg“ von „Dörfleins“ bei „Bamberg“ nach „Sulzfeld“ im „Röhn-Grabfeld-Gau“
Nach langem Hin und Her ist es jetzt endlich soweit wir starten am Mittwoch den 12.08.2009.
Da wir noch kurz etwas bei meinen Eltern erledigen müssen legen wir dort kurz einen Stopp ein. Leider erweist sich der kurze Stopp als ein langer. Wir werden noch zum Mittagessen genötigt. Christian spielt mit dem Hund im Garten. Plötzlich werde ich von lautem Hundegebell vor das Haus gerufen. Ella ist in wilder Keilerei mit einem anderen Hund. Als ich die beiden endlich getrennt habe blutet Ella heftig am Ohr. Es dauert ca. eine Stunde bis wir die Blutung endlich gestillt haben…
Bis wir in „Stettfeld“, dem Startpunkt unserer Radtour, ankommen ist es bereits 15:00 Uhr.
Fast eine weitere Stunde vergeht bis wir die Fahrräder abgeladen und unser Gepäck auf diesen verstaut haben. Besonders professionell sind wir nicht unterwegs. Wir haben jeder (Maria und ich) zwei Packtaschen, zusätzlich habe ich unseren alten Kinderanhänger am Fahrrad. Obwohl wir uns auf das Nötigste beschränkt haben, bekommen wir alles mit „Ach und Krach“ unter. Christian fährt, da noch ziemlich unerfahren in langen Touren, ohne Gepäck.
Nach einem Stück Fahrradweg Richtung „Dörfleins“ und dann Richtung „Johannishof“ erreichen wir den Rennweg. Er führt ab hier auf leicht sandigem Waldboden durch den Wald. Irgendein „Naturfreund“ hat leider alle 20 Meter Baumstämme über den Weg gelegt. Ich muss also ständig anhalten, Baumstämme zur Seite wuchten, bzw. wir müssen unsere Fahrräder über die Stämme heben/schieben. Wir kommen ganz schön ins Schwitzen. Der Tag war warm und hier im Wald ist es dampfig. Nach kurzer Zeit haben uns die Schnaken entdeckt und es beginnt ein ungleicher Kampf.
45 Minuten später erreichen wir endlich einen breiten geschotterten Waldweg und ab jetzt geht die Fahrt etwas flotter. Unser Glück ist jedoch nur von kurzer Dauer. Der Waldweg geht in einen zerfurchten Pfad über und wir müssen wieder schieben. Als wir am Ende dieses Weges aus dem Wald heraustreten und auf die freie Fläche kommen liegt vor uns ein breiter schöner frisch geschotterter Weg. Es ist unmöglich diesen zu befahren. Der Schotter liegt so lose, dass man mit den Reifen tief einsinkt und absolut nicht fahren kann. Also heißt es weiter schieben, schieben, schieben …
Mittlerweile ist es fast 19:00 Uhr und besonders weit sind wir noch nicht gekommen. Nach ca. 4 Kilometern ist der Schotterweg endlich zu Ende und wir können in die Pedale treten. Bei Christian schwinden jedoch schon langsam die Kräfte und so traut er sich nicht, sehr zu meiner Verärgerung, Berg-ab-Passagen zu fahren, sondern schiebt diese. Dies bedeutet einen weiteren Zeitverlust. Eigentlich wollten wir heute noch den „Weißfichtensee“ in der Nähe von „Ebern“ erreichen. Dort hatte ich geplant zu übernachten.
21:00 Uhr: Wir erreichen „Pettstadt“. Vorher hatten wir schon geschaut ob wir irgendwo geschützt unser Zelt aufbauen könnten. Auf der Hochfläche oberhalb von „Pettstadt“ gab es dazu jedoch keinen geeigneten Platz. In „Pettstadt“ gibt es einen Schönen Gasthof, der auch Zimmer vermietet. Leider hat er wegen Betriebsferien geschlossen. Wir beschließen also unser Tagesetappensoll doch zu erfüllen. Von „Pettstatt“ aus geht es auf der anderen Seite wieder hoch. Wir schieben bis zum Waldrand. Langsam wird es schon dämmrig. Da jetzt der Weg gut ist, kommen wir recht flott voran. Ein Wegweiser weist uns nach ca. 30 Minuten den Weg zum „Weißfichtensee“ nach links. Laut meinem GPS geht es jedoch geradeaus. Wir lassen uns von dem Wegweiser in die neue Richtung führen. Nach weiteren 20 Minuten, mittlerweile ist es fast ganz dunkel, drehen wir um. Wir fahren zu der Stelle an der wir abgebogen sind zurück und folgen jetzt meinem GPS. Christian droht mehrfach in den Graben zu fahren, es geht stetig bergab, unsere Lichtausbeute der Räder ist nicht besonders hoch und der arme Kerl ist ziemlich müde. Wir binden Christians Fahrrad mit einem Seilschloss versteckt im Wald an einen Baum und setzen ihn, gegen Herausfallen gesichert, auf das Gepäck im Anhänger. Weitere 20 Minuten später erreichen wir den „Weißfichtensee“. Vor Jahren, während meiner Bundeswehrzeit war ich hier zum letzten Mal. Wir umrunden den See und halten auf der anderen Seite auf einer kleinen Wiese. Hier werden wir übernachten. Wir schlagen unser Zelt, im Schein unserer Taschenlampe und zweier Kerzen, auf. Christian bekommt noch ein Brot zu essen und dann „Gute Nacht“.
In der Nacht beginnt es zu regnen …
Wir schlafen bis es aufgehört hat. Um 09:00 schäle ich mich aus meinem Schlafsack und nehme im See ein kurzes „Morgenbad“.

Die Sonne kommt langsam über den Baumwipfeln hoch.
Wir frühstücken und unterhalten uns über die Erlebnisse des Vortages.

Als ich zurückkomme, ich habe Christians Fahrrad nachgeholt, ist Maria schon dabei unsere Sachen zusammen zu packen.

Um 12:00 Uhr verlassen wir den ruhig daliegenden Waldsee Richtung Weißenbrunn. Ab jetzt geht es auf guten kaum befahrenen Straßen und Waldwegen weiter. Nach kurzer Zeit streikt Christian jedoch. Er hat keine Lust mehr ständig rauf und runter zu fahren. In „Bühl“, einer kleinen Ortschaft ca. 6-7 Kilometer vom Weißfichtensee entfernt, treffen wir wieder auf den „Rennweg“ und die Entscheidung unsere Tour abzubrechen. Der Vortag hat Christian doch zu sehr angestrengt.
Wir beschließen über „Jesserndorf“ – „Gemünd“ – „Reuthersbrunn“ nach „Ebern“ zu fahren, um von dort mit dem Zug nach „Baunach“ oder „Hallstadt“ zu gelangen.
Gesagt getan. Ein neues Ziel vor Augen läuft Christian plötzlich zur Hochform auf. Bis kurz vor „Ebern“ kommen wir gut voran. Da es noch früh am Nachmittag ist wollen wir jetzt doch nicht von „Ebern“ sondern von „Reckendorf“ mit dem Zug fahren. Bis „Reckendorf ist es außerdem flach und auf asphaltiertem Weg angenehm zu fahren. Unterwegs machen wir an einer Picknickbank eine ausgiebige Brotzeit.

Als wir in „Reckendorf“ ankommen fährt der Zug gerade Richtung „Ebern“ ab. Da es auf der Strecke nur diesen einen Zug gibt, dauert es eineinhalb Stunden bis er wiederkommt um dann Richtung „Bamberg“ zu fahren. Wir treten also weiter in die Pedale und fahren über „Reckenneusig“ und „Baunach“ weiter. Hinter Baunach halten wir uns rechts am „Main“ entlang und kommen gegen 17:30 Uhr am Wagner-Bräu-Keller vorbei. Hier endet für Christian und Maria unsere Tour. Wir kehren erst einmal ein und essen jeder, mit Blick auf das Maintal und die am Horizont liegende „Giechburg“, ein riesiges Wienerschnitzel.
Ich lasse Maria und Christian auf dem Bierkeller zurück und hole in knapp 40 Minuten das Auto.
Kurz darauf haben wir unser Gepäck verstaut und treten die Heimreise an.
Leider hat auf dieser Tour nicht alles so geklappt wie gewünscht, die Wege waren anfangs zumindest für Christian zu schlecht und haben viel Kraft geraubt. Natürlich sind wir am ersten Tag viel zu spät weggefahren und vielleicht war auch das erste Etappenziel zu weit.
Als Fazit bleibt jedoch festzustellen, dass wir wieder einmal ein tolles Abenteuer erlebt haben, das uns allen in langer Erinnerung bleiben wird, und, dass die „Haßberge“, mit toller fast entvölkerter Landschaft, ein grandioses Ausflugsziel direkt vor unserer Haustüre sind.

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