Kurztrip Kleinwalsertal 2009

Wanderurlaub im Kleinwalsertal

18.08. – 22.08.2009

Wir wollen die Ferienzeit noch nutzen und einen weiteren Kurztrip unternehmen. Es geht ins „Kleinwalsertal“ zum Bergwandern.
Am 18.08. fahren wir in den frühen Morgenstunden Richtung Allgäu. Zunächst ist unser Ziel „Oberstdorf“.
Mit „Oberstdorf“ verbinden uns einige Erlebnisse. So war ich hier während meiner Bundeswehrzeit fast ein halbes Jahr stationiert und Maria und ich haben uns hier kennen gelernt. Auch später haben wir hier schon etliche Wanderurlaube verbracht.
Heute wollen wir über den Freibergsee eine kleine Wanderung zum Gasthof „Laitner“ machen und dann auf dem Rückweg am „Freibergsee“ Baden gehen. Um 08:30 Uhr stehen wir auf dem avisierten Parkplatz „Ziegelhütte“ bei „Oberstdorf“ und machen uns zum Abmarsch bereit. Nach kurzem steilen Aufstieg stehen wir oberhalb des „Freibergsees“.Der „Freibergsee“ liegt auf 930 m Meereshöhe. Mit rund 16 ha Wasserfläche ist er einer der größten Allgäuer Hochgebirgsseen. Malerisch in die Gebirgslandschaft eingebettet liegt der stille (um diese Urzeit) See vor uns.
Wir umrunden ihn auf der rechten Seite um zur alles überragenden „Heini-Klopfer-Skiflugschanze“ zu gelangen.
Christian ist schwer beeindruckt und hat, als wir beschließen nach oben zu fahren, mächtig Angst. Relativ schnell geht es mit dem Aufzug nach oben. Beeindruckend ist der Blick von hier oben. Wir fragen uns, wie auch schon bei unseren früheren Besuchen, wie man so „krank“ sein und hier freiwillig runterfahren kann.
Zurück auf der Erde führt uns unser Weg weiter bis zum Gasthaus „Laiter“. Am heutigen Morgen sind wir die ersten Gäste. Wir machen es uns auf der großen Sonnenterasse gemütlich und Frühstücken erst einmal.
Gegen Mittag sind wir zurück am Freibergsee. Wir besuchen das „Strandbad Freibergsee“ und nehmen ein kühles Bad. In atemberaubendem Bergpanorama ein wirkliches Erlebnis. Hunde haben leider keinen Zutritt und so müssen wir unseren „Ella-Hund“ von draußen am Zaun anbinden.

Zwei Stunden später schnüren wir wieder die Wanderschuhe und gehen zurück zum Auto. Wir wollen heute noch ins Kleinwalsertal und dort auf dem Campingplatz „Vorderboden“ in „Baad“ unser Zelt aufschlagen.
Ungefähr eine Stunde sind wir unterwegs, bis wir den am Ende des „Kleinwalsertals“ gelegenen Campingplatz erreichen. Nach längeren Verhandlungen können wir endlich den Stellplatz beziehen den wir uns auch ausgesucht hatten. Der Campingplatz ist ruhig, direkt an der „Breitach“ auf 1250 m gelegen, schön grün und mit Blick auf die schönen Berge, die das Tal abschließen.
Wir bauen unser Campingequipment auf, erkunden den Platz und essen zu Abend.

Anschließend planen wir noch die Bergtour für den Folgetag.
Die Bewegung an der frischen Luft hat uns müde gemacht und so gehen wir heute früh schlafen.

19.08.2009

Um kurz nach sieben bin ich auf den Beinen. Mit Ella zusammen genieße ich die ruhigen Minuten entlang der „Breitach“. Zurück am Zelt schälen sich auch gerade Maria und Christian aus dem Bett. Gegen 09:30 Uhr sind wir abmarschbereit. Direkt vom Campingplatz aus laufen wir über die Ortschaft „Baad“. Wir wollen eine Runde um den großen „Widderstein“ machen. Durchs „Bärgunttal“ geht es hinauf über die „Bärgunthütte“ (1408 m) und die „Oberen Bärguntalpe“ auf den „Hochalppass“ (1938 m).

Christian ist extrem gut drauf und ist bemüht alle Leute die vor uns laufen zu überholen. Somit schaffen wir es in Rekordzeit bis zum „Hochalppass“. Von hier aus geht es etwas gemächlicher bis zur „Widdersteinhütte“ auf 2015m. Wunderschön ist das Gipfelpanorama über den Allgäuer Hauptkamm. An der Widdersteinhütte kehren wir erst einmal ein. Herrlich ist es bei strahlendem Sonnenschein auf der Terrasse zu sitzen. Christian erkundet die Hütte und kommt ganz aufgeregt zurück. „Es gibt Hüttenstempel“ ruft er „und irgendwo auch Wanderpässe für Kinder“. Er zeigt dabei auf einen Jungen, der mit ihm zusammen aus der Hütte kommt. Maria erkundigt sich bei der Mutter des Jungen wo es denn die Wanderpässe gäbe. Nach dem wir uns lange genug ausgeruht haben laufen wir weiter bis zum „Gemstelpass“ (1972 m) und von dort über die „Oberen Gemstelalpe“ (1694 m) durch eine Klamm weiter hinunter zur bewirtschafteten „Hinteren Gemstelalpe“ (1320 m). An allen Hütten holt sich Christian auf einem Zettel den jeweiligen Hüttenstempel. In großem Bogen geht es zurück Richtung „Baad“ und unserem Campingplatz. Rund 18 Kilometer weist mein GPS für die heutige Tour aus. Ganz ordentlich für eine Gebirgstour wie wir finden.
Am Abend, eigentlich ist es schon abends, da wir erst gegen 17:00 Uhr am Zelt ankommen, fahren wir als erstes zum Fremdenverkehrsamt und holen für Christian einen Wanderpass. Die Dame in dem Büro ist so freundlich für Christian die Stempel auszuschneiden und in das Heft einzukleben. Für jede bewanderte Hütte gibt es eine bestimmte Anzahl von Punkten, für 100 Punkte gibt es dann eine bronzene, für 200 eine silberne und für 300 Punkte eine goldene Wandernadel. Ein paar Lebensmittel kaufen wir noch unterwegs.

Zurück am Zelt kochen wir noch etwas Leckeres und lassen den schönen Tag bei einer eben solchen Flasche Rotwein ausklingen. Die morgige Tour ist auch schon besprochen und so schlafen wir gut.

20.08.2009

Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Bus nach „Riezlern“. Mit der „Kanzelwandbahn“ wollen wir die „Kanzelwand“ hinauf. 33,–Euro wechseln den Besitzer und schon schweben wir mit unserer Kabine dem Berg entgegen. Erste Amtshandlung Christians ist es sich an der Bergstation „Kanzelwandhaus“ einen Stempel zu holen. Unterhalb des Kanzelwandhauses liegt ca. 500 Meter entfernt ein Berggasthof. Auch dorthin muss Christian noch absteigen um sich einen Stempel zu holen. Maria und ich warten solange und genießen die Morgensonne.

Nachdem Christian stolz seine Stempel präsentiert hat geht es endlich los. Über die „Kanzelwand“ steigen wir auf zum 2058 Meter hohen „Warmatsgrundkopf“. Von diesem Berggipfel bietet sich ein berauschender Blick ins Allgäu und die Vorarlberger Alpen.

Ab hier werden es weniger Leute. Wir wandern weiter über die Ruine der „Kühgrundalpe“. Von hier geht es laut Beschilderung in einer Stunde zur „Fiderepasshütte“ (2070m). Der Weg von der „Kühgrundalpe“ zur „Fiderepasshütte“, das wissen wir von früheren Wanderungen, ist recht kräftezehrend. Christian, den nächsten Stempel schon vor Augen, und Ella stürmen voran. Wir haben Probleme an den beiden dran zu bleiben. Alle Leute die wir überholen fragen uns, was wir dem Kind für Leistungsdrogen zum Frühstück gegeben haben. Schwitzend und schnaufend erreichen wir die „Fiederepasshütte“ nach exakt 31 Minuten. Von wegen 1 Stunde –es geht auch schneller!

Dennoch brauchen wir unbedingt einen Schattenplatz. Wie sich später herausstellt ist heute der bisher heißeste Tag des Jahres. Auch hier oben macht sich trotz der Höhe die Wärme bemerkbar.
Nach einem ausgiebigen Mittagessen machen wir uns an den Abstieg.

Über die „Fluchtalpe“, obere und „Untere Wiesalpe“ steigen wir ab. An der „Unteren Wiesalpe“ kehren wir noch einmal ein und Maria kauft einen ganz hervorragenden hausgemachten Ziegenkäse. Von hier aus sind es noch etwa vier Kilometer, bis wir die Bushaltestelle in „Bödmen“ erreichen. Nach dieser tollen Tagestour haben wir uns eine ordentliche Dusche verdient! Vorher jedoch gehen wir noch am Campingplatz in der „Breitach“ baden. Eiskalt ist das Wasser des Gebirgsbachs. Wir essen noch etwas und spielen ein bisschen Federball.

Da es abends, wenn die Sonne weg ist, kühl wird gehen wir auch heute wieder zeitig ins Bett.

21.08.2009

In den frühen Morgenstunden wachen wir plötzlich auf. Unter unseren Köpfen bewegt sich was. Das „Was“ gräbt und scharrt unter dem Zeltboden. An Schlafen ist nicht mehr zu denken. Wir versuchen von innen das Tier zu vertreiben, aber es funktioniert nicht. Ich stehe auf, entferne ein paar Heringe, hebe den Zeltboden leicht an und schlage die Maus in die Flucht. Der Rest der Nacht verläuft ohne Störungen.
Der Morgen präsentiert sich als nicht mehr ganz so schön wie die vorhergehenden Tage. Hauptsache jedoch es bleibt trocken.
Für den heutigen Tag haben wir uns den „Hohen Ifen““und das „Gottesackerplateau“ als Tourziel ausgesucht.
Der „Ifen“ ist mit seinen, in drei Stufen, nach Nordosten ins Hirschgundtal senkrecht abfallenden Felswänden (Ifenmauer, Obere Gottesackerwände, Untere Gottesackerwände) einer der markantesten Berge der Allgäuer Alpen und ist auch von weitem sehr gut erkennbar.
Interessant ist das öde und verkarstete ca. 5 qkm große „Gottesackerplatteau“ zwischen „Ifenmauer“ und den „Oberen Gottesackerwänden“. Es steht unter Naturschutz.
Mit dem Auto fahren wir zur Talstation den „Ifenbahn“ und parken dort an der „Auenhütte“ unseren Wagen. Zur „Ifenhütte“ steigen wir auf breitem Forstweg auf zur „Ifenhütte“.

Leider zieht sich, als wir dort nach ca. 40 Minuten ankommen, der Himmel immer weiter zu. Wir gehen trotzdem weiter bis zum Bergrestaurant „Bergadler“. Von hier aus kann man bereits über das „Gottesackerplateau“ schauen. Mittlerweile treiben große Wolkenfetzen über das Plateau und hüllen es teilweise ganz ein. Nach kurzer Pause im Bergrestaurant betreten wir den „Gottesacker“.

Man muss vorsichtig laufen. Überall gibt es tiefe Spalten im Fels. Die zerfurchte Karstlandschaft ist einmalig. Springend und teilweise kletternd kommen wir voran. Leider ist das Wetter jetzt ziemlich schlecht und es regnet sogar immer wieder mal ein bisschen.


Im weiteren Verlauf des Weges kommen wir an der sogenannten „Schneiderküren-Alpe“ vorbei. Bei ihr wurde in den letzten Jahren (um das Jahr 2000) ein steinzeitlicher Jägerrastplatz freigelegt. Dieser rund 8000 Jahre alte Jägerrastplatz zählt zu den ältesten Spuren menschlichen Lebens im Vorarlberg. Eine Hinweistafel gibt Aufschluss über Geschichte, Beschaffenheit und Fundstücke, die bei den Ausgrabungen der Universität Innsbruck gefunden wurden.
Je weiter wir uns bergab laufend wieder dem Tal nähern, desto besser wird das Wetter. Als wir zurück zu unserem Auto kommen kehren wir noch in der „Auenhütte“ ein. Christian muss noch unbedingt einen Kaiserschmarrn essen, während uns der Sinn nach etwas deftigem steht.
Leider war das der letzte unserer Ausflüge morgen fahren wir zurück nach hause. So ist es auch nicht schlimm, dass es in der Nacht anfängt zu regnen.
Am Morgen des 22.08.2009 sind die Sachen recht schnell, wenn auch teilweise nass, verstaut. Wir bezahlen und machen uns auf die Heimreise ….

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2 Kommentare bei “Kurztrip Kleinwalsertal 2009

  1. Rina

    Lieber Marten,
    faszinierendere Beschreibungen und tolle Bilder!
    Bergwandern mit Kinder, wie funktioniert das? Viele Eltern haben Schwierigkeiten,
    Kinder zu motivieren. Hat Bergwanderkarriere deines Sohnes mit diesem ersten Stempel begonnen oder noch früher? Eine Zusammenfassung wäre bestimmt für andere Eltern hilfreich. Und Inspiration für Kinder? Da würde ein Bericht von deinem Sohn gerade richtig!

    • m-mehle.de

      Hallo Rina,
      danke für das nette Feedback. Die Stempel waren immer eine Motivation, auch schon vor diesem Urlaub. Den Gedanken darüber einen Bericht zu schreiben nehme ich gerne auf.

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