Italien April 2009

Reisetagebuch Italien (Toskana) im April 2009 …

Dieses Jahr haben wir insgesamt unsere Urlaubsplanung, bedingt durch die Schulferien Christians, anders gestaltet. Ursprünglich wollten wir eigentlich an Ostern zu hause bleiben, aber Maria hat per Internet ein Appartement auf bzw. in einer Burg zu unschlagbarem Preis in der Toskana entdeckt und so haben wir uns kurzfristig entschlossen, zusätzlich zu unserem eh schon gebuchten Italienurlaub an Pfingsten, jetzt über Ostern für einen Wanderurlaub in die Toskana zu fahren. Ich bin bezüglich des Appartements sehr skeptisch, trotzdem buchen wir es für zwei Wochen. Wir wollen die Toskana per pedes unsicher machen.

Freitag 03.04.2009

Der Tag vor unserer Abfahrt. Da ich selbst heute frei habe, will ich noch einiges an Reisevorbereitungen treffen und den Garten etwas auf die neue Saison vorbereiten. Leider war die Idee nicht so gut. Nach dreistündiger Gartenarbeit fehlt nur noch der Schlauchwagen, der in der Gartenhütte steht. Während ich diesen aus seinem Winterquartier ziehe, fährt mir ein böser Schmerz in den Rücken. Als Maria nach Haus kommt liege ich nach einem heißen Bad im Bett. Die weiteren Reisevorbereitungen liegen bei Maria. Ob wir (ich) überhaupt fahren können? Maria verabreicht mir eine Spritze, danach geht es etwas besser…

Pause in der Nähe von Affi

Samstag 04.04.2009

Der Wecker klingelt um 03:30 Uhr. Ich werde nochmals verarztet, dann packen wir die restlichen Sachen. Im Auto sitzend sind die Rückenschmerzen wider Erwarten gar nicht so schlimm. Um kurz vor 05:00 Uhr fahren wir los.
Wie die Jahre zuvor, fängt es auch heuer wieder kurz hinter dem Gardasee an zu regnen. Der einzige Unterschied zu den Vorjahren ist der, dass es diesmal nicht aufhören will.

Als wir um die Mittagszeit kurz vor Florenz durch die Berge fahren ist die Urlaubsstimmung fast dahin. Stundenlang hat es bis hierhin nun geregnet – und kalt ist es auch. Eine halbe Stunde weiter, die Berge liegen hinter uns, ist der Spuk vorbei. Die Sonne scheint über Florenz.
Da wir genug Zeit haben, wir können das Appartement erst ab 16:00 Uhr beziehen, fahren wir ab Florenz Landstraße. Quer durch das Chiantiweinanbaugebiet geht es über Greve nach Radda.

Maria und ich waren hier schon einmal im Jahr 2000.

Radda liegt im Weinanbaugebiet des Chianti Classico auf dem Monte Querciabella und ist von großen Höhenunterschieden geprägt. Der Hauptort liegt in einer Höhe von 530 Metern, während der tiefstgelegene Stadtteil Lucarelli bei etwa 280 m liegt. Der höchste Punkt der Gemeinde liegt bei 845 m.

Unterwegs in Radda

Wir machen hier eine Pause und schlendern ein bisschen durch die Gassen, bevor wir weiterfahren.
Wir wollen nach „Castello di Monteio“, einem kleinen Weiler oberhalb der Ort- schaft Cavriglia. Luftlinie von Radda ist unser Ziel vielleicht noch 7 km entfernt, auf der nun folgenden Straße folgt Kurve nach Kurve und Kehre nach Kehre.
Nach knapp 40 Minuten sind wir da. Wir werden schon erwartet: Senior Spartaco, der Verwalter, empfängt uns und weist uns in die Örtlichkeiten ein.

Das Castello ist wirklich eine alte ehemalige Burg mit einer Kirche vor die eine Barockfassade vorgeblendet wurde. Von hier oben hat man rundherum eine tolle Aussicht.
Die Anlage gehört der Kirche und im 1. Stock des Haupthauses wohnt der „Monsignore“ der hiesigen Gemeinde. Unser Appartement befindet sich im Castello, unter dem mit acht (!) Glocken bestückten Glockenturm.

Küche mit Mühlstein

Es besteht aus zwei Räumen. Ehemals eine Getreidemühle, wird der erste Raum von einem großen Mühlstein beherrscht.

Hier befindet sich auch die Küchenzeile. Der zweite Raum ist ein geräumiges Schlafzimmer mit einem sehr großen Schrank, einem Doppelbett und zwei Einzelbetten. Unsere Erwartungen sind bei Weitem übertroffen.
Christian ist begeistert, vor allem als um 18:00 Uhr die Glocken mit großem Gedröhne im Kirchturm loslegen. Gott sei Dank sind die Wände des Appartements so dick, dass man hier ohne bleibende Hörschäden gut leben kann.

Da heute Samstag ist, fahren wir nachdem wir uns eingerichtet haben, ins ein Kilometer entfernte Cavriglia und decken uns mit dem Nötigsten beim dortigen CoOp ein.

Die Käse und Wurstabteilung lässt einen vermuten man sei im italienischen Feinkostladen. Es gibt alle Leckereien, die das Herz begehrt. Einem ersten italienischen Abendessen steht nichts mehr im Wege.

Sonntag 05.04.2009

Trotz Glockenleuten haben wir sehr gut geschlafen. Für heute ist eine Wanderung geplant. Nach dem Frühstück geht’s los. Wir fahren zum Castello die Volpaia. Das Castello liegt auf einem Hügel gegenüber von Radda.
Trotz zahlreicher Ergänzungen und Zerstörungen zeigt Volpaia noch heute den Charakter einer florentinischen Festung im Chianti-Gebiet. Die Festung bestand aus einem Mauerring von annähernd elliptischer Form – darin einige Türme zur Verteidigung. Der größte von diesen, seitlich des Tores gelegen und mit rechteckigem Grundriss, diente als Hauptturm. Außer einigen Teilen des Mauerrings sind heute noch der Hauptturm und einer der kleineren Türme erhalten geblieben.

Wir parken das Auto unterhalb des Befestigungsrings auf einem Parkplatz und starten unsere „Toskana-Eingewöhnungswanderung“ über Castelvecci. Im weiten Bogen geht es durch die toskanische Hügellandschaft. Unterhalb von Castelvecci, einem großen Schloss mitten in den Bergen, gibt es eine Picknickbank.

Picknick unterwegs

Dieser lassen wir auch ihre Bestimmung zu kommen. Lange sitzen wir hier, essen unsere Brote und genießen die Sonne. Die Wolken segeln am Himmel dahin und werfen ihre Schatten in die Landschaft. Ständig verändert sich das Licht –„toskana-like“.

Blick Richtung Radda

Montag 06.04.2009

Morgens bietet sich von „unserem“ Hügel ein toller Ausblick. Die Sonne scheint. Im Tal wabert Nebel. Lücken in ihm geben ab und zu die Sicht frei auf die Landschaft darunter. Nach dem Frühstück strahlt der Tag. Der Nebel hat sich verzogen.

Auch heute haben wir wieder eine Wanderung geplant. Wir fahren nach Gaiole, einer Ortschaft in der Nähe. Von hier aus wandern wir über Castello di Meleto, Castagnoli und Barbiscio in einem großen Rundweg zurück nach Gaiole.
Der Weg ist das Ziel. Alles blüht und steht im satten Grün. Nur die Steineichen sind noch kahl und weigern sich noch, ihr Blattgrün beizusteuern.
Auf unserem Weg passieren wir die die massiven Festungsanlage Castello di Meleto.

Castello di Meleto

Das Wort Meleto bedeutet wohl Apfelgarten oder Apfelhain. Das Schloss besteht auf der Seite des Höhenrückens aus einer massiven Festungsanlage aus dem 4. Jahrhundert mit zwei stattlichen zylindrischen Türmen, zur Bergseite hin aus dem großen Pallas, der ein kleines Theater aus dem 7. Jahrhundert beherbergt.

Barbiscio

Über das Bergdorf Castagnoli führt uns unser Weg weiter nach Barbiscio.
Barbiscio ist eine kleine Burganlage, die bis auf das Jahr 1086 zurückgeht. Sie gehörte, im Besitz der Florentiner, zusammen mit den Burgen Meleto, Montegrossi und Vertine zu den Verteidigungsanlagen dieser Gegend. Markant ist der hohe Turm Barbiscios, der das unter der Burg liegende Tal bewacht. Um die Burganlage liegt heute der kleine gleichnamige Weiler mit einem kleinen Restaurant und verschiedenen Übernachtungsmöglichkeiten.

Von hier aus geht es zurück nach Gaiole.
Der heutige Tag war eine 100%-tige Steigerung zum gestrigen. 14 Kilometer liegen am Tagesende hinter uns. Jetzt geht es schnell nach Hause. Der Hunger muss gestillt werden.

Dienstag 07.04.2009

An diesem Morgen bietet sich nach dem Aufstehen das gleiche Schauspiel wie gestern. Dichter Nebel hängt im Tal, und auf „unserem“ Hügel scheint die Sonne. Christian hat sich mit einem gleichaltrigen Mädchen aus dem Nachbarappartement angefreundet und macht mit ihr bis zum Start unseres heutigen Ausflugs die Gegend unsicher. Wir fahren nach San Luca, einem kleinen Ort bei San Gimignano.

Hier beginnt unsere heutige Wanderung.
Natürlich führt unser Weg wieder durch die tolle toskanische Landschaft und bietet reizvolle Blicke auf San Gimignano, das „Manhattan des Mittelalters“, mit seinen alles überragenden Wohntürmen.

Blick auf San Gimignano

Aber zunächst kommen wir nach ein paar Kilometern nach Montauto.
Montauto ist eine kleine Burganlage, die im Jahre 964 als Militärstützpunkt erbaut wurde und den Handelsverkehr zwischen Pisa und Arezzo überwachte. Später, im 16. Jahrhundert wurde die Burg zu einem Schloss ausgebaut.

Unterwegs Richtung Montauto

Die Anlage liegt in Alleinlage auf einem die Gegend beherrschenden Hügel. Dementsprechend schön ist der Ausblick von hier oben. Auf unserer insgesamt 11 Kilometer langen Wanderung überqueren wir noch mittels einer Furt einen kleinen Fluss und gelangen an einer schönen Mühle vorbei wieder zu unserem Ausgangspunkt.

Blick zurück auf Montauto

San Gimignano nach dem großen Regen

Nach dieser tollen Wanderung haben wir uns eine Stadtbesichtigung aufs Programm geschrieben. Raus aus den Wanderklamotten und rein in „salonfähige Touristenbekleidung“. Leider scheint das Wetter nicht zu halten. Dunkle Wolken ziehen auf.
Als wir in San Gimignano ankommen beginnt es zu regnen. Wir kommen gerade noch bis zu einer Eisdiele am Hauptplatz der Stadt, als es sintflutartig anfängt zu regnen. Eis essend warten wir ca. 45 Minuten lang bis der Regen langsam nachlässt. Sturzbäche fließen mittlerweile durch die Gassen der Stadt. Leider ist der große Rathausturm, auf den Christian unbedingt steigen wollte wegen des Regens gesperrt.

So schlendern wir ein wenig durch die Stadt und lassen die mittelalterlichen Gebäude auf uns wirken. Da es jedoch wettertechnisch ziemlich ungemütlich ist, lassen wir es damit bewenden und treten die Heimreise an.

Diesmal wähle ich nicht die unendlich kurvende Landstraße sondern die Autobahn nach Siena. Unterwegs ergänzen wir noch bei Lidl in Poggibonsi unsere Vorräte.
Auf „unseren“ Hügel scheint die Abendssonne. Hier hat es nicht geregnet.

Mittwoch 08.04.2009

Heute ist wanderfreier Tag. Wir fahren zur Stadtbesichtigung nach Siena. Außerhalb vom Zentrum finde ich einen Parkplatz. Wir machen uns auf den Weg, aber wir finden diesen nicht. Leider deckt unser kleiner Stadtplan nur das Zentrum ab. Wir sind aber irgendwo (wo nur?) und sind ziemlich „planlos“ – im wahrsten Sinne des Wortes. Nach 30 Min des Umherirrens gehen wir zum Auto zurück und fahren Richtung Zentrum. Nach langem Suchen finden wir endlich einen Parkplatz. Auf geht’s! Jetzt sind es nur noch wenige Meter zum Zentrum. Wie schon bei unserem letzten Besuch im Jahr 2000, gefällt uns Siena sehr gut, und nimmt uns sogleich wieder gefangen.

Trotz vieler Touristen strahlt die Stadt Ruhe aus. Vom der Piazza di Populo ist Christian schwer beeindruckt.

Nach einer Campanile-Besteigung besuchen wir noch die Musikakademie und den Dom. Wir schlendern durch die Straßen und Gassen. Der Tag wird für Christian perfekt, als plötzlich mit lautem „Tschingdarassabum“ eine amerikanische Marschkapelle durch eine der Gassen auf uns zukommt und am nächsten Platz ein kleines Konzert gibt.

Blick zurück auf Monteio

Donnerstag 09.04.2009

Nach einem ausgiebigen Frühstück wollen wir heute direkt ab Monteio wandern. Von „unserem“ Hügel aus kann man eine Burg sehen. Dorthin wollen wir.

Immer den Berg mit der Ruine im Blick geht es zuerst ins Tal um von hier aus wieder aufzusteigen. Nach ca. einer Stunde erreichen wir das Benediktinerkloster „Badia a Coltibuono“.

Badia a Coltibuono

Nach einer Besichtigung der Klosterkirche, auch der Klostergarten kann gegen Gebühr besucht werden, laufen wir die Zufahrtsstraße zum Kloster abwärts und queren die Verbindungsstraße Cavriglia-Gaiole. Vor uns liegt auf einem Berg die Burgruine „Castello di Montegrossi“, unser Ziel für diesen Tag. Zwanzig Minuten später stehen wir an der Burg. Sie besteht nur noch aus einem Bergfried, ansonsten ist nicht viel zu sehen.

Um nicht den gleichen Weg zurück laufen zu müssen, beschließen wir im Linksbogen Richtung Monteio zu gehen. Wir gehen durch die kleine Ortschaft Montegrossi und folgen der Straße bis zu einer Abzweigung nach links. Hier beginnt unser heutiges Abenteuer. Auf gutem Weg schreiten wir voran, es geht stetig Berg ab und die Richtung stimmt auch. Nach etwa 1,5km wird der Weg schaler, wird zum Pfad, dann nur noch zur kaum erkennbaren Spur….und hört mitten im Wald auf. In der Hoffnung die vermeintlich nahe Straße zu erreichen, kämpfen wir uns durch den Wald und eine Schlucht, an der anderen Talseite wieder Berg auf und sind dann, als wir die Straße nicht erreichen ziemlich ratlos. Da wir keine Karte haben, versuche ich anhand meines GPS so ungefähr zu lokalisieren, wo wir sind. Schließlich komme ich zu dem Schluss, dass zwischen unserem Standort und der Straße eine weitere Schlucht liegt. Wir geben es also auf, auf diesem „Weg „ die Straße zu erreichen. Um jedoch nicht alles zurücklaufen zu müssen, schlagen wir uns am Hang entlang durch in der Richtung, die laut meines GPS-Geräts, die richtige sein müsste. Nach weiteren 20 Minuten Kletterei durch den Wald erreichen wir wieder einen schmalen Pfad, der kurz darauf für uns an einem verschlossenen Tor endet. Am Zaun entlang gehend entdecken wir ein Loch in diesem, Schlüpfen hindurch und folgen jetzt dem ordentlichen Weg innerhalb des Zauns. Bald kommen wir aus dem Wald heraus, überwinden erneut den Zaun und gehen jetzt auf einem Feldweg bergab. Als der Wald den Blick nach links freigibt sehen wir, wie weit wir noch von Monteio entfernt sind. Tatsächlich liegen zwei Taleinschnitte zwischen uns und Monteio. Durch die Weinberge geht es jetzt immer Richtung Cavriglia. Um Christian zu motivieren versprechen wir ihm zum Abendessen leckere Pizza. Am Spätnachmittag erreichen wir endlich Cavriglia und kurz darauf Monteio. Mit unserer „Verlaufaktion“ liegen laut GPS rund 22 Kilometer hinter uns. Christian ist mächtig stolz. Er ist das erste Mal über 20 Kilometer gelaufen.

Am Abend besorge ich die versprochene Pizza beim „Pizza-Doc“. Mit Pizza und gutem Rotwein klingt der erlebnisreiche Tag aus

Freitag 10.04.2009

In der Toskana gibt es sowohl exklusive Kurorte mit modernsten Thermalanlagen als auch badewannengroße Naturbecken mit schwefelhaltigem oder radioaktivem Heilwasser weitab jeder größeren Stadt. In unserem Reiseführer haben wir von einem Thermalbad gelesen, das frei zugänglich und landschaftlich reizvoll sein soll. „Terme Bagni di Petriolo“ heißt es und liegt 32 km von Siena in der Südtoskana (43° 4′ 50.6″ nördlicher Breite und 11° 17′ 58.9″ östlicher Länge). Über Sinterterrassen fließt das Wasser in einen Fluss. Nach der gestrigen anstrengenden Wanderung wollen wir heute dieses Bad erkunden. Über die kurvigen Straßen der Toskana geht es an Siena vorbei Richtung Süden.

Terme Bagni di Petriolo

Terme Bagni di Petriolo

Eine schmale, aber immerhin geteerte Zufahrtsstrasse mit 20 % Gefälle führt hinunter ins Tal der Farma.

Wunderschön liegt die „Therme von Petriolo“ am Bach Farma, unterhalb der nur als Ruinen erhaltenen Thermen von Papst Pius II. Über mehrere Sinterterrassen und –becken ergießt sich das über 40°C heiße Wasser in den Bach. Wenn man sich an den Schwefelgeruch gewöhnt hat kann man in den Becken wunderbar badewannenähnlich liegen. Im Fluss erfolgt dann die Abkühlung. Zudem ist im Fluss mit Natursteinen ein Halbkreis abgetrennt, damit das heiße Wasser nicht gleich wegfließt. Auch hier lässt es sich behaglich plantschen.

Bei herrlichem Sonnenschein verbringen wir hier den ganzen Tag. Am Spätnachmittag fahren wir nach Casale di Pari. Hier soll es eine sehr gute traditionelle Trattoria (Trattoria IL Cacciatore) geben. Leider hat sie zu, so dass wir unverrichteter Dinge nach hause fahren und selber kochen.

Samstag 11.04.2009

Ausflug Tierpark Carviglia.
Nahe bei Carviglia gibt es einen Tierpark. Um Christian eine Abwechslung zu bieten, besuchen wir diesen heute. Nach ca. einer halben Stunde sind wir da. Leider bietet das Areal einen etwas verwahrlosten Eindruck. Teilweise sind die Gehege kaputt. In einigen sind jedoch noch Klein-Tiere zu sehen. Ein Esel, mehrere Ponys und zwei Vogel Strauss gibt es. Den wenigen italienischen Besuchern scheint es zu gefallen. Maria und ich sind etwas enttäuscht, Christian jedoch ist begeistert als wir etwas abseits im Wald einen Braunbären in seinem Gehege entdecken. Insgesamt ist dieser Tierpark jedoch keinen Ausflug wert. Den Rest des Tages verbringen wir auf „unserem“ Hügel.

Sonntag 12.04.2009 (Ostern)

Heute machen wir eine Wanderung zu einer ehemaligen Mühle in der Nähe von Petriolio. Anschließend besuchen wir erneut die  „Terme Bagni di Petriolo“ .

Mühlenruine unterwegs

Ruine unterwegs

Wasserfall an der Mühle

Ella nimmt ein Bad im Fluss

Montag 13.04.2009

Nach der Fahrerei von gestern bleiben wir heute in „heimatlichen Gefilden“. Wir fahren mit dem Auto zum Benediktinerkloster „Badia a Coltibuono“, an dem wir bei unserer Donnerstagswanderung schon einmal vorbei gekommen sind, und parken hier unser Auto. Unsere heutige 18 Kilometer lange Wanderung führt uns am Höhenkamm von Coltibuono entlang und im Kreis über „Podere San Marco“ zur Ortschaft Selvone. Unterhalb diese kleinen entzückenden Borgos steht die Mühle „Mulino di Selvole“, die wir nach wenigen Minuten über einen alten Maultierpfad erreichen. Von hier aus wandern wir weiter über „Poder La Casa di San Donato“ nach Gaiole. Von Gaiole aus führt uns unser Weg zurück nach „Badia a Coltibuono“.

Dienstag 14.04.2009

Ausflug Florenz
In der Hoffnung, dass unter der Woche weniger los ist, fahren wir heute nach Florenz. In der nähe des Bahnhofs finden wir eine Parkplatz.

Von hier aus stürzen wir uns ins Gewühle. Wir wollen zuerst zum Dom Santa Maria del Fiore. Er ist für seine gewaltige Kuppel weltbekannt. Sie ist eine technische Meisterleistung der frühen Renaissance. Als wir auf den Domplatz einbiegen, sehen wir schon eine lange Schlange von Touristen vor dem Eingang des Doms stehen. Wir umrunden den Dom und treffen auf eine weitere Touristenschlange die am Aufgang zur Kuppel ansteht. Christian will dem Dom unbedingt aufs Dach steigen. Da hier die Anzahl der Wartenden nicht ganz so groß ist, reihen wir uns ein. Nach ca. 30 Minuten sind wir an der Kasse vorbei und steigen Richtung Kuppel auf. Durch viele Gänge und unzählige Treppen gewinnt der Weg an Höhe, bis er schließlich an einer Balustrade am Beginn der Kuppel, aber innerhalb der Kirche entlang führt. Von hier oben ist man dem fantastischen 4000 qm Fresko des Kuppelgewölbes ganz nah.

Es ist in seinen Ausmaßen riesig und gilt als der flächenmäßig größte Fresken-Zyklus zu einem christlichen Thema. Die Menschen unten im Kirchenschiff wirken klein wie Ameisen. Ab hier führen die Treppen zwischen der inneren und äußeren Kuppelwand über 463 Stufen weiter nach oben bis zur Laterne an der Kuppelspitze in 106 Meter Höhe.

Kuppel Santa Maria del Fiore

Blick über Florenz

Michelangelo lässt grüssen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als wir oben stehen bietet sich uns ein fantastischer Blick über Florenz. Wir sind begeistert, zumal wir bei unserem letzten Besuch im Jahr 2000 die Kuppel nicht besichtigt haben.

Ponte Vecchio

Zurück auf der Erde statten wir nun auch der eigentlichen Kirche einen Besuch ab. Jetzt in der Mittagszeit ist die Schlange der Wartenden fast verschwunden.

In Anschluss geht es weiter, vorbei an den Uffizien zur Ponte Veccio. Wir lassen uns treiben. Die Menschenmassen in diesem einzigartigen Freilichtmuseum sind unbeschreiblich –Touristen aus der ganzen Welt bevölkern die Straßen und Plätze.

Wir besichtigen die Franziskanerkirche Santa Croce in der sich die Grabmäler von Michelangelo, Machiavelli, Gioacchino Rossini, Guglielmo Marconi und Galileo Galilei befinden, die Piazza della Signoria, den Palazzo Vecchio mit dem an seiner Frontseite stehenden David von Michelangelo, die Loggia dei Lanzi, den Neptunbrunnen und …und …und …;

Am Spätnachmittag treten wir die kurze Heimreise an. Ganz schön anstrengend so ein Besichtigungstag. Florenz hat uns wieder einmal gut gefallen.

Weniger schön ist, dass mittlerweile in fast jeder Kirche Eintritt verlangt wird, und natürlich die Menschenmassen. Wir sind daher ganz froh als wir in der Ruhe „unsres“ Hügels zurück sind.

Gut bewacht

Neptunbrunnen

Mittwoch 15.04.2009

Ausflug Violinen Bucht
Heute, es ist wieder ein toller Sonnentag, fahren wir ans Meer. Nicht um zu baden, sondern um dort im Naturschutzgebiet Bandite di Scarlino am Tyrrhenischen Meer eine Wanderung zu machen.

Golfe von Follonica

Wir fahren nach „Portiglione“. Ca. 100 Kilometer sind es bis dorthin. In der Nähe des Hafens lassen wir unser Auto stehen und wandern im Inneren des Golfes von Follonica auf gutem Weg an der Küste entlang.

Da es recht warm ist, haben wir doch unsere Badesachen mitgenommen. Unser Ziel ist die Cala Violina, einer Bucht mit tollem Sandstrand. Der Name dieses Strandes kommt von seiner seltenen Charakteristik (es soll nur zwei Strände auf der ganzen Welt geben die diese haben).

Wenn man auf den Sand tritt, gibt dieser violinenähnliche Geräusche von sich.

Violinenbucht

Nach ca. vier Kilometern stehen wir an der Bucht, die man nur zu Fuß oder per Boot erreicht.

Vor uns liegt in einer unwirklich anmutenden Umgebung der Strand mit seinem weißen Sand, der ins klare, blaue Wasser abfällt und hinter unserem Rücken, nur wenige Meter entfernt steht der schöne, schattenspendende Wald der “macchia mediterranea“. Außer uns sind nur noch ganz wenige Leute am Strand oder im Wasser.

Am Strand

Christian und Maria ziehen sofort ihre

Badesachen an und sind in „Null-Komma-Nichts“ im Wasser. Baden in Italien im April??? Ja es geht! Die Bucht liegt wunderbar geschützt und der Sand ist schön warm, das Wasser nicht zu kalt.

Es kosten viel Überredungskunst Christian nach über 20 Minuten Badens dazu zu bewegen endlich aus dem Wasser zu kommen.

Nach einem Picknick am Strand setzen wir unsere Wanderung fort. Es liegen noch knappe acht Kilometer vor uns.

Zurück am Auto plagt uns mächtig Hunger. Wir beschließen in Leccio in der Nähe von „Bagni di Petriolo“ in der Pizzeria, in der wir schon am Sonntag essen wollten, einzukehren. Heute müsste es von der Zeit her gesehen genau richtig sein. Und so ist es auch. Als wir dort ankommen ist es kurz vor 19:00 Uhr.

Die Pizza schmeckt wunderbar, ebenso der Wein. Wir lassen schon hier den Tag ausklingen. Auf der Rückfahrt: Alles schläft und einer fährt!

Donnerstag 16.04.2009

Ausflug beim Kloster Badia a Passignano

Unterwegs zum Kloster Badia a Passignano

Imposant und geheimnisvoll liegt die Abtei Badia a Passignano in der einsamen Landschaft des Chianti. Lange Zeit gehörte das von Zypressen umstandene Kloster aus dem 11. Jahrhundert zu den bedeutsamsten ganz Italiens.

Heute ist Badia a Passignano auch als renommiertes Weingut bekannt. Doch noch immer dient die wunderschöne Anlage, die einst vom Benediktinerorden gegründet wurde, als Kloster. Weithin sichtbar in dem dünn besiedelten Landstrich sind die mächtigen Mauern der Badia a Passignano sowie die Zinnen ihres Kirchturms.

Am Kloster Badia a Passignano

Freitag 17.04.2009

Bummeltag um unseren Berg;
Heute lassen wir es langsam und gemütlich angehen. Nach einem langen ausgiebigen Frühstück kruschen wir ein bisschen herum, packen das eine oder andere schon ein, während Christian die Gegend um die Kirche unsicher macht.

Blick zurück nach Monteio

Während wir so in den Tag hineintreiben, beschließen wir bereits heute nach hause zu fahren. Statt die eine Nacht noch hier zu schlafen und morgen am Samstag dann tagsüber irgendwo im Stau zu stehen. Außerdem sind wir dann am Samstag bereits zu hause. Gesagt getan -wir packen.

Am Nachmittag machen wir noch einen schönen Rundweg um „unseren Berg“ auf dem „unsere Burg“ steht. Ich informiere noch Herrn Spartaco über unsere Abreise am Abend. Um 19:00 Uhr verlassen wir Monteio. Zwei tolle Wochen Toskana-Urlaub liegen hinter uns.

Samstag 18.04.2009 Ankunft zu Hause um 02:00 Uhr

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