Mit dem Wohnmobil über die Mani, eine Kurz-Rundreise

Wir sind wieder unterwegs. Zwei Jahre ist es her, dass wir zuletzt in Griechenland waren.
Geplant sind für die erste Woche Sightseeing und Wandern und dann ein Strandaufenthalt in Finikounda.
Mit einem Abstecher über Florenz, dort haben wir unseren Sohn abgeholt, geht es über Ancona per Autofähre nach Patras. Es ist Mitte April und auf den höheren Bergen Griechenlands liegt noch Schnee, für uns ein ungewohnter Anblick. Aber die Sonne scheint und es ist angenehm warm.

Unser erstes Ziel, das wir am Ankunftstag noch erreichen wollen ist das 138 Kilometer entfernte Alt-Korinth (Acient Korinthos). Auf dem Wohnmobilstellplatz “Aphrodites Waters” werden wir vom Betreiber herzlich begrüßt.
Der Platz ist zentral und günstig gelegen, um die Gegend um Korinth, die Ausgrabungen von Alt-Korinth und die Burg Acrocorinth zu erkunden.

Die Ausgrabungen von Alt-Korinth

Wir orientieren uns zunächst, sehen uns in der Ortschaft um und werfen schon einmal einen Blick auf das Ausgrabungsgelände, bevor uns der Hunger in eine der zahlreichen Tavernen treibt. Wir entscheiden uns für eine ein paar Meter abseits gelegene und in unserem Reiseführer empfohlene Lokalität. Die Empfehlung ist genau richtig! Wir sitzen am offenen Kamin, das Feuer prasselt und das Essen ist hervorragen. Am Nachbartisch hat sich eine griechische deutschlandbegeisterte Familie niedergelassen und verwickelt uns nach kurzer Zeit in ein Gespräch. Ihren Urlaub verbringe die Familie immer in Deutschland erfahren wir. So kennen die Familienmitglieder natürlich auch unsere fränkische Heimat, waren schon in Bamberg, Nürnberg und Würzburg, aber auch schon in München, Berlin und Hamburg. Wir verbringen einen netten Abend und können die Empfehlung für die Taverne gerne weitergeben. Taverne The Tassos, Acient Corinth .

Am nächsten Morgen besuchen wir zunächst das Ausgrabungsgelände von Alt-Korinth. Wie sind hier zum ersten Mal, obwohl dies eine der bedeutendsten Ausgrabungsstätten Griechenlands ist. Wir starten unsere Entdeckungstour und sind beeindruckt!
Korinth war einst eine 300.000 Einwohner zählende Stadt und ein Verkehrsknotenpunkt zwischen Asien und Europa. Im 6. Jahrhundert v. Chr. reichten die Handelsbeziehungen von Ägypten bis nach Spanien. Lange Straßen verbanden die Stadt mit den Häfen Lechaion und Krenchriae. Besonderer Anziehungspunkt sind die sieben weithin sichtbaren Säulen des Apollon-Tempels.
Bei unserer Entdeckungstour durch das Ausgrabungsgelände bekommt man einen guten Eindruck der ehemaligen Finanz- und Wirtschaftsmetropole, kann sich das geschäftige Treiben in den Straßen und den Märkten förmlich vorstellen. Die beherrschende Lage der Stadt wird deutlich, hat man doch einen guten Blick auf den Golf von Korinth und den dortigen Schiffsverkehr.
Die Korinther liebten schöne Dinge und Luxus und sparten nicht an der Ausgestaltung ihrer Häuser und Räume. Viele dieser Gegenstände kann man im angegliederten Museum bewundern. Ausgestellt sind hier Exponate aus der Zeit von 4000 v. Chr. bis 1200 n. Chr., wobei sich jedoch die “besten” Fundstücke in den Museen Athens zu finden sind.
1990 wurde dieses Museum Schauplatz eines spektakulären Raubüberfalls. 285 Exponate von unschätzbarem Wert wurden damals entwendet. 274 dieser Gegenstände spürte das FBI Jahre später auf und übergab diese 2001 an das Museum, wo sie heute wieder zu bestaunen sind.

Die Burganlage von Acrocorinth

Über der Stadt liegt der schroffe und wuchtige Bergklotz von Acrocorinth mit seiner schon von weitem sichtbaren Burganlage. Nach unserem fast zweistündigen Rundgang ist dies unser nächstes Ziel.
Die Erkundung der Anlage ist aufgrund Ihrer Größe zeitaufwendig und sollte nicht in der prallen Mittagshitze unternommen werden.
Die Gegend um Alt-Korinth war bereits ab dem 7. Jh. v. Chr. besiedelt, so auch dieser Gipfel. Hier stand ein berühmter Tempel der Aphrodite. Seine aus dem 4. Jh. v. Chr. stammenden Mauerreste sind heute noch zu sehen. Im 6. Jh. nach Chr. wurde die Anlage durch Justinian erneuert und später durch die Byzantiner weiter ausgebaut.
Durch ihre strategische Lage war diese Burganlage besonders wichtig, konnte man doch von ihr aus den Verkehr zu See und zu Land kontrollieren. Über Jahrhunderte war sie daher immer wieder hart umkämpft und zuletzt von 1715 bis 1822 in türkischer Hand. Das beeindruckende Areal erstreckt sich über zwei Gipfel. Auf dem rechten südwestlichen befindet sich die einstige Residenz des türkischen Festungskommandanten, auf dem östlichen die Reste des Aphrodite-Tempels. Der Blick von beiden Gipfeln ist einmalig schön und reicht vom Hinterland bis über den Saronischen und Korinthischen Golf.
Besonders gut hat uns die Peirene-Quelle gefallen. Die Sage besagt, dass Sisyphos, der Herrscher über Alt-Korinth, sah, wie Zeus Ägina, die Tochter des Flussgottes Asopos, entführten. Für die Preisgabe seines Wissens verlangte er von Asopos eine Quelle auf Akrokorinth als Geschenk…
Tatsächlich wurde sie im 3 Jh. v. Chr. angelegt. Man findet sie am Weg von der türkischen Residenz zum Aphrodite-Tempel.

Über Nafplio nach Gythion

Am frühen Nachmittag zieht leider der Himmel etwas zu. In der Hoffnung auf besseres Wetter beschließen wir daher noch ein Stückchen weiter zu fahren. Nafplio, die Hauptstadt der Argolis ist unser nächstes Ziel und nach knapp 50 Minuten erreicht. Dass heute Sonntag ist, haben wir natürlich nicht bedacht. Nafplio ist ein Wochenendausflugsziel für die einheimische Bevölkerung, entsprechend viele Besucher sind in der Stadt unterwegs. Wir lassen uns zunächst ein bisschen durch die Stadt treiben, werfen einen Blick auf die Insel Bourtzi, die den Hafen Nafplios bewacht, stärken uns mit je einem Gyros-Pita und beschließen auf den steilen Anstieg zur Festung Palamidi zu verzichten… Wir werden mit Nafplion irgendwie nicht warm, schon bei unseren vergangenen Besuchen vor etlichen Jahren ging es uns so. Vielleicht liegt das aber auch in der Tatsache begründet, dass wir uns nie richtig Zeit für die Stadt und ihre unmittelbare Gegend genommen haben. Wir werden dies auf jeden Fall nachholen!

Zunächst jedoch zieht es uns weiter. Wir wollen auf die Mani. Da das Wetter nicht besser wird beschließen wir heute noch ein bisschen Strecke zu machen und fahren nach Gythion. Am späten Nachmittag erreichen wir den um diese Jahreszeit sehr verschlafen wirkenden Ort. Einen Übernachtungsplatz finden wir auf der Halbinsel Marathonisi, die durch die Hafenmole Gythions mit dem Festland verbunden ist. Seit unserem letzten Besuch hat sich auf den ersten Blick nichts verändert, noch immer schaukeln die hübschen Fischerboote vor den malerischen, weiß getünchten, teils klassizistischen Häusern, die sich den Berghang entlang ziehen, auf den blauen Wellen dahin. Im Hintergrund wird das hübsche Panorama von den schneebedeckten Bergen des Taygetos -Gebirges überragt und erinnert uns an unsere Bergtour auf das “Dach des Peloponnes”.
Im Ort lädt uns die Taverne H Trata (I Trata) (an den warmen offenen Kamin ein. Bei doch mittlerweilen kühlen Temperaturen lassen wir uns hier die gute authentisch griechische Küche schmecken… Das Lokal können wir übrigens uneingeschränkt empfehlen.
Nach einer angenehmen und ruhigen Nacht erkunde ich am nächsten Morgen das kleine Inselchen. Außer einem Leuchtturm und einem kleinen Museum (leider nur Juni – Sept. geöffnet) gibt es nicht viel zu entdecken, der Blick über den Hafen auf Gythion ist jedoch traumhaft.

Auf der Insel sollen übrigens die schöne Helena und Paris auf ihrer Flucht von Sparta nach Troja ihre erste Liebesnacht verbracht haben…
Kaum sind Maria und ich die kurze Strecke in die Stadt gelaufen, um Brot einzukaufen klingelt das Telefon. Christian, alleine zurück im Wohnmobil geblieben, ruft aufgeregt an und berichtet jemand klopfe ans Wohnmobil… Wir sind sowieso schon auf dem Rückweg. Ein paar Gärtner mit Motorsensen beseitigen das Gras um das Museum. Wir werden freundlich aufgefordert uns wo anders hinzustellen…

Die Bucht von Kamares

Wir beschließen ein paar Kilometer weiter zu fahren und an einem Strand zu frühstücken. Richtung Süden verlassen wir Gythion, nur wenige Kilometer sind es zur langgezogenen feinkiesigen Bucht von Kamares. An ihrem südlichsten Ende stellen wir uns direkt an den Strand, bauen Tische und Stühle auf, genießen den Blick aufs Meer, die schneebedeckten Berge und unser Frühstück.
Wir bleiben, erkunden den Strand und die umliegende Gegend, kommen mit Barbara, einer deutschen “Auswanderin”, die im nächsten Dorf lebt, ins Gespräch und lassen die Seele für den Rest des Tages baumeln…

Lange sitzen wir am Abend an einem kleinen Lagerfeuer und genießen die Stille und das Plätschern der Wellen.
Wunderbar ausgeschlafen werden wir am Dienstag von strahlendem Sonnenschein begrüßt…
Wir verzichten auf unser Frühstück und verlassen, gespannt auf neue Entdeckungen, den Strand von Kamares.

Die östliche Mani

Die nächste Ortschaft die wir durchqueren ist Skoutari. Auf dem Weg zum Strand (Paralia) kommen wir an einem Brunnenhäuschen vorbei, an dem frisches Quellwasser sprudelt. Eine gute Gelegenheit unseren Wasservorrat aufzufüllen. Leider kann man am hübschen Strand von Skoutari nicht mit dem Wohnmobil stehen, so dass wir weiterfahren.
Über die Ortschaft Kalikas und einem Abstecher zum Strand von Kalikas gelangen wir nach Korontas. Mittlerweile zeigt sich die Mani von ihrer schroffen Seite, hohe fast vegetationslose Berghänge prägen die Landschaft.
In Kotronas parken wir auf der Hafenmole. Der beschauliche Ort mit kleinem Stand lädt einfach für einen Halt ein. Es ist der größte Ort an der steilen Ostküste. Am Hafen sitzen ein paar Fischer und flicken ihre Netze, im Kafeneion sitzen drei Männer und schauen aufs Meer… ansonsten nichts als Stille…
Im Ort gibt es einen kleinen (Super)markt mit Metzgerei. Zwei Männer sitzen am Tisch neben der Fleischtheke und rauchen -Griechenland wie früher, Europa ist weit…
Wir tragen unsere Einkäufe Richtung Wohnmobil, genießen auf der Terrasse bei einem Kafe Helleniko Diplos(doppelter griechischer Kaffee) den Blick aufs Meer und lassen die Gedanken schweifen.

Kalikas, ein wunderschöner Strand ein paar Kilometer entfernt reizt für ein längeres Verweilen, leider ist in der engen Siedlung kein Parkraum für ein Wohnmobil und ein paar Männer graben unterstützt von einem Kleinbagger einen Kanal. Wir fahren also weiter. Durch großartige Landschaft mit steilen Abstürzen hin zum Meer gelangen wir nach Lagia (Lagia), einem richtigen Manidorf, zumindest was die Architektur angeht. Wir parken am Kirchplatz und erkunden die engen Gassen der Ortschaft. Etliche Häuser sind verlassen und verfallen einige jedoch wurden hergerichtet und erstrahlen in neuem Glanz. Beeindruckend ist die Kirche am Dorfplatz. Der Haupteingang befindet sich im Kirchturm. In der Kirche steht man dann im ersten Stock und schaut in das reich bemalte Kirchenschiff hinab.
Durch eine menschenleere, bizarre Landschaft geht es an der Ostküste weiter bis sich an ihrem Ende plötzlich die Straße in Serpentinen hinab schlängelt und den Blick freigibt auf das Kap Matapan und den kleinen Ort Πόρτο Κάγιο (Porto Kagio).
Dorthin wollen wir zunächst. Eine steile Straße führt uns hinunter zum ehemaligen Piratenhafen am Ende der Welt.

Porto Kagio und das Kap Tenaro

Die Ortschaft besteht nur aus ein paar Häusern, einem kleinen Fischerhafen und drei Tavernen. Der einzige Parkplatz befindet sich am Ende des Strandes und ist nur auf schmalem Kiessträßchen zu erreichen. Der Parkplatz gehört zur Tavernen Porto, die uns mit ihren typisch blauen griechischen Stühlen, die direkt am Strand, fast im Wasser stehen, sofort zu einem ordentlichen Essen einlädt. Schon lange habe ich keinen so guten Oktopus mehr gegessen…
Für einen perfekten Tag fehlt noch ein Wanderausflug. Wir schnüren also unsere Wanderstiefel und machen uns auf den Weg zum Kap Matapan. Leider ist der von uns geplante Weg so zugewachsen, dass wir das erste Teilstück auf der Straße hinter uns bringen. Nach einer knappen Stunde und vier Kilometer später haben wir den mit 230 Metern höchsten Punkt unserer Wanderung erreicht. Ein fantastischer Blick öffnet sich auf den vor uns am Kap stehenden Leuchtturm und die umliegende See. Den Leuchtturm immer im Blick benötigen wir fast eine weitere Stunde bis wir diesen erreicht haben. Wir stehen an einem der südlichsten Punkte Festlandeuropas, nur Gibraltar ist ein paar Meter südlicher, aber bestimmt nicht so schön einsam und still gelegen wie dieser Leuchtturm. 390 Kilometer Luftlinie sind es von hier aus noch bis zum afrikanischen Kontinent… Das Kap Tenaro wie das Kap Matapan auch von den Griechen genannt wird, liegt übrigens südlicher als die Stadt Tunis.
Zurück gehen wir auf dem offiziellen und etwas mehr begangenen Pfad und dann auf der wenig befahrenen Straße zurück nach Porto Kagio. Fast vierzehn Kilometer liegen hinter uns. Den Abend lassen wir bei einem Glas Rotwein und einer Partie Wizard langsam ausklingen.
Den Track zu dieser Wanderung findest Du am Ende dieses Reiseberichts.

Die westliche Mani

Am nächsten Morgen erkunde ich die rechte Seite der Bucht. Ein kleiner Pfad bringt mich zu einer kleinen Kapelle und dem auf den Klippen liegenden Friedhof von Porto Kagio. Die Aussicht von hier ist am frühen Morgen besonders schön.
Nach dem Frühstück brechen wir auf. Unser nächstes Ziel ist Βαθύ (Vathi), eines der beeindruckendsten Dörfer der Mani. Dicht gedrängt stehen die alten Wohntürme des Dorfes und ragen in den blaue Himmel. Wir schlendern kurz durch die engen Gassen der fast verlassenen Ortschaft und können uns vorstellen wie hier früher die Bewohner in dieser kahlen, fast menschenfeindlich anmutenden Landschaft gewohnt haben. Leider verfällt Vathi allmählich, nur einige Wohntürme sind saniert und dienen wohl als Ferienhäuser. Ein großer Teil der Gebäude sind Ruinen.
Unser nächstes Ziel liegt nur ein paar Kilometer weiter. Das kleine Fischerdorf Gerolimena (Gerolimena) war bereits vor Jahren schon einmal auf unserer Reiseroute gelegen. Wir genehmigen uns mit Blick aufs Meer einen Kaffee. An der rechten Hafenseite zieht sich steil ein Wanderpfad an der Felswand entlang, also Wanderschuhe angezogen und los geht es. Der Aufstieg wird mit einem tollen Blick belohnt. Auf der Anhöhe ist es schwierig dem alten Monopathi zu folgen, unterstützt durch unsere Handykarte gelingt es uns doch die kleine Ortschaft Oxia zu erreichen von wo aus wir in weitem Bogen nach Gerolimenas zurückwandern. Den Track zu dieser Wanderung findest Du ebenfalls am Ende dieses Reiseberichts.

Nach dieser kleinen “Wanderung” fahren wir noch ein Stückchen. Wir lassen die Abzweigung zur Tropfsteinhöhle Pirgos Dirou links liegen, denn diese sehenswerte Höhle haben wir bereits vor ein paar Jahren besucht.
An der Westküste der Mani entlang geht es nach Platanos. Eigentlich wollten wir hier die Ölmühle Morea  besuchen und das dort produzierte Olivenöl testen. Leider jedoch hat sie geschlossen. Das ist der Preis der Vorsaison.
Bei Aγιος Νικόλαος (Agios Nikolaos) biegen wir links ab und erreichen nach acht Kilometern über eine Stichstraße entlang der Küste die kleine Ortschaft Τραχήλα (Trahila). Wegen der engen Ortsdurchfahrt will ich eigentlich schon den Rückwärtsgang einlegen, eine Anwohnerin ermuntert mich jedoch weiter zu fahren.
Auch diese Ortschaft ist fast verlassen. Nicht wie Vathi aus vielen Ruinen bestehend, sondern weil hier überwiegend alte Häuser renoviert wurden und offensichtlich als Feriendomizil dienen. Gruppiert sind die Häuser um den kleinen Hafen und im weiteren Verlauf an einer rauen steinigen Küste.
Wir stellen uns entlang der Straße mit Blick aufs Meer, gehen ein bisschen spazieren, grillen und lassen den Abend bei einem bombastischen Sonnenuntergang zu Christians Gitarrenklängen langsam ausklingen…

Geschichtsträchtiges Kardamyli

Nach einem kleinen sonnigen Morgenspaziergang brechen wir nach Καρδαμύλη (Kardamyli) auf. Der hübsche Ort am Fuße des Taygetos gelegen, bietet einiges, um hier mehrere Tage zu verbringen. Leider erlaubt unser straffer Zeitplan nur eine Stippvisite.
Wir besuchen die historische und geschichtsträchtig Siedlung Alt Kardamyli. Besichtigen die byzantinische Kirche des Heiligen Spyridonas, den Turm von Mourtzinou sowie das dort untergebrachte ethnologische Museum. Diese vermittelt einen guten Eindruck über das frühere Leben auf der Mani.
Leider zieht eine Regenfront auf, so dass uns die Lust auf die kleine Wanderung, die wir hier unternehmen wollten, vergeht. Die Gegend um Kardamyli ist übrigens ein recht gutes Wandergebiet. Es gibt etliche ausgeschilderte Wanderwege unter anderem durch die Viros-Schlucht zum Kloster Moni Sotiros.

Wir werden Kardamyli auf jeden Fall irgendwann erneut besuchen um das Hinterland weiter zu erkunden. Heute jedoch führt uns unser weiterer Weg über Kalamata nach Μαυρομμάτι (Mavrommati).

Messene, immer einen Besuch wert

Bei Mavromati liegt das antike Messene (Μεσσήνη). Diese antike Stadt im Südwesten des Peloponnes war einst die Hauptstadt Messeniens. Für uns ist Messene eine der schönsten Ausgrabungsstätten Griechenlands. Vor einiger Zeit habe ich hierzu schon einmal einen Beitrag “Messene eine der schönsten Ausgrabungsstätten Griechenlands” verfasst.  Da hier immer noch archäologische Ausgrabungen stattfinden kann man an diesem Ort auch immer etwas Neues entdecken.
Auch eine anstrengende Wanderung auf den Ithome, den Hausberg von Messene, bietet sich hier an. Den Track zu dieser Wanderung, die wir bereits vor ein paar Jahren gelaufen sind, findest Du am Ende dieses Reiseberichts.
Wir parken zunächst am Ausgrabungsgelände und laufen zunächst zum Arkadischen Tor.
Das Arkadischen Tor mit seinem fast runden Innenhof ist eines der zwei Stadttore der ehemals insgesamt 9 km langen Stadtmauer aus der Zeit der Stadtgründung. An diesem Tor bekommt man einen guten Eindruck davon, wie mächtig und wuchtig diese Mauer, gesichert durch zahlreiche Türme von halbrundem und quadratischem Grundriss, einst war.
Wir lassen es uns nicht nehmen im Abendrot dieses Bauwerk ausgiebig zu erkunden.
Der Hunger treibt uns dann jedoch in die Ortschaft. Im Restaurant-Tavern-Cafe-Ithomi kocht der Wirt nach einigem Bitten extra nur für uns leckeres Moussaka.
Die Nacht verbringen wir unter Olivenbäumen auf dem Parkplatz des Ausgrabungsgeländes. Wir sind somit am nächsten Tag die ersten Besucher und können im Licht der aufgehenden Sonne den Blick über die antiken Säulen, Tempel und das Stadion genießen.

Da wir jetzt schon eine Woche unterwegs sind, dränge ich langsam Richtung Strand. Wir beschließen über die Wasserfälle von Πολυλίμνιο (Polylimnio)nach Finikounda zu fahren.

Die Wasserfälle von Polylimnio

Zunächst geht es auf schmalen Straßen durch endlose Olivenhaine Richtung Καζαρμα (Kazarma) und von dort zum Parkplatz von Polylimnio. Die Wasserfälle sind mittlerweile ein recht bekanntes Ausflugsziel geworden. Vor 15 Jahren waren wir hier an einem Wochenende. Damals waren wir die einzigen Besucher. Heute, an einem Freitag steht sogar ein kleiner Bus hier.
Der Bach an dem der Weg entlangführt hat durch die Regenfälle der vergangenen Wochen jedoch so viel Wasser, dass die Masse der Besucher aus Angst vor nassen Schuhen, den Hauptwasserfall gar nicht erreichen. Wir lassen uns nicht abschrecken und sind auch somit dieses Mal nach wenigen Metern völlig alleine. Über einen kleinen Klettersteig erreichen wir auch die oberhalb des Hauptwasserfalls gelegenen Seen. Wegen des hohen Wasserstandes ist das Unterfangen aber zum kleinen Abenteuer geworden. Trotzdem erreichen wir nach einem Rundweg unser Wohnmobil mit trockenen Füßen.

Knapp 40 Kilometer sind es noch bis Finikounda (Finikounda). Am späten Nachmittag kommen wir am Campingplatz Anemomilos an. Zu dieser Jahreszeit ist wenig los, wir haben also freie Platzwahl.

Finikounda

Zu Finikounda habe ich auch schon einiges geschrieben, unter anderem in meinem Beitrag “Finikounda (k)ein Geheimtipp auf dem Peloponnes”, so dass ich hier auf den Ort nicht näher eingehe.
In den nun folgenden fünf Tagen passiert nicht viel, am Strand ist dies nun mal so… Damit es nicht zu “langweilig” wird, stehen natürlich ein paar Ausflüge auf unserem Programm.
Nach zwei “Gammeltagen” fahren wir am Ostermontag nach Methoni und besuchen die alte Festungsanlage. Auch hier waren wir schon oft (so z.B. 2008). Das letzte Mal hatten wir ja die Burg von außen besichtigt, diese Mal erkunden wir das Gelände einmal wieder von innen.
In den letzten Jahren sind an den Mauern einige Renovierungsmaßnahmen durchgeführt worden, leider hat sich aber auch das Meer das eine oder andere Mauerstück während der letzten Jahre geholt. Besonders sehenswert ist natürlich die vorgelagerte Insel mit dem Bourtzi-Turm. Am Abend besuchen wir Methoni erneut und gehen mit unserem griechischen Freund Kosta essen.

Am nächsten Tag erwartet uns Pylos. Nach einem kleinen Einkaufsbummel fahren wir zum Wandern bis in die Lagune von Gialova. In weitem Bogen führt uns unser Weg durch ein Naturparadies in dem viele Wasservögel ihren Lebensraum haben. Über die Ochsenbauchbucht laufen wir zur Höhle des Nestors. Vom Eingang der Höhle hat man einen fantastischen Blick über die Küste und die Lagune. Oberhalb der Höhle befindet sich die Alte Burg von Navarino, von welcher sich ein weiterer Blick bis nach Pylos bietet. Über die Burganlage leitet uns unser Weg zurück zum Wohnmobil. Auch diesen Weg findest Du als Track am Ende dieses Reiseberichts.

Im Übrigen haben wir natürlich die Gegend um Finikounda “erlaufen”. Zum einen in einer täglichen Joggingrunde zum anderen mit unseren Wanderschuhen. Wir waren in Loutsa und Lachanada und haben zum einen unseren Lieblingsstrand besucht, zum anderen den Blick von den Hügeln des Hinterlands über die Küste aufgesogen und abgespeichert… Auch dazu gibt es den Wandertrack am Ende dieses Berichts.

Viel zu schnell vergehen die Tage. Am Freitag den 26.04. müssen wir leider “θα σας δούμε ύντομα” (auf Wiedersehen, bis bald) sagen. Unsere Fähre geht um 15:30 Uhr ab Patras. Obwohl wir unterwegs noch eingekauft haben, sind wir schon um 13:30 Uhr im Hafen. Wir können sofort einchecken und dieses Mal legt die Fähre pünktlich ab.

Ancona erreichen wir 23 Stunden später. Mit noch einer Zwischenübernachtung in Südtirol kommen wir wohlbehalten am Sonntagvormittag zuhause an.

Alle Links und Übersichtskarten dieses Artikels

Stell- und Campingplätze (Links und GPS-Koordinaten)

Wanderungen mit GPS-Tracks zum Download

Unsere Empfehlung für die Reisevorbereitung

Übersichtskarte unserer Route

Mit dem Wohnmobil über die Mani, eine Kurz-Rundreise
5 (100%) 1 vote[s]

Teile diesen Beitrag

4 Kommentare zu „Mit dem Wohnmobil über die Mani, eine Kurz-Rundreise

Gib deinen ab

  1. Guten Tag,

    eure Reiseseite gefällt mir gut. Wir fahren im Herbst mit dem WoMo auf die Peleponnes. Könnt ihr mir einen Tipp geben bezüglich griechischer Prepaid Daten Karten. Wir benötigen im Monat meistens so etwa 40 GB aufwärts.

    MfG KJ Thienes

    1. Hallo Karl-Josef, schön, dass Du unsere Seite gefunden hasst. Leider habe ich überhaupt keine Erfahrungen darüber was Prepaidkarten in GR angeht. Ich kann daher keine verlässlichen Aussagen treffen. Aber stelle diese Frage vielleicht bei Facebook mal in der Gruppe “griechenland – aus & mit leidenschaft”. In dieser Gruppe gibt es ganz viele Griechenlandliebhaber und bestimmt kann da jemand Deine Frage beantworten.
      Viel Spaß bei eurer Griechenlandreise und schöne Erlebnisse!!
      Grüße aus Franken
      Marten

  2. Hallo Marten,
    möchte Dir mal sagen, dass Deine Beiträge ” TOP ” sind.
    Kurz und Bündig, mit tollsten Fotos und mit allen Informationen die man brauchen kann.

    Ich selber schaffte es leider erst bis Peljesac / Dalmatien, obwohl wir schon über 100 mal in Kroatien waren.
    Deine Reiseberichte motivieren aber um doch weiter Richtung Griechenland zu fahren.

    Wünsche euch bei euren weiteren Reisen eine unfallfreie Fahrt, und noch viele schöne Urlaubserlebnisse.

    Hermann, aus Niederbayern bei Passau

    1. Vielen Dank Hermann für das nette Lob! Unbedingt mal weiterfahren! Montenegro und Albanien sind wirklich eine Reise wert, Griechenland sowieso. Albanien wird bestimmt bald seine Ursprünglichkeit verlieren (leider). Es wird rasant am Ausbau der Infrastruktur gebaut und teilweise werden an den Küsten ganze Landschaften umgebaut zugunsten des Tourismus. Wenn ihr schon bis Peljesac gewesen seid, ist es ja nicht mehr weit bis Montenegro. Kotor und die Bucht von Kotor sind sehenswert und ein Einstieg um Montenegro langsam von der Küste aus kennenzulernen. Wenn nur Griechenland auf der Wunschliste steht, kann man dieses tolle Urlaubsland ja auch via Italien per Fähre erreichen. Ich wünsche euch auch allseits unfallfreie Fahrt und tolle Erlebnisse.
      Liebe Grüße aus Franken
      Marten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

(c)Marten Mehle, 2019

Nach oben ↑