Blick vom Gipfel des Monte Cinto, Korsika

Zum Gipfel des Monte Cinto (2706 m), Korsika

Hoch hinaus auf Korsika, zum Monte Cinto.

Korsika ist nicht nur für Strandhungrige, sondern auch für Wanderer und Bergsteiger ein Paradies. Wie ihr unseren beiden Reiseberichten im Mai 2015 bzw. im August 2015 entnehmen könnt, haben wir etliche Wanderungen und Bergtouren auf Korsika unternommen.
Der höchste Berg Korsikas, der Monte Cinto, ist ein Anziehungspunkt für Wanderer und Bergsteiger. Er liegt im Niolo, einer schönen und rauen Gegend, die die höchsten Berge Korsikas beheimatet.

Ausgangspunkt für die Tour auf den Monte Cinto

Über die Scala di Santa Regina, eine spektakuläre Schlucht, gelangt man in diese Gegend. Sie ist der östliche Eingang zum Niolo, wobei nicht nur die Schlucht spektakulär ist, sondern auch die in ihr verlaufende Straße. Im späten 19. Jahrhundert gebaut, überwindet sie auf 15 Kilometern 500 Höhenmeter und bietet oft nur Platz für eine Fahrzeugbreite. Bei Gegenverkehr muss man sich arrangieren und hoffen, dass eine der Ausweichbuchten in der Nähe ist. Die massiven Granitvorsprünge und überhängenden Felsen gaben der Schlucht ihren Namen „Treppe der Heiligen Königin“. Der Legende nach soll die Jungfrau Maria das tiefe Tal als Fluchtweg in den Berg geschlagen haben, um dem Heiligen Martin beim Kampf gegen den Teufel zu helfen.
Legenden… das Tal wurde natürlich vom Fluss Golo in den Granit gefräst, der talaufwärts zur Stromgewinnung im Lac de Calacuccia gestaut wird.
Oberhalb dieses Stausees liegt die Ortschaft Lozzi. Hier gibt es zwei Campingplätze, die als Ausgangspunkt für eine Bergtour auf den Monte Cinto ideal gelegen sind. Camping L’Arimone und Camping U Monte-Cinto. Möglich ist auch eine Hotelübernachtung in Calacuccia oder Albertacce. Ausgangspunkt der hier beschriebenen Tour sind in jedem Fall die Campingplätze oberhalb von Lozzi. Parkmöglichkeiten sind dort vorhanden.

Tourbeschreibung Monte Cinto

Der Gipfel des Monte Cinto liegt nur knapp 23 km vom Meer entfernt, somit verspricht er bei klarer Sicht einen sagenhaften Ausblick bis zur Küste. Der Anstieg sollte nicht unterschätzt werden, die Länge, das hochalpine Gelände und die Exposition des Berges machen die Tour zu einem anspruchsvollen Unternehmen. Auf Grund der Tourenlänge sollte man möglichst zeitig aufbrechen.
Beim Camping L’Arimone endet die Asphaltstrasse und man folgt der Piste, die einen in gut eineinhalb Stunden zur ehemaligen Snackbar L’Astradella, einem jetzt verfallenen Gebäude, führt. Hierbei nicht unbeirrbar der Piste folgen, sondern auf die Markierungen (Steinmännchen oder rote Markierung) achten. Man kann auf diese Weise oft die Kehren über schmale steinige Pfade abkürzen. Nach einer guten Stunde kommt man an den Grundmauern der ehemaligen Kapelle Petra Sa Lisci vorbei (1383 m). Ab L’Astradella folgt man jetzt einem gut sichtbaren Fußpfad in nordwestlicher Richtung über einen Höhenrücken weiter bergauf bis zum Refuge de l’Ercu.
Nach einer halben Stunde überquert man den Ercu-Bach, die unbewirtschaftete Hütte wird kurz darauf erreicht. Sie bietet für 16 Personen die Möglichkeit zu nächtigen. Ein Gasherd, sowie ein kleines Sanitärhaus sind vorhanden.


Von nun an geht es nur noch bergauf. Ab der Ercu-Hütte geht es erst nordwärts und dann nordwestwärts in zahlreichen Kehren hinauf. Der teilweise geröllige Weg ist mit Steinhaufen/-männchen und roten Punkten markiert. Ca. zwei Stunden nach Verlassen der Ercu-Hütte trifft man auf den Weg, der vom Asco-Tal auf den Monte Cinto führt. Diese Stelle muss man sich für den Abstieg gut merken, sofern man nicht, wie wir über den Lac du Cinto -den Cinto-See, absteigt. Am besten blickt man mal zurück, um zu sehen, wie die Abzweigung von Oben aussieht. Über den Südwestgrat geht es dann hinauf zum Gipfel.
Der Ausblick auf die umliegenden hohen Berge, den Stausee Lac de Calacuccia und die Küstenlinie ist einmalig. Gut erkennt man im Westen die Zitadelle von Calvi.


Der Abstieg erfolgt entweder auf gleichem Weg oder, was wir bevorzugen, über den Lac du Cinto.
Unterhalb des Monte Cinto Grates führt uns der Weg über große Steinblöcke südwestlich und steigt auf den Nachbargipfel des Monte Cinto, die Punta des Ebouis (2607 m). Man muss hier gehörig aufpassen, dass man das Wanderzeichen, den roten Punkt, nicht verliert. Der Weg zieht sich den Hang entlang.
Der dann folgende eigentliche Abstieg hat es in sich. Es geht über große Geröllfelder stetig bergab und die Orientierung ist schwierig. Einfacher wird sie, sobald man den See sieht.

 

Bei schönem Wetter bietet sich eine Rast am Ufer an, bevor man den restlichen Abstieg in Angriff nimmt. Bis zur Ercu-Hütte folgt man weiter der roten Markierung. Ab dort geht es auf bekanntem Weg zurück zum Ausgangspunkt.

Wissenswertes für die Tour zum Monte Cinto

Die gesamte Tour ist mit etwa 10 bis 11 Stunden zu veranschlagen. Entsprechende Kondition für eine Bergtour im hochalpinen Gelände ist Grundvoraussetzung. Den Gipfel des Monte Cinto nur bei guter Wetterlage angehen. Schnell kann sonst auch hier das Wetter umschlagen. Klare Sicht erhöht außerdem das Gipfelglück. Die Tour lässt sich auch teilen. Dann sollte man am Vortag nachmittags bis zur Ercu-Hütte gehen und dort übernachten. Dies ist jedoch nur im Sommer ratsam, da man eventuell außerhalb der unbewirtschafteten Hütte nächtigen muss, da es nur für 16 Personen Schlafmöglichkeiten gibt. Wasservorräte können an der Hütte aufgefüllt werden.

Meinen GPS-Track für die Tour zum Runterladen gibt es hier.

Wir haben zur Vorbereitung, wie auch zu unseren anderen Korsika-Touren, den Rother Wanderführer Korsika: Die schönsten Küsten- und Bergwanderungen, 80 Touren mit GPS-Tracks, genutzt.

 

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